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Banater Post

Expressive Acrylbilder mit grafischen Akzenten

Eugen Kéri (Mitte) bei der Vernissage der Ausstellung im Deutschen Herzzentrum München. Foto: Walter Tonţa

Zwei der in der Münchner Ausstellung gezeigten Arbeiten von Eugen Kéri. Reproduktion: Eugen Kéri

Dass im Deutschen Herzzentrum München (DHM) in der Lazarettstraße Kunstwerke ausgestellt werden, ist nichts Außergewöhnliches. Neben vielen anderen Aufgaben organisiert der Förderverein des DHM hier regelmäßig Kunstausstellungen. Außergewöhnlich ist aber, zumindest auf den ersten Blick, dass mit Eugen Kéri ein in Augsburg beheimateter Künstler im DHM ausstellt. Warum die Wahl diesmal nicht auf eine Galerie, sondern auf ein Krankenhaus fiel, klärte sich bei der Vernissage der Ausstellung „Eugen Kéri – Acryl“ am 26. Januar auf. Kéri war nämlich von 2011 bis 2013 Patient dieser deutschlandweit führenden Spezialklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen und widmete die Ausstellung dem DHM aus Dankbarkeit für seine erfolgreiche Behandlung.

Kéris Kunst habe einen hohen Wiedererkennungswert, sagte Claudia Siegert, Leitende Angestellte und Vorstandsmitglied des Fördervereins des DHM, bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Bilder hätten ihre Linie, ihren Stil, ihre klar erkennbare Handschrift. Kéri zeigt von 2011 bis 2013 entstandene abstrahierte Kompositionen in Acryl mit grafischen Akzenten. Formen, Farben und Strukturen scheinen das eher zufällige Ergebnis eines freien künstlerischen Spiels zu sein, wobei die Zufälligkeit gleichzeitig gewahrt und aufgehoben wird. So setzt sich Bild für Bild ein Ordnungsprinzip durch, denn das zunächst intuitiv und improvisatorisch wirkende Komponieren ist nichts anderes als ein Ordnen und Abstimmen der Formen, Farben und Strukturen.

Die ausgestellte Werke weisen, mit wenigen Ausnahmen, einen zweischichtigen Aufbau auf: ein dynamischer Hintergrund und ein konkret-geometrischer Akzent. Breite, wuchtige, sich kreuzende Pinselspuren bilden den Hintergrund. Die Formensprache ist minimalistisch und auf polygonale, bogen- oder kreissegmentförmige Felder begrenzt, die vom Künstler als Kompositionsmittelpunkt platziert werden. Die Farben sind klar und leuchtend. Teil der Komposition sind auch unverkennbare grafische Akzente, die entweder zeichnerisch oder mittels Collagetechnik gesetzt werden. Die grafischen Interventionen reichen von Spiralen und Schraffuren bis hin zu kalligrafisch verschlungenen Linien. Eine souveräne Handhabung und Dosierung der technischen Mittel zeichnen den Künstler aus. Seine Werke offenbaren eine Variationsbreite an künstlerischen Lösungen, die ebenso überraschend wie mannigfaltig und expressiv sind.

Eugen Kéri ist eigentlich Wahl-Augsburger. Geboren wurde der Grafiker und Maler 1946 in Lugosch. Seine künstlerische Begabung wurde schon früh erkannt und erfuhr an der Volkskunstschule in seiner Heimatstadt großzügige Förderung. Folgerichtig nahm Kéri 1964 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste „Ion Andreescu“ in Klausenburg auf, wo er die Grafikklasse von Professor László Feszt besuchte. Nach dessen Abschluss im Jahr 1972 arbeitete er als Grafiker bei der Industriezentrale für Glas in Bukarest. Während dieser Zeit entstand eine Vielzahl von grafischen Arbeiten (Gebrauchsgrafik, Plakate, Prospekte, Buch- und Briefmarkengrafik, Design). Auf sein Ausstellungsdebüt auf dem Salon der Künste in Klausenburg 1970 folgten mehrere Einzelausstellungen sowie Beteiligungen an Gruppenausstellungen in Bukarest, Lugosch und Klausenburg.

Nach seiner Aussiedlung nach Deutschland wirkte Kéri zwei Jahrzehnte (1991-2011) als Zeichner beim Römischen Museum Augsburg.  In relativ kurzer Zeit ist es ihm gelungen, in der neuen Heimat auch als Künstler Fuß zu fassen. Bereits 1995 präsentiert er seine erste persönliche Ausstellung in Augsburg und nimmt an der vom Arbeitskreis Banater Künstler veranstalteten Ausstellung „50 Jahre danach – Banater Künstler heute“ teil, die in Temeswar, Budapest und München gezeigt wurde. Es folgen weitere Einzelausstellungen in Augsburg sowie Beteiligungen an Ausstellungen des Künstlerverbandes BBK Schwaben Nord und Augsburg, dessen Mitglied Kéri ist. In den letzten Jahren hat sich seine Präsenz in der künstlerischen Szene der Region intensiviert und sein Werk zunehmend Anerkennung erfahren.

Besonders erfolgreich erwies sich das Jahr 2015, als Kéri anlässlich der 30. Schwäbischen Grafikausstellung in Senden mit dem mit 1500 Euro dotierten Grafikpreis der Stadt Senden ausgezeichnet wurde und der Künstler nach vielen Jahren wieder eine persönliche Ausstellung in seiner Heimatstadt Lugosch präsentieren konnte. Die Münchner Ausstellung war bereits seine zweite in diesem Jahr. Davor hatte Kéri im Augsburger Restaurant zeit.los Bilder mit Eindrücken aus Italien gezeigt. Weitere Informationen über den Künstler und sein Werk finden sich unter www.eugenkeri.tk.