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Banater Post

Großer Erfolg für die Geigerin Sarah Christian

Der ARD-Musikwettbewerb ist eines der wichtigsten „Adelsprädikate“ für junge Musiker. In diesem Jahr erspielte sich die 1990 in Augsburg geborene Sarah Christian den zweiten Preis im Fach Violine, der erste Preis wurde nicht vergeben.

Die Musik wurde Sarah sozusagen in die Wiege gelegt, beide Eltern sind Musiker. Zunächst entschied sie sich für das Instrument ihrer Mutter Liane (aus Hamruden in Siebenbürgen) und lernte Klavier. Vater Harry Christian, der aus Neubeschenowa stammt und in Temeswar  seine ersten Geigenstunden erhielt, war ihr erster Geigenlehrer. Damit hatte sie, wie sie später in einem Interview bekannte, „ihr“ Instrument gefunden, mit dem sie zielstrebig eine Musikerkarriere aufbaute und zunächst Preise beim Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ abräumte. Noch vor dem Abitur wurde sie Studentin am Salzburger Mozarteum und später in Berlin an der Musikhochschule Hanns Eisler. Seit 2013 ist sie Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Die Auszeichnung beim ARD-Musikwettbewerb ist für Sarah Christian der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Preisen, die sie sich bereits erspielt hat. So erhielt sie 2008 den ersten Preis beim Brahms-Wettbewerb und war in demselben Jahr auch die Trägerin der ersten Yehudi-Menuhin-Medaille als „Best String Player of  the Year“.  2012 bekam sie den Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Preis und 2013 den zweiten Preis und den Kammermusikpreis beim Violinwettbewerb Michael Hill in Auckland (Neuseeland). Sie ist bei Konzerten in der ganzen Welt präsent, beim Augsburger Mozartfestival genauso wie bei den Proms in der Londoner Royal Albert Hall. Da sie derzeit ihren Hauptwohnsitz in München hat, ist sie auch in Süddeutschland wieder häufiger zu sehen, zum Beispiel beim nächsten Augsburger Mozartfest im Mai 2018.

Von Kindheit an war sie mit der Heimat ihrer Eltern vertraut und hat das Banat und Siebenbürgen einige Male besucht. Nach der Wende gab sie dort auch Konzerte, so 2015 mit den Temeswarer Philharmonikern. Mit ihren Eltern war sie auch vorher bereits bei Kulturveranstaltungen der Landsmannschaft aufgetreten und nach dem plötzlichen und frühen Tod ihres Vaters übernahm sie 2016 kurzfristig seinen Part als Geigenlehrer bei der  Südostdeutschen Musikwoche in Löwenstein bei Heilbronn, wo vor allem Werke  südostdeutscher – auch Banater und Siebenbürger – Komponisten erarbeitet und aufgeführt werden. Ein Stück weit ist sie also (und, wie sie bekennt, sehr gerne) auch Banaterin. Sarah Christian wurde 2013 zusammen mit ihrem drei Jahre jüngeren Bruder Oliver, der Trompete spielt, mit dem Förderpreis des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Sarah Christian hat vor kurzem bei GENUIN Classics ihre erste CD herausgegeben, „Gegenwelten“, mit Prokofjews Sonate Nr. 1 f-Moll für Violine und Klavier op. 80 und Schuberts Fantasie C-Dur für Violine und Klavier, 934 – op. post 159. Für ihre Debüt-CD hat die Künstlerin sehr bewusst eine mit Prokofjew und Schubert eher ungewöhnliche Komponisten-Kombination gewählt. Gerade die Klangfülle und die funkelnd-brillanten Effekte in Prokofjews Sonate sieht sie als reizvollen Kontrast zur Schubert-Fantasie: „Während Prokofiew noch in aufwühlenden Emotionen wütet, verkörpert Schubert für mich eine Art Duldsamkeit. Er nimmt alles hin, akzeptiert Glück als auch Unglück. Seine Musik fühlt sich oft an wie die väterliche Hand, die tröstend über den Kinderkopf streicht. Diese ungleichen Komponisten zusammenzubringen (...) war eine sehr spannende Herausforderung!“