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Paul Kollar feiert sein 50. Priesterjubiläum: Ein Pfarrer für Gemeinde und Gemeinschaft

Andenken an die Jubiläumsmesse am 21. Juni 2026 in der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Oggersheim Foto: Cornel Simionescu-Gruber

Nach der Weihe von Paul Kollar am 20. Juni 1976: Empfang durch Ordinarius Konrad Kernweisz im Hof des Bischöflichen Palais in Karlsburg/Alba-Iulia. v.l.: Otto Höher (+), Karoly Nagy, Msgr. Ordinariusz Konrad Kerweisz (+), Paul Kollar, Franz Ebner (+) Fotos: Paul Kollar

Primiz des neugeweihten Priesters Paul Kollar 1976 in der St. Michael-Kirche im Heimatdorf Ebendorf.

Der Einladung unseres Heimatpfarrers Paul Koller Pfarrer am 21. Juni 2026 den Jubiläumsgottesdienst zu seiner goldenen Priesterweihe mit der Gemeinde, den Freunden und Bekannten in der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Oggersheim zu feiern, folgten viele Banater Landsleute.

Um 11 Uhr, zu Beginn der heiligen Messe, war die Kirche mit Familien- und Gemeindemitgliedern, Banater Landsleuten sowie Zeitlebensbegleitern gefüllt. Nach dem feierlichen Einzug begrüßte Pfarrer Kollar in seiner bescheidenen Art die Versammelten. In seiner Predigt sprach er von der Verkündigung des Wortes Gottes. Die Predigt dazu war beeindruckend, denn seine Berufung ist es, seit 50 Jahren dieses unermüdlich zu tun. Am Ende des Gottesdienstes überbrachte die Pfarrgemeinde ihre Glückwünsche verbunden mit kleinen Aufmerksamkeiten. Mit lobenden Worten würdigten sie seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Gemeinde.

Seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben überbrachte Jürgen Griebel, der Stellvertretende Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben die Glückwünsche seiner Landsleute.

Er bezog sich auf die Aussage Pfarrer Kollars, dass dieses Jubiläum Anlass sei, mit tiefer Dankbarkeit auf die Zeit zurückzublicken. Seit er 24-jährig als einer von 16 Weihekandidaten seine Priesterweihe empfangen hatte, sei er stets in Begleitung Gottes, aber von vielen Menschen gewesen, die Gott ihm zu allen Zeiten zur Seite gestellt hatte, ohne dies wäre ein solches Meilenstein-Jubiläum nicht zu erreichen.

Pfarrer Kollars Lebens- und Weiheweg, so der Redner, spiegele das Schicksal und den Geist unserer gesamten Gemeinschaft wider. Er ging auf diesen Lebensweg ein, erwähnte dessen Stationen und betonte, dass Pfarrer Kollar den Auftrag: „Dies trage ich Euch auf: Liebt einander!“ (Joh 15,17), den er sich vor 50 Jahren als Weihespruch ausgewählt hatte, seither mit jeder Faser seines Seins gelebt habe.

Sein Wirken ging immer weit über die Grenzen der einzelnen Pfarrgemeinden hinaus. Überall, wo er hingekommen war, habe er tiefe Spuren hinterlassen, Gemeinden geprägt, Menschen in ihren glücklichsten und ihren schwersten Stunden begleitet, getauft, getraut, getröstet und gestärkt.

Geboren wurde er 1951 in Ebendorf, einem Ort im rumänischen Teil des Banats, wo er seine Kindheit verbrachte. Nach dem Theologiestudium in Karlsburg wurden er dort am 21. Juni 1976 vom damaligen Bischof Áron Márton für das Bistum Temeswar zum Priester geweiht.

Danach war er 14 Jahre lang zu den schweren Zeiten des Sozialismus in den Banater Gemeinden Lugosch, Bethausen, Giseladorf und Neuarad als Priester tätig und hat den Menschen dort Halt und Hoffnung geschenkt. Im Jahr 1990 siedelten er schließlich, wie so viele Rumäniendeutsche, nach Deutschland aus.

Ein neuer Lebensabschnitt begann im Bistum Mainz: Ab September 1990 wirkten er als Kaplan in Dieburg, später als Pfarrvikar in Dreieich-Sprendlingen. Ab 1995 leiteten er als Pfarrer die Pfarrei Thomas von Aquin in Langen, bevor er 2006 die Pfarrergruppe Bodenheim/Nackenheim übernahm.

Im Namen der Banater Landsleute würdigte Jürgen Griebel vor allem das unschätzbare Wirken als Heimatpfarrer und in der Aussiedlerseelsorge. Seit der Jubilar 2006 den offiziellen Auftrag für die Aussiedlerseelsorge im Bistum Mainz erhielt, habe er sich unermüdlich für unser kulturelles und religiöses Erbe eingesetzt und dieses noch weiter vertieft, als er 2013 zum Geistlichen Beirat des Gerhardsforums der Banater Schwaben berufen wurde. Zudem bereichere er den Vorstand des St.-Gerhards-Werks in Stuttgart sowie das Südostdeutsche Priesterwerk durch seine wertvolle Mitarbeit.

