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Banater Post

Gedenkstein feierlich eingeweiht

Mahdachsiedlung in Ohmenhausen

Nachdem im Januar 2009 der Bezirksgemeinderat Ohmenhausen dem Wunsch der Vertriebenenverbände um die Verlegung des Adam-Müller-Guttenbrunn-Denkmals nachgekommen ist, haben diese nun die Bitte Ohmenhausens mit der Erstellung eines Gedenksteines für die Mahdach-Siedlung eingelöst. Gemeinsam mit dem Bezirksgemeinderat mit seiner Bezirksbürgermeisterin Heide Schnitzer wurde von den beiden verantwortlichen Verbänden, der Heimatortsgemeinschaft Sackelhausen (Landsmannschaft der Banater Schwaben) und dem Ortsverband Reutlingen (Landsmannschaft der Donauschwaben) der freie Platz an der Endhaltestelle der Stadtbuslinie 7 am Jungholzweg als geeigneter Standort auserkoren.

m Samstag, dem 17. Juli, war es soweit. Eine große Gästezahl fand den Weg zur Einweihung. Der Vorsitzende des Ortsverbands begrüßte im Namen der beiden Veranstalter zu Beginn die Teilnehmer, darunter Bezirksbürgermeisterin Schnitzer und die Mitglieder des Bezirksgemeinderates sowie Gäste von den anderen Landsmannschaften aus Schlesien, Siebenbürgen, Sudetenland, Pommern, Ost- und Westpreußen. Dazu auch die Einwohner aus Ohmenhausen. Zu der Zeremonie passte das Trachtenpaar von der Leitung der Donauschwäbischen Tanz- und Folkloregruppe. Ein besonderer Dank wurde den Partnerverbänden ausgesprochen, die immer in vielen Formen unterstützend mitgewirkt haben: Kreisverbände Reutlingen der Landsmannschaften der Banater Schwaben und der Donauschwaben, Franzfelder Kulturelle Interessensgemeinschaft, Stiftung Neu-Pasua und Heimatortsgemeinschaft Tscheb.

Immer wieder hatten in den vergangenen Jahren verschiedene Personen und Organisationen Anträge an den Bezirksgemeinderat Ohmenhausen wegen der Verlegung des Adam-Müller-Guttenbrunn-Denkmals gestellt. Durch die Initiative und Fürsprache von Staatssekretär Dieter Hillebrand und des Einsatzes von Kulturbürgermeister Robert Hahn konnte der große Wunsch um die Denkmalsverlegung in den kleinen Park beim Bürgerspital in Reutlingen erfüllt werden. „Deshalb gilt der herzliche Dank den Mitgliedern des Bezirksgemeinderats Ohmenhausen unter dem damaligen Bezirksbürgermeister Lutz, dass sie im Januar des vergangenen Jahres der Verlegung zugestimmt haben. Aber ein ganz wichtiges Argument für die Verlegung war, dass zum ersten Mal unsere bereits genannten Organisationen – bei allen sonstigen Differenzen – sich endlich einmal einig waren und diesen Antrag unterstützt haben. Ein wunderschöner Beweis für den Zusammenhalt“, so der Ortsvorsitzende. Anschließend wurde noch einmal auf die Zeit der Entstehung zurückgeblickt: Die Zeit – wenige Jahre nach dem Krieg – mit dem Verlust von Familienangehörigen, der Not, dem Hunger, der Armut der vielen Ankommenden und selbstverständlich auch der einheimischen Bevölkerung. Auf die Verwaltung kam die riesige Aufgabe zu, für die vielen neu angekommenen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen ebenfalls noch Sorge tragen zu müssen. So entstand der Gedanke für diese Siedlung.

„Für die beiden Verbände stellt die Mahdach-Siedlung einen wichtigen Teil ihrer Geschichte in der neuen Heimat dar. Sie ist etwas, was bleibt, was an uns hier in Reutlingen erinnert. Wie unsere Literatur oder das Denkmal. Genau dies tut auch dieser neue Gedenkstein. Er erinnert an die Entstehung dieser Siedlung für Ohmenhausen und an unsere Verbände, auch wenn es uns irgendwann einmal nicht mehr gibt“, so der Ortsverbandsvorsitzende. Darauf wurde der Bezirksbürgermeisterin für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren gedankt. Mit dem Vortrag des selbst verfassten Liedtextes „Heimat Banater Land“ für das Gesangsduo Mathias Wanko und Fritz Stanger, das sich für diesen Anlass eignete, schloss der erste Teil.

Das zentrale Thema der Ansprache der Bezirkbürgermeisterin Ohmenhausen, Heide Schnitzer, war das Entstehen der Mahdach-Siedlung und des Gedenksteines. Die Idee für eine Tafel oder diesen Gedenkstein hatte Bezirksgemeinderat Rudi Lorenz bei der Sitzung des Bezirksgemeinderates im Januar 2009 eingebracht. Die beiden Verbände hatten diesen Gedanken gerne aufgenommen, und am 3. Mai wurde der Standort an der Bushaltestelle Mahdach für geeignet befunden. Die Bezirksbürgermeisterin erinnerte ebenfalls an die Zeit nach dem Krieg, als über zweihundert Flüchtlinge und heimatvertriebene Donauschwaben hier in der größten geschlossenen donauschwäbischen Siedlung des Bundesgebietes eine neue Heimat fanden. „Die vom Schicksal schwer geprüften Menschen haben unter Mithilfe der Stadt Reutlingen ihre Häuser gebaut und fühlten wieder festen Grund unter den Füssen“, so Frau Schnitzer. Immerhin stammten rund siebzig Prozent der damaligen Bewohner aus dem ehemaligen Jugoslawien, Rumänien und Ungarn. Auch der zunächst landwirtschaftliche Nebenerwerbszweck wurde erwähnt. Mit viel Fleiß und Hartnäckigkeit wurde die heutige Mahdach-Siedlung aufgebaut.

Weiter wurde erwähnt, dass man bei den Einwohnern von Ohmenhausen auf nicht geringen Widerstand stieß. „Dass es trotzdem gelang, den Bauern das nötige Land abzukaufen, lag wohl daran, dass der Verkauf ein gutes Geschäft versprach.“ Und dies trotz des bekanntlich schlechtesten Bodens in der Gegend. Doch davon sei heute nichts mehr zu sehen. Es entstanden Blumen- und Obstgärten. Die Bezirksbürgermeisterin schloss mit dem Satz: „Ohmenhausen kann stolz darauf sein, sie als Mitbürger hier zu haben, denn sie sind eine kulturelle Bereicherung und angenehme Nachbarn.“ Im Anschluss wurde der Gedenkstein von Bürgermeisterin Schnitzer und Bezirksgemeinderat Orendi für Ohmenhausen und von den beiden Vorsitzenden der Veranstalter, Katharina Ortinau und Norbert Merkle, enthüllt.