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Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Helene Wolf

Anja Zougouari, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, überreicht Helene Wolf das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Fotos: Karin Müller-Franzen

Musikalisch umrahmte der Schülerchor der Lenauschule die Veranstaltung.

Am 13. März 2026 überreichte Anja Zougouari, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, im Rahmen eines Festaktes im mit fast 100 Gästen besetzten Festsaal der Lenauschule das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an Helene Wolf. Zugegen waren viele ihrer ehemaligen und derzeitigen Lehrerkollegen, Schüler und Freunde der Geehrten, sowie einer der Vorgänger von Helene Wolf in der Schulleitung, der derzeitige Abgeordnete Ovidiu Ganț und der stellvertretende Leiter der Temescher Schulbehörde, Ferenc Halász.

Die Ehrung von Helene Wolf sei „Ausdruck der höchsten Anerkennung für Ihre außergewöhnlichen Verdienste um die Bildung und die deutsch-rumänische Zusammenarbeit“ – so die Konsulin Zougouari. Sie habe sich in den vergangenen Jahrzehnten große Verdienste erworben, um das deutschsprachige Lehrwesen und die deutsche Gemeinschaft - sowohl als Lehrkraft und Schulleiterin als auch als Kommunalrätin von Temeswar. Unter ihrer Leitung habe „die Schule nicht nur ihre Qualität als Bildungseinrichtung kontinuierlich gesteigert, sondern auch ihre Rolle als kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Rumänien weiter ausgebaut.“ So sei heute das Nikolaus-Lenau-Lyzeum nicht nur ein fester Bestandteil der deutschen Minderheit im Banat, sondern stehe gleichzeitig als Symbol für die erfolgreiche deutsch-rumänische Zusammenarbeit. Ihr unermüdlicher Einsatz habe maßgeblich dazu beigetragen, „dass viele Eltern in der Region heute die deutsche Sprache als unverzichtbaren Bestandteil der schulischen Bildung ihrer Kinder betrachten.“ Dies stärke nicht nur das Ansehen der deutschen Minderheit im Banat, sondern trage auch zur kulturellen Vielfalt und zum Dialog zwischen den Völkern bei. 
Helene Wolf war ab 2003 Schulleiterin des Nikolaus-Lenau-Lyzeums. Nach 20 Jahren verzichtete sie auf ein weiteres Mandat in dieser verantwortungsvollen Position und ist nun „nur noch“ Physiklehrerin an der Schule. In ihrer Dankesrede sagte sie: „Dass mir das Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen wird, erfüllt mich mit Stolz aber vor allem mit Demut. Ich nehme diese Ehrung dankend an, stellvertretend für sehr viele, die mich auf meinem Weg herausgefordert, unterstützt, gefördert und begleitet haben.“ Als ihr zum Abschluss des Lyzeums eine Klassenkollegin auf das damals übliche Andenkenband schrieb: „Mach der Lenauschule alle Ehre!“, konnte sie noch nicht ahnen, was dieser Auftrag für sie bedeutete. Er sei für sie zur steten Aufgabe geworden. 

Sie blickte in ihrer Rede auf ihr Studium der Physik an der Temeswarer Hochschule, ihre Anfänge als Lehrkraft in Uiwar und den Wechsel 1991 an die Lenauschule zurück, deren Leitung sie 2003 übernahm. Dankbar sei sie für die Erfolge als Schulleiterin beim Kampf um den Erhalt der Zweizügigkeit der Spezialabteilung, auch dass es ihr gelungen sei, fachlich gut ausgebildete Lehrkräfte mit guten Deutschkenntnissen zu gewinnen und die Sanierung der Lenauschule zu stemmen, nd nicht zuletzt auch darauf, den noch nicht vollendeten Bau des neuen Lenau-Schulcampus auf den Weg zu bringen. Wenn man heute auf die Lenauschule schaue, sei diese „das Ergebnis eines Gemeinschaftswerks, denn Ziele, die die Bildung betreffen, erreicht man nie allein.“

Daher wolle sie diesen Orden „mit ihren Mitstreitern, Förderern und Unterstützern teilen“. Sie widme die Auszeichnung einer Vielzahl von Personen und Institutionen, beginnend mit ihrem Großvater Johann Wolf, dem sie ihr Verständnis für deutsche Identität und kulturelle Bildung verdanke und ihrer Mutter Elena Wolf, die ihr Hingabe und Aufopferung beigebracht, aber auch einen Ort geschaffen habe, an dem die gesamte Familie Energie aufladen kann. Unterstützung habe sie auch von ihren Kindern Teo und Paula, die sich nicht scheuten, auch Kritik zu äußern. Stellvertretend für alle ihre Lehrer erwähnte sie Barbara Bonfert, die in ihr die Liebe zur Mathematik und zu den Naturwissenschaften sowie das „Bedürfnis eleganter Lösungen“ geweckt hat. 
Des Weiteren widme sie ihre Ehrung den zahlreichen ehemaligen und derzeitigen Kollegen, den Fachberatern, Leitern der Spezialabteilung, den Partnerschulen aus Deutschland sowie der Hochschule Karlsruhe und der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Deutschen Staatstheater Temeswar, den deutschsprachigen Hochschulen in Temeswar, dem Demokratischen Forum der Deutschen und den deutschsprachigen Medien (Radio, Presse und Fernsehen).

Ein Dank ging auch an den Verein „Freunde der Lenauschule“ unter dem Vorsitz von Franz Quint, der 2008 gegründet wurde. Der Verein hat u. a. Möbeltransporte für die Lenauschule und jahrgangsübergreifende Lenautreffen organisiert und Föderpreise (Elsa-Lucia-Kappler-Preis und Carmen-und-Jakob-Walbert-Förderpreis) ins Leben gerufen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von dem Schülerchor der Lenauschule. Zur Eröffnung sang die Schülerin Lara Sonda aus der 12. Klasse (Mathe-Info) das Lied „Summertime“ von George Gershwin und am Schluss sang der Schülerchor das Lied „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani.

Mit einem Buffet mit deftigen und süßen Häppchen, mit Sekt und vielen netten Gesprächen klang die Feier aus.