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Auch dem Banat verbunden - Zum Tod der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth

Rita Süssmuth am 5. Juli 2018 bei der Aufnahme ihres Porträts in die Galerie ehemaliger Bundestagspräsidenten im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages in Berlin Quelle: Deutscher Bundestag

Am 21. November 1997 verlieh Rita Süssmuth der Karnevalsgesellschaft „Noris Banatoris“ eine Auszeichnung „in Anerkennung und Würdigung der bei der Integration von Aussiedlern erbrachten Leistungen“.

Die aus Wuppertal stammende CDU-Politikerin Rita Süssmuth ist am 1. Februar 2026  kurz vor ihrem 89. Geburtstag in Neuss verstorben. Sie war zwischen 1988 und1998 Bundestagspräsidentin, in einer Zeit der großen politischen Veränderungen in Deutschland und in Osteuropa. 

Dorina und Karl Nowak erinnern in einem Beitrag in der Banater Zeitung daran, dass der Blick der damaligen Bundestagspräsidentin sehr bald auch ins Banat gelenkt wurde. Kurz nach der Revolution startete die erste Vorsitzende des Vereins „Zukunft Rumäniens Kinderklinik Temesvar“ Prinzessin Donata von Preußen (1950-2015) einen bewegenden Spendenaufruf für das Projekt zum Anbau und zur Restaurierung der Kinderklinik Temeswar. Unter den allerersten Antworten, samt einer persönlichen Geldspende, kam eine auch von der damaligen Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth. Als offizielle Person hat sie das Projekt auch danach wirkungsvoll unterstützt. Unter anderem sorgten prominent besetzte Benefizkonzerte und ein beachtlicher Zuschuss des BMI dafür, dass die Baupläne zügig umgesetzt werden konnten.

Am 29. August 1995 kam Rita Süßmuth nach Temeswar zur Grundsteinlegung des Neubaus der Operationsabteilung der Kinderchirurgie. Begleitet wurde sie von Klaus Franke, dem ehemaligen Präsidenten der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe im Bundestag und ebenfalls bedeutenden Unterstützer des Kinderklinik-Projekts. Nach der Grundsteinlegung wurde Prof. Dr. Rita Süssmuth in der Aula der Universität feierlich die Ehrendoktor-Würde der Universität Temeswar verliehen. Das geschah auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Rektors Prof. Dr. Eugen Todoran, der die wissenschaftlichen Verdienste von Frau Prof. Dr. Süssmuth gut kannte.

Auch in Deutschland hatte Rita Süssmuth die Banater Schwaben im Blick. Die Bundestagspräsidentin verlieh am 21. November 1997 der Banater Karnevalsgesellschaft „Noris Banatoris“ eine Auszeichnung „in Anerkennung und Würdigung der bei der Integration von Aussiedlern erbrachten Leistungen“. Damit würdigte die Bundesregierung die Verdienste der Karnevalsgesellschaft bei der Eingliederung der Banater Schwaben in das gesellschaftliche und soziale Leben im Umfeld ihrer neuen Heimat, die Einbindung des Banater Brauchtums in die fränkische Brauchtumspflege, aber auch die Vermittlerfunktion ins Banat durch materielle, logistische und humanitäre Hilfsleistungen. Im Dezember 2001 wurde die Karnevalsgesellschaft für „vorbildliche Integration von Aussiedlern“ ein weiteres Mal von der Bundesregierung mit einer Urkunde geehrt.