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Banater Post

Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712 / 2012

Aquarell von Hans Planck

Wir lebten in Véménd – Ein multiethnisches Dorf im Ersten Weltkrieg. Sonderausstellung 27. Januar – 15. April 2012

Die Geschichte der Donauschwaben ist mit der Stadt Ulm engstens verbunden. Diese Stadt war im 18. Jahrhundert der Dreh- und Angelpunkt einer großen Wanderungsbewegung, infolge derer Siedler in Richtung Südosteuropa aufbrachen und dort ein beachtliches Aufbauwerk zustande brachten, das in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Die Fahrt mit den „Ulmer Schachteln“ donauabwärts begann im Jahre 1712. Dreihundert Jahre danach nimmt die Stadt Ulm das 300-jährige Auswanderungsjubiläum zum Anlass, einerseits dieses Kapitel der Regional- und Stadtgeschichte wissenschaftlich aufzuarbeiten und andererseits in Relation zu bringen mit aktuellen Fragen von Auswanderung und Migration.

Unter der Überschrift „Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712 / 2012“ werden im Jubiläumsjahr in der Stadt Ulm zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, die von verschiedenen Kooperationspartnern bestritten werden: vom Haus der Stadtgeschichte, vom Donau-schwäbischen Zentralmuseum (DZM), vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen, vom Donaubüro der Stadt Ulm, vom Stadtjugendring und von den Landsmannschaften der Banater Schwaben, der Donauschwaben und der Sathmarschwaben. Vorgesehen ist eine große Ausstellung (Eröffnung 11. Mai) an mehreren Orten der Stadt, die für das Thema der Auswanderung historisch von Bedeutung sind. Ziel dieser Open-Air-Ausstellung ist, mittels Informationsstellen geschichtliche Ereignisse des 18. Jahrhunderts zu erläutern und an individuellen Beispielen greifbar zu machen. So werden unter anderem das Alltagsleben der Ausreisewilligen, ihr Aufenthalt in Ulm, ihre Verpflegung und gesundheitliche Versorgung sowie Probleme hinsichtlich der bevorstehenden Schiffsreise thematisiert. Das Donauschwabenufer – dort, wo auch das Auswanderungsdenkmal steht – wird in diesem Ausstellungskonzept eine zentrale Stelle einnehmen. Die Ausstellung wird bis Ende des Jahres zu sehen sein.

Mit einem ökumenischen Gottes-dienst wird am 6. Mai das Themenjahr 2012 eröffnet. Weitere Höhepunkte: Eröffnung der Ausstellung „Schwaben an der Donau. Kolonisation im 18. Jahrhundert und ihre Folgen“ (im DZM, Eröffnung 10. Mai); Tagung der Europäischen Donauakademie (im Stadthaus, 12. Mai); Konzert im Ulmer Münster mit Werken von Komponisten aus den Donauländern (12. Mai, 20 Uhr); Ausstellung „Die Donau als Reiseweg-Reiseführer und Karten aus dem 18. und 19. Jahrhundert“ (Zentralbibliothek Ulm, 15. Mai bis 13. Oktober). Die Wanderausstellung des DZM „Schwaben an der Donau“.

Kolonisation im 18. Jahrhundert und ihre Folgen“ wird in Ulm und in weiteren sieben Städten entlang der Donau gezeigt. Ebenfalls unter der Ägide des DZM steht eine Sonderausstellung über die Region Sathmar und eine weitere Ausstellung mit Werken von Gegenwartskünstlern aus den Donauländern.
Auch das diesjährige Donaufest in Ulm (6. bis 15. Juli) ist dem Jubiläumsjahr gewidmet. Unter anderem wird im Rahmen dieser Großveranstaltung auch das Donau-Jugendcamp 2012 organisiert, das von Dr. Swantje Volkmann betreut wird, der Kulturreferentin für Südosteuropa beim DZM. An diesem Projekt werden sich Jugendliche aus verschiedenen Donauländern beteiligen.
Mit dem Symposion „Migration und Mythen. Europa in Geschichte und Gegenwart“ (12. Oktober) und einem Konzert im Stadthaus (12. Oktober) findet das Jubiläumsjahr seinen Abschluss. Eine detaillierte Übersicht über sämtliche Veranstaltungen wird in einer von der Stadt Ulm demnächst herausgebrachten Schrift präsentiert.