Den Satz: „Es geht nicht um Heimattümelei, sondern um Gemeinschaft.“, den Pfarrer Kollar einmal in einem Interview gesagt hat, bringt sein „ganzes Handeln perfekt auf den Punkt“. Und gerade diese Gemeinschaft lebe er vor, eine Gemeinschaft, „die durch das gemeinsame Schicksal der Flucht, der Vertreibung und des Neuanfangs geprägt ist – aber vor allem durch das tiefe Festhalten an unseren religiösen Traditionen und an unserem Glauben. Sie sind für uns kein Pfarrer, der nur die Sakramente verwaltet. Sie sind derjenige, der unsere Bräuche mit Leben füllt.“

Der Stellvertretende Bundesvorsitzende bedankte sich im Namen der Gemeinschaft der Banater Schwaben mit lobenden Worten:

„Ob es die feierlichen Festgottesdienste bei unseren Heimattagen in Ulm sind, bei denen Sie uns im Glauben zusammenführen, ob es die traditionellen Kirchweihfeste mit Trachtenpaaren und dem Kerweihstrauß sind, oder die zutiefst besinnlichen Maiandachten: Sie schenken uns in diesen Momenten ein Stück Heimat im Herzen. Bei Ihnen wissen sich die Menschen verstanden. Sie sprechen unsere Sprache – nicht nur im wörtlichen Sinne, sondern auch die Sprache unserer Seele.

Auch nach Ihrem Eintritt in den offiziellen Ruhestand im Juni 2020 haben Sie den Hirtenstab keineswegs beiseitegelegt. Sie sind nach Ludwigshafen gezogen, wo Sie hier zur Pfarrei Hl. Franz von Assisi gehören. Zwar halten Sie als Pfarrer in Rente verständlicherweise nur noch unregelmäßig die Heiligen Messen, aber Sie sind dennoch unermüdlich als Seelsorger unterwegs. Sie sind für uns ein ‚Pfarrer in Reichweite‘ geblieben. Das zeigt uns allen: Ihre Berufung ist kein Beruf, den man irgendwann ablegt, sondern ein Lebenswerk, das im Herzen brennt.

Lieber Herr Pfarrer Kollar, im Namen der gesamten Landsmannschaft der Banater Schwaben, aber auch ganz persönlich, gratuliere ich Ihnen von ganzem Herzen zu diesem goldenen Jubiläum!

Wir sagen heute einfach: Vergelt’s Gott! Dankeschön für Ihre Treue, für Ihr offenes Ohr, für Ihr Lachen und für Ihre tiefe Frömmigkeit, die uns allen immer wieder Vorbild und Anker ist.

Und weil wir Banater Schwaben ein praktisches Volk sind, verbinden wir unsere Glückwünsche auch direkt mit einer großen Bitte für die Zukunft: Wir lassen Sie nicht so einfach gehen! Wir bauen, vertrauen und setzen auch in den kommenden Jahren ganz fest auf Ihre Unterstützung, Ihren Rat und Ihre seelsorgerische Begleitung. Unsere Gemeinschaft braucht Sie, Ihre Erfahrung und Ihr einendes Wesen, um unsere Identität, unsere Werte und unseren Glauben an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Wir wünschen Ihnen für die kommenden Jahre vor allem Gesundheit, anhaltende Freude an Ihrem Dienst, die spürbare Nähe Gottes und den reichen Segen des Allerhöchsten. Möge die Gottesmutter, die Sie und wir in unseren Andachten so oft gemeinsam ehren, immer ihre schützende Hand über Sie halten.

Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Pfarrer Kollar, und auf viele weitere gemeinsame Jahre in unserer Mitte!“

Pfarrer Paul Kollar war sehr gerührt über die ihm dargebrachten Würdigungen und bedankte sich dafür. Nach dem Segen lud er die Kirchenbesucher zu einem gemeinsamen Foto vor der Kirche und danach zu einem Imbiss im Schatten der Kirche ein. Gemeinde und Familie hatten dem Jubilar ein schönes Zusammensein vorbereitet. Hier wurden weitere Glückwünsche ausgesprochen sowie kleine Jubiläumsgeschenke überreicht.

Ein friedliches und gesellschaftliches Zusammensein ließ die Feierlichkeit ausklingen. Wir durften einen besonderen Tag, ein besonderes Jubiläum miterleben und mitfeiern.

Nun bleibt uns nur noch, unserem Heimatpfarrer alles Gute zu wünschen, möge er unsere Landsleute, in bester Gesundheit, weiterhin ein guter Hirte sein.