Nach seinen Gesprächen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz am 18. Juli 2025 in Berlin traf sich Rumäniens Präsident Nicușor Dan am Abend in der Botschaft von Rumänien mit Vertretern der rumänischen Diaspora und der Verbände der Rumäniendeutschen. Botschafterin Adriana-Loreta Stănescu hatte dazu eigeladen, anwesend waren auch die beiden Geneneralkonsuln Dr. Vlad Vasiliu aus Stuttgart und Miheia-Mălina Diculescu-Blebea aus München.
Seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben nahm der Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg Richard S. Jäger sowie der Landesvorsitzende Berlin und Neue Bundesländer Ernst Meinhardt an der Begegnung teil. Anwesend waren auch der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sowie Präsident des BdV Dr. Bernd Fabritius und der Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen Rainer Lehni. Zur Delegation des Rumänischen Präsidenten gehörten unter anderen die Außenministerin Oana Țoiu und Dominic Fritz, Bürgermeister von Temeswar und neu gewählter Vorsitzender der Regierungskoalitionspartei USR (Union Rettet Rumänien).
In der Frage- und Antwortrunde brachte Robert Schwartz, Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft und langjähriger Leiter der rumänischen Redaktion der Deutschen Welle, die Anregung vor, beim Büro des rumänischen Präsidenten eine Stelle einzurichten, die als Ansprechpartner für die Auslandsrumänen, aber auch für die aus Rumänien stammenden Deutschen fungiert. Sie solle dazu beitragen, die Kooperation vor allem im wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich im beiderseitigen Interesse zu verbessern.
In einem nächsten Schritt soll diese Kooperation in die gemeinsame Ausarbeitung eines tragfähigen Zukunftskonzepts überführt werden, dessen drei zentrale Bereiche sein sollten: 1. Transfer der vorhandenen Expertise; 2. Kooperationsprojekte und 3. Institutionelle Partnerschaften z. B. zwischen Universitäten, Forschungsinstituten, kulturellen Ensembles (z.B. Theatern, Orchestern). Präsident Nicușor Dan betonte in seiner Rede die zentralen Aufgaben seiner Präsidentschaft: die Stärkung der europäischen Sicherheit angesichts der Bedrohung durch Russland sowie der entschlossene Kampf gegen die Korruption in Rumänien. Er wies darauf hin, dass die Vertreter der Rumäniendeutschen und die der rumänischen Diaspora bei der deutschen Politik für ihre Brückenfunktion bei den deutsch-rumänischen Beziehungen hohes Ansehen genossen und als Vermittler gewürdigt werden.
Der Präsident zeigte sich offen für den Dialog mit den anwesenden Gästen und nahm sich Zeit für persönliche Gespräche. Bei dieser Gelegenheit lud ihn Richard Jäger im Namen der Landsmannschaft sowie der Stadt Göppingen herzlich zur 75. Jubiläumsfeier des Landesverbandes und dem 56. Landestrachtenfest am 20. Oktober in die Patenstadt der Banater Schwaben in Baden-Württemberg ein. Richard Jäger und Ernst Meinhardt nutzten auch die Gelegenheit, sich mit Dominic Fritz auszutauschen. Auch er wurde zum Landestrachtenfest nach Göppingen eingeladen. In den Gesprächen kam immer wieder die Bedeutung des grenzüberschreitenden Dialogs und die Rolle der Landsmannschaften für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zur Sprache.










