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NORIS BANATORIS: Chronik zum 33. Jubiläum - Eine Leistungsbilanz, die sich sehen lässt

Willensstärke, Mut, Entschlossenheit und wohl auch ein Fünkchen Verrücktheit gehörten gewiss dazu, als am 14. März 1992 in Nürnberg, im Hobbykeller von Gerda und Alf Kührt, ein neuer Verein aus der Taufe gehoben wurde, eine Karnevalsgesellschaft, der die 21 Gründungsmitglieder den Namen NORIS BANATORIS gaben. „Noris“ ist der allegorische Name für die Stadt Nürnberg, das sich darauf reimende „Banatoris“ steht für Banat. Also eine Banater Karnevalsgesellschaft, und zwar die erste weltweit. Über die Sinnhaftigkeit und die Erfolgsaussichten einer derartigen Gründung waren damals mancherlei Zweifel aufgekommen, zumal einerseits in Franken hunderte Karnevalsvereine bestanden und es andererseits im Banat keine organisierten Karnevalsformationen gab. Die Befürworter ließen sich jedoch nicht beirren und widmeten sich mit Tatkraft und Herzblut dem Aufbau des Vereins, der zwar bei Null anfangen musste, aber bereits in der Faschingssaison 1992/93 mit 40 Aktiven vor die Öffentlichkeit treten und eine ganze Reihe von Auftritten erfolgreich absolvieren konnte.

Was damals dank der Initiative und des zielgerichteten, engagierten Handelns einer Gruppe von Enthusiasten begann, hat bis heute Bestand. Durch beständige Arbeit, beispielhaftes Engagement und nie nachlassende Kreativität ist die NORIS BANATORIS schon längst eine feste Größe in der Nürnberger und der fränkischen Faschingslandschaft. Sie hat sich zu einem Verein mit einem besonderen Gepräge, zu einer einzigartigen Gemeinschaft entwickelt, in der Banater Schwaben und Franken zusammenfinden und sich gemeinsam für den Erhalt und die Pflege des fastnachtlichen Brauchtums engagieren. Das Besondere daran: Das Faschingsbrauchtum der Banater Schwaben mit seinem Reichtum an Äußerungsformen, bildlich dargestellt auf den Jahresorden der NORIS BANATORIS, wird in die Fastnachtskultur Frankens eingebunden und bekannt gemacht. Damit leistet der Verein einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Vermittlung von kulturellem Erbe.

Im vergangenen Jahr feierte die Karnevalsgesellschaft NORIS BANATORIS den 33. Jahrestag ihres Bestehens. Dieses närrische Jubiläum nahm der Verein zum Anlass, eine reichhaltig illustrierte Chronik herauszubringen. Erarbeitet wurde dieser Rückblick auf 33 Jahre Vereinsgeschichte von Alf Kührt, der dafür geradezu prädestiniert war. Als Initiator und treibende Kraft der Vereinsgründung, als langjähriger 1. Vorsitzender und derzeitiger Ehrenvorsitzender hat er die Entwicklung des Vereins miterlebt und über eine weite Strecke mitgestaltet. Zudem hat er seine Fähigkeiten als Autor von Dokumentationen schon mehrfach unter Beweis gestellt. Erwähnt sei hier nur das zweibändige Heimatbuch der ehemaligen deutschen Gemeinde Sanktanna.

Gestützt auf Unterlagen aus dem Vereinsarchiv (Jahresberichte, Protokolle, Jahreshefte, Mitteilungsblätter, Fotos), ist es Alf Kührt gelungen, im Dezember 2025 eine 341-seitige Chronik im DIN-A4-Format vorzulegen, die sich durch hohen Informationsgehalt, übersichtliche Gliederung und reiche Bebilderung auszeichnet. Es ist ein umfassendes und anschaulich gestaltetes Werk, das die 33-jährige Vereinsgeschichte der NORIS BANATORIS Revue passieren lässt und verdeutlicht, was diesen „etwas anderen Verein“ innerhalb der fränkischen Karnevalslandschaft ausmacht.

