Der Festungskommandant Temeswars erließ die Verordnungen des Brandschutzes, die von allen Gebäudeeigentümern befolgt werden mussten. Zuwiderhandlungen wurden strengstens geahndet und hart bestraft. Dies hatte zur Folge, dass es zu verhältnismäßig wenig Bränden kam, welche anfangs von den Einwohnern selbst schnellstens gelöscht werden konnten, später taten dies die freiwilligen Feuerwehren der Stadtteile.
Die erste Freiwillige Feuerwehr wurde 1868 in Temeswar gegründet. Ihr erstes Kommando hatte sie in der Fabrikstadt, nahe der Bierfabrik und der griechisch-katholischen Kirche, während das zweite Kommando in der Elisabethstadt und der Josefstadt war. Ein drittes Kommando folgte 1872 in der Inneren Stadt, auf dem Gelände, auf dem heute das Adam Müller-Guttenbrunn-Haus steht. Jedes Kommando hatte eigene Uniformen, Fahnen und Feuerwehrkapellen, die bei ihren Festen, Umzügen und Bällen aufspielten.
1928 wurde die Freiwillige Feuerwehr durch eine Berufsfeuerwehr ersetzt und 1936 durch das Innenministerium militarisiert. Nach den Umstrukturierungen, die die Feuerwehr im Laufe der Zeit erlebte, gehört sie jetzt zum Inspektorat für Notstandssituationen „Banat“ (Inspectoratul pentru Situații de Urgență).
Das heutige Kasernengebäude der Feuerwehr in der Josefstadt wurde vom Stadtarchitekten László Székely im Stil der 1900er Jahre entworfen. Bezugsfertig war es 1906 und kostete ca. 84 000 Kronen. Es ist die letzte erhaltene und noch funktionstüchtige Feuerwehrkaserne. Ein Sturm in den sechziger Jahren setzte der Kaserne richtig zu und kostete sie den Aussichtsturm.
Im Zuge der Sanierungen vieler der alten Gebäude der Josefstadt kam im März 2024 auch die Feuerwehrkaserne an die Reihe. Nachdem nun das Baugerüst fast verschwunden ist, brüstet sie sich mit ihrem renovierten Äußeren. Ein Blickfang ist der prachtvolle Aussichtsturm, nach den Originalplänen seines Architekten László Székely rekonstruiert.










