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Zum 50-jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Andreas Reinholz: Ein Priesterherz ist Jesu Herz

S.E. Josef Csaba Pál und viele seiner Priesterkollegen feierten mit Pfarrer Andreas Reinholz am Dreifaltigkeitssonntag den Dankgottesdienst anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums. Gekommen waren auch die Marienmädchen aus seiner Heimatgemeinde Sanktanna. Fotos: Siegrun Jäger

Unter dem Gnadenbild der Gottesmutter von Maria Radna feierte Pfarrer Andreas Reinholz sein goldenes Priesterjubiläum.

Viele Gläubige waren gekommen, um mit Pfr. Reinholz die Heilige Messe zu feiern und Gott und ihm zu danken.

S.E. Josef Csaba Pál und viele seiner Priesterkollegen feierten mit Pfarrer Andreas Reinholz am Dreifaltigkeitssonntag den Dankgottesdienst anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums. Gekommen waren auch die Marienmädchen aus seiner Heimatgemeinde Sanktanna. Fotos: Siegrun Jäger

So etwas gibt es selten: Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Heiligen Messe ist die Kirche vollbesetzt. Es sollen etwa 300 gewesen sein, die gekommen sind, um zusammen mit Pfarrer Andreas Reinholz Gott für das 50-jährige Wirken eines Pfarrers zu danken, der seit mehr als zwei Jahrzehnten eng mit dem bekanntesten Wallfahrtsort der Banater Schwaben verbunden ist. Der feierliche Dankesgottesdienst wurde in drei Sprachen: Rumänisch, Deutsch und Ungarisch zelebriert und es ist nicht verwunderlich, dass die meisten in allen drei Sprachen beteten und sangen; dazu brauchten sie nicht einmal die auf den Bildschirmen eingeblendeten Texte. Schon seit Jahrhunderten pilgern Menschen verschiedener Herkunft und Muttersprache zum Gnadenbild der Gottesmutter von Maria Radna.

Zu Orgelklängen folgten beim großen Einzug den sechs Sanktannaer Marienmädchen und den Ministranten rund 20 Priester, darunter auch S.E. Bischof Josef Csaba Pál und weitere Priesterkollegen und Mitstreiter.

Ansprachen, Gebete, Lesungen, Evangelium und Predigt waren dreisprachig, ganz selbstverständlich wurde zwischen den Sprachen gewechselt. Die Lektorin der Lesung auf Deutsch war Gabriela Weis, geb. Reinholz, eine der Nichten des Jubilars. Neben den zelebrierenden Priestern gestalteten auch andere Bekannte und Weggefährten den Gottesdienst.

In ihrer Festpredigt würdigten drei Priesterkollegen Pfarrer Reinholz: Pfr. Josef Hell aus Trockau auf Deutsch, Pfr. Lóránd Máthe aus Dorobanți auf Rumänisch und Pfr. János Kapor auf Ungarisch. Sein ebenfalls aus Sanktanna stammender Landsmann Pfr. Josef Hell, der aus Deutschland, aus Trockau angereist war, begann seine Predigt mit den Worten, dass ein goldenes Priesterjubiläum ein Anlass sei, sich zu freuen und Gott zu danken, „für die Gnade der Berufung und die Kraft, die Treue und die Hingabe, die Gott einem Menschen geschenkt hat.“ Der Dank gelte auch dem Jubilar, ohne ihn „hochzujubeln“, denn es widerspräche seinem Naturell, alles, was er geleistet habe, aufzuzählen. Egal, ob im seelsorgerischen, geistlichen oder menschlichen Bereich, egal, wo er gewirkt habe in all den Jahren, habe er sich nie geschont und immer all seine Kräfte eingesetzt, „manchmal bis an die Grenze der Belastbarkeit, bis zur Erschöpfung.“ Seine Bescheidenheit verbiete ihm, „aufs Podest gestellt“ zu werden, dennoch sei ihm gedankt, dass er das Ja-Wort, welches er Gott bei seiner Priesterweihe gegeben hat, bis heute eingehalten habe. Er ist sich stets bewusst, dass Gott ihn berufen habe, um für die Menschen segnend und heilend da zu sein. In unserer säkularen, sich selbst genügenden Welt, in der viele glauben, auch ohne Gott auszukommen, sind Menschen gefragt, die die Frage nach Gott wachhalten und immer wieder „die verschüttete, unter allerhand Frust, Kram und Alltagssorgen zugeschüttete Sehnsucht nach dem einen tragenden Sinn und Ziel wecken.“ Die Welt brauche im wahrsten Sinne des Wortes „Seelsorger“, Menschen, die darauf achten, dass die Seele nicht verdurstet, Menschen, die darauf achten, dass wir in den Mühen des Alltages die Seele nicht verlieren. Wir brauchen die Priester, die dafür sorgen, dass wir in unserer rational und funktional eingestellten Zeit den Sinn für das Unsagbare, das Nicht-Machbare und Unfassbare, das Mysterium wach und offen halten. Darum gelte unser Dank Gott für die Berufung von Pfr. Reinholz, für seine jahrzehntelange Hingabe und sein priesterliches Wirken, verbunden mit der Bitte an Gott, weiterhin zahlreiche Priester und Ordensmänner und -frauen zu berufen. Dem Jubilar wünsche er noch viele Jahre Gesundheit, damit er noch lange „Bote der Liebe, des Friedens, Spender der Gnade und ein guter Hirte für viele Menschen sein kann.“

