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Banater Post

Brücken bauen und begehen

Johann Kerner, Georg Ledig, Josef Lutz, Erster Bürgermeister Johann Krichenbauer, Johann Schüssler und Johann Noll machten den Auftritt der Jugendlichen aus dem Banat möglich. Fotos: Thomas Kaleta

Das Jugendblasorchester „Lambert Steiner“ aus Sanktanna unter der Leitung von Dan Miculiţ gab bereits zum zweiten Mal ein Konzert in Burgkirchen und präsentierte sich auf einem bewundernswert hohen Niveau

Musik, Gesang, Gedichte und Vorträge – all diese Komponenten wurden den Besuchern des „Banater Kulturabends“ im Burgkirchner Bürgerzentrum am vergangenen Freitag (12. Juli, Anm. d. Red.) zuteil. Den Veranstaltungsrahmen bildete das abwechslungsreiche Musikprogramm der Jugendblaskapelle „Lambert Steiner“ aus Sanktanna in Rumänien unter Leitung von Dan Miculiţ. Das Ensemble präsentierte eine ausgezeichnete Auswahl an heimischen und internationalen Werken. Neben den Folklore-Liedern wie „Majova“ oder „Ida-Polka“ gab es ebenso Platz für die „Weiße Welle“, den „Schnee-Walzer“, „Petersburger Marsch“ oder „Rosamunde“ – das letztere zum Mitsingen für alle.

Bürgermeister Johann Bürgermeister freute sich, die Gäste aus Banat wiederum in der Alzgemeinde begrüßen zu dürfen. „Uns verbindet Musik, denn gute Menschen haben stets Musik im Ohr“, sagte er, sich dabei an die Worte eines Dichters stützend. Das Motto der nächsten Ansprachen lässt sich in zwei Begriffen zusammenfassen: gemeinsames Europa und Brücke, die die beiden Länder verbindet. Burgkirchen wurde dabei als einer der Pfeiler genannt. Georg Ledig, einer der Redner, bemerkte zugleich in seiner Zusammenfassung, „dass Brücken zu bauen wichtig ist, genauso aber über diese Brücken zu gehen“.

Die jungen Menschen von der Kapelle „Lambert Steiner“ bewiesen, dass sie eben dieses Ziel erstreben. Sie brachten dem deutschen Publikum im Saal die Kultur aus Rumänien – in ihrem Fall auch zum Teil deutsch geprägt – und dies auf einem bewundernswert hohen Niveau. Die Kunst der Musiker fand auch dadurch Anerkennung, dass sie eingeladen wurden, an der 60. Gelöbniswallfahrt der Banater Deutschen in Altötting teilzunehmen und dabei zu musizieren. Selber bekamen sie eine Gelegenheit, an der westeuropäischen Lebensart zu schnuppern.

Die Burgkirchner konnten währenddessen die Soloaufführung der Flötenspielerin Rebeca-Denisa Badea preisen, die zwei klassische Stücke zum Besten gab. Trotz ihres jungen Alters wurde sie schon auf nationaler Ebene bemerkt und geehrt. Sonya Höniges, Teil der Jugendkapelle und Moderatorin, die den Abend mit geschicktem Wort begleitete, trug mit ihrer jüngeren Schwester Jasmina zwei Gedichte in der deutschen Sprache vor. Während die größere Schwester von der Heimat schwärmte, unterhielt sich die andere kindisch amüsant mit dem lieben Herrn Gott.

Einen Vortrag über die Pilgerfahrten, unter anderem nach Maria Radna, dem bedeutendsten Wallfahrtsort der Banater Katholiken, hielt Katharina Emeneth, die, aus dieser Gegend stammend, seit beinahe vierzig Jahren in Bayern lebt. Auch wenn mit dem Lauf der Zeit die religiösen Bittgänge andere Gestalt annahmen, „bitten die Pilger nach wie vor um Gottessegen für Mensch, Tier und Haus“. Auch die Zuneigung zur alten Heimat habe sich wenig geändert. „Meine Liebe zu Sanktanna ist tief in meinem Herzen geblieben“, betonte Katharina Emeneth. Eine Videopräsentation mit dem Titel „Wenn die Schwaben heimwärts ziehen“ veranschaulichte einige Elemente aus dem Sozialleben der Region. Gezeigt wurden Szenen aus einem Pontifikalamt oder von der Einweihung des durch Baden-Württemberg gesponserten Feuerwehrwagens, alles festlich schön und heimatgebunden.

Johann Schüssler, Erster Vorsitzender des örtlichen Vereins „Altenhilfe Großsanktnikolaus“, und Johann Noll als Kreisvorsitzender der Banater Schwaben Altötting haben die Veranstaltung in Burgkirchen mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung organisiert. Mit dabei waren einige Aktivisten der Banater Schwaben: Josef Lutz – stellvertretender Vorsitzender des St. Gerhards-Werkes in Stuttgart, Georg Ledig als stellvertretender Bundesvorsitzender der Banater Schwaben, und Johann Kerner, auf dessen Initiative die Jugendblaskapelle „Lambert Steiner“ 2013 gegründet wurde.