Wenn in der Sommerzeit viele Landsleute in die alte Heimat reisen, bietet sich auch eine Fahrt nach Lenauheim an, wo die Gemeinde Lenauheim ein sehenswertes Lenau- und Heimatmuseum betreibt.
Nikolaus Lenau: „Ständig auf der Suche nach der wahren Liebe.“
Ein Teil des Museums ist Nikolaus Lenau gewidmet. Er wurde als Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau am 13. August 1802 in Csatád geboren, das heute nach ihm Lenauheim heißt, und gilt als einer der bedeutendsten Lyriker Österreichs im 19. Jahrhundert. Nach einem unsteten Leben mit vielen Wohnorten starb er am 22. August 1850 in Oberdöbling, heute ein Stadtteil Wiens. Im Jahr 1931 wurde in Lenauheim die erste Gedenkstätte für ihn im einstigen Kameralhaus eingerichtet. Ein Lenau-Manuskript, Fotokopien, biographische, literaturhistorische und volkskundliche Zeugnisse wurden ausgestellt. 1969 wurde die Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem Banater Museum Temeswar, dem damaligen Rat der Werktätigen deutscher Nationalität und der Gemeinde Lenauheim saniert, erweitert und neu eingerichtet. Das Geburtshaus Nikolaus Lenaus wurde im Jubiläumsjahr 2002 auf Initiative der Gemeindeverwaltung von Lenauheim, des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben und der Heimatortsgemeinschaft Lenauheim restauriert. Die Gestaltung der Ausstellung erfolgte durch das Banater Museum. Heute ist die Lenau-Ausstellung in vier Räumen im linken Flügel des Obergeschosses untergebracht. Präsentiert werden Bilder, Manuskripte und Briefe Lenaus. Sie veranschaulichen Aspekte aus dem Leben und Schaffen des Dichters, zeigen aber auch, wie sein Werk damals rezipiert wurde: Nikolaus Lenau war eine zwiespältige Persönlichkeit, ständig auf der Suche nach der wahren Liebe.
Über das Leben der Banater Schwaben
Im rechten Gebäudeflügel befindet sich ein volkskundliches banatschwäbisches Heimatmuseum. Hier wird in acht Räumen gezeigt, wie die Schwaben im Banat gelebt haben. In einem weiteren Raum sind auf Wandtafeln wichtige Ereignisse aus der Geschichte der Gemeinde Lenauheim festgehalten. Wertvolle Zeitdokumente und Manuskripte sind in einer Vitrine zu sehen. Geräte und Werkzeuge veranschaulichen den Arbeitsalltag der bäuerlichen Bevölkerung. Ein authentisches Bild von deren Wohnkultur vermitteln die typisch eingerichteten Räume eines schwäbischen Hauses vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Eines der wertvollsten Exponate in der Kammer, dem alltäglichen Wohn- und Schlafraum, ist ein bemaltes Bett aus dem Jahr 1821. Eine Wiege, ein Kinderwagen, geschnitzte Stühle oder ein Schubladenkasten gehören ebenfalls zur Einrichtung. Eine Seltenheit ist auch die alte Singer-Nähmaschine. Die „Stub“, die gute Stube, diente als Paradezimmer. In der Küche steht ein Herd, daneben Geschirr aus längst vergangenen Zeiten. Essensvorräte und Küchengeräte wurden in der „Speis“ aufbewahrt.
Die Gemeinde Lenauheim pflegt und betreut das Museum und feut sich über jeden Besucher. Auch die HOG Lenauheim kann einen Besuch wärmstens empfehlen.
Die Öffnungszeiten des Museums sind Montag bis Donnerstag von 8-16 Uhr und Freitag von 8-12 Uhr. Eine Voranmeldung über das Bürgermeisteramt Lenauheim ist sinnvoll. Besuche am Wochenende müssten auf jeden Fall vorab bei der Gemeinde angemeldet werden. Kontakt: Tel. +40 (0) 256-360428, E-Mail: primaria@lenauheim.ro, Internet: www.lenauheim.ro