Dass sich die Banater Karnevalsgesellschaft breiter Wertschätzung und Anerkennung erfreut, verdeutlichen die Grußworte des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg Marcus König, des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Peter-Dietmar Leber oder des Präsidenten des Fastnacht-Verbands Franken Marco Anderlik. Allgemein wird das Wirken der NORIS BANATORIS als Bereicherung der Fastnachtskultur in der Frankenmetropole Nürnberg und darüber hinaus gewürdigt, hervorgehoben werden die Leistungen der Aktiven und aller im Verein ehrenamtlich Tätigen, die spezielle Atmosphäre bei den Veranstaltungen, die vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit wie auch der Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt der Mitglieder. 

Das Kapitel „Geschichtlicher Abriss“, in drei Zeitspannen von je elf Jahren unterteilt, bietet einen konzisen Überblick über jedes einzelne Vereinsjahr. Erwähnt werden dabei die Veranstaltungen in der Faschingszeit und die an der Programmgestaltung beteiligten Gruppen, die auswärtigen Auftritte wie auch die außerhalb der Saison stattgefundenen Vereinsaktivitäten. Das umfangreichste Kapitel ist den Aktiven gewidmet, die das Rückgrat des Vereins bilden und mit großem Engagement dazu beitragen, dass der Fasching jedes Jahr aufs Neue ein unvergessliches Erlebnis wird.

Der Erfolg der NORIS BANATORIS entlang ihres 33-jährigen Bestehens hat viele Namen – und sie werden alle genannt: die Mitglieder der Vorstandschaft, die Präsidenten und Elferräte, die Mitwirkenden in der Großen Garde, im Showballett, in der Juniorengarde und der Mini-Gruppe, die Tanzmariechen und Tanzpaare, das Trainer- und Betreuerteam. Zahlreiche Gruppen- und Einzelfotos geben den Namen auch ein Gesicht. Eine Ehrentafel mit den Trägern der für außerordentliche Verdienste sowohl von der NORIS BANATORIS als auch von den karnevalistischen Dachverbänden verliehenen Orden beschließt diesen Abschnitt.

Das Kapitel „Veranstaltungen“ gibt einen Einblick in die vielschichtigen Aktivitäten des Vereins im Jahreskreis. In der Karnevalssession sind es der Ordensball, mit dem die fünfte Jahreszeit eingeläutet und das neue Programm vorgestellt wird, die Prunksitzung als Höhepunkt und der Rosenmontagsball als Abschluss der närrischen Feierlichkeiten sowie der Kinderfasching und die Teilnahme am Nürnberger Faschingszug. Außerhalb der Session werden Ausflüge, Wanderungen, Sommerfeste, Brotsackbälle, Weihnachtsfeiern, Kegelturniere usw. angeboten.

Unter „Sonstiges“ werden im letzten Kapitel unter anderem die Jahresorden der NORIS BANATORIS abgebildet und die darauf dargestellten Banater Faschingsbräuche beschrieben, außerdem wird über die Jahreshefte, über Patenschaften und Sponsoring und die Einbindung des Vereins in die karnevalistischen Dachverbände informiert. 

Die Chronik von Alf Kührt liefert den Beweis einer beeindruckenden Leistungsbilanz und ist so etwas wie eine Visitenkarte in Buchform einer Karnevalsgesellschaft, die es seit mehr als drei Jahrzehnten versteht, Tradition lebendig zu halten, Menschen zusammenzuführen, sie in Feierlaune zu versetzen und ihnen Freude und Frohsinn zu schenken.

Alf Kührt: 33 Jahre Karnevalsgesellschaft NORIS BANATORIS e.V. 1992-2025 plus eins. Herausgeber: Karnevalsgesellschaft NORIS BANATORIS. [Nürnberg], 2025. 341 Seiten