zur Druckansicht

private Anzeige schalten

Media-Center

Banater Post

Festmesse von Vinzenz Maschek für den König von Sachsen entdeckt

Titelseite der vor kurzem entdeckten Festmesse Vinzenz Mascheks, gewidmet dem König Johann von Sachsen im Jahre 1864. © Südosteuropäisches Musikarchiv, München

Vinzenz Maschek (um 1800 - 1875) war ein bedeutender Musiker, Komponist und Pädagoge, dessen Spuren in Weißkirchen, Ruskberg und Temeswar verfolgt werden können. Wie zahlreiche andere Musiker kam er um 1830 aus Böhmen in das Banat. Von ihm wurden bisher in verschiedenen europäischen Archiven und Universitätsbibliotheken mehrere Kompositionen entdeckt. Einige seiner Werke widmete er Kaiser und König Franz Joseph I., der Kaiserin Elisabeth und kirchlichen Würdenträgern. Ab etwa 1995 begann man seine kirchenmusikalischen Werke im Rahmen von Konzerten und Gottesdiensten aufzuführen, doch seine großen und umfangreichen Messen, komponiert für gemischten Chor, Solisten, Orgel und großes sinfonisches Orchester, warten noch auf
ihre Erstaufführung. So erklangen in München 2013 einige seiner geistlichen Werke und auf internationalen Symposien wurde über sein Wirken berichtet. Auch in der Banater Post erschien 2002 ein umfangreicher Artikel über Maschek.

Nun konnte in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden ein weiteres Werk dieses Banater Komponisten entdeckt werden, das fälschlicherweise von deutschen Musikwissenschaftlern einem Prager Komponisten gleichen Namens zugeschrieben wurde. Dieser ist aber bereits 1831 verstorben. Und dieses neuentdeckte Werk, komponiert von „Vinzenz Maschek“, ist auf den 1. Januar 1864 datiert. Es handelt sich dabei um eine Festmesse (Missa Solemnis) für gemischten Chor, Solisten, Orgel und großes sinfonisches Orchester, gewidmet dem damaligen König Johann von Sachsen (Regierungszeit 1854-1873).

Bereits der ehemalige Temeswarer Domkapellmeister Desiderius Braun (1894-1940) hatte in seinem in ungarischer Sprache erschienenen Buch „Banater Rhapsodie. Bilder zur Geschichte des Banater Musik- und Theaterlebens“ (Temeswar 1937) in einem einzigen Satz festgehalten, dass der Temeswarer Komponist Vinzenz Maschek dem König von Sachsen 1864 eine Festmesse gewidmet habe. Die Nachforschungen haben nun, mehr als acht Jahrzehnte nach dieser Information von Desiderius Braun, ergeben, dass es diese Messe tatsächlich gibt. Ein Vergleich der bereits entdeckten Autografe mit der neuen Festmesse lässt den Schluss zu, dass es sich tatsächlich um die Handschrift des Temeswarer Komponisten Vinzenz Maschek handelt.

Die weiteren Umstände der Widmung an den König von Sachsen sowie das Begleitschreiben und die Historie dieser Handschrift müssen noch geklärt werden. Eines ist aber bereits jetzt klar: Es handelt sich bei dieser Festmesse um ein umfangreiches und imposantes kirchenmusikalisches Meisterwerk Mascheks, das einer repräsentativen Erstaufführung würdig wäre.