In seinem Werdegang als Mensch und Priester, sei Pfr. Reinholz stets von der Gottesmutter und der Heiligen Anna beschützt worden, betonte in seiner Festpredigt Pfr. Lóránd Máthe aus Dorobanți. Das, was er gewirkt und getan habe, sei kein Zufall, sondern vielmehr Teil des göttlichen Heilsplans. Sein Ehrgeiz und seine Entschlossenheit haben aus diesem Wallfahrtsort ein Stück Himmel gemacht, in dem sich die Pilger dem Göttlichen näher fühlen. Er dankte dem Jubilar im Namen vieler Gläubigen, denen es immer wieder gelingt, mit ihm zum Himmel aufzusehen, um den Willen Gottes zu ergründen. Das wünsche er ihm weiterhin für viele Jahre.

Auch Pfr. János Kapor würdigte auf Ungarisch den Jubilar als einen begnadeten Seelsorger und tatkräftigen Menschen, der immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen habe, aber auch zupacken könne, wenn es notwendig sei.

Der Kelch, mit dem Pfarrer Reinholz die Eucharistie feierte, wurde ihm anlässlich seines 50. Priesterjubiläums von der Kirchengemeinde in Sanktanna geschenkt.

„Ein Priesterherz ist Jesu Herz“ sang während der Kommunion die Kantorin Andreea Bodroghi mit dem Chor der Basilika Maria Radna, der die Jubiläumsmesse – ebenfalls dreisprachig gesunden – musikalisch gestaltete, begleitet an der Orgel von Boris Rankov und der Sanktannaer Jugendblaskapelle. Dieses im Banat beliebte Lied des Komponisten Josef Kumpfmüller hatte er sich gewünscht, da es oft in Sanktanna gesungen wurde und auch bei seiner Primiz in der Heimatkirche vor 50 Jahren erklang.

Am Ende des Gottesdienstes überreichte Bischof Josef Csaba Pál dem Jubilar die kürzlich zum 1000-jährigen Bestehen der Diözese geprägte Jubiläumsmedaille und erteilte seinen Bischöflichen Segen:

„Indem wir Gott loben und ihm für die Taten danken, die Du in Deinem priesterlichen Dienst vollbracht hast, vertrauen wir Dich heute im Gebet demselben himmlischen Vater an, von dem wir erbitten, dass er Dir durch die Kraft des Heiligen Geistes auch in Zukunft viel Gnade und Segen, Gesundheit und geistliche Freude, Standhaftigkeit und Treue zu Jesus Christus schenkt, an dessen Dienst Du Dich noch viele Jahre erfreuen mögest. Die Gottesmutter, der Du 22 Jahre lang treu in Radna gedient und zu der Du viele Wallfahrer geführt hast, soll Dich weiter unter Ihre Obhut nehmen.

Indem ich Dir in diesen Momenten zur Seite stehe, aber vor allem im Gebet, erteile ich Dir meinen bischöflichen Segen, Dir geliebter Bruder und allen, die mit Dir feiern.”

Er überbrachte ihm auch den Glückwunsch- und Segensbrief des Papstes Leo XIV., in dem dieser den Jubilar „der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria von Radna sowie der heiligen Mutter Anna und des heiligen Apostels Andreas“ empfiehlt und ihm zu seinem 50. Priesterjubiläum den Apostolischen Segen erteilt, in den er „ebenso seine Mitbrüder, Angehörigen, Freunde sowie alle einschließt, die sich mit ihm an seinem Ehrentag im Lob Gottes verbinden.“

Nach dem Abschlusssegen zum Ende der Heiligen Messe bedankte sich Pfr. Reinholz bei allen, die zur Gestaltung dieser Dankmesse beigetragen haben und bat die versammelten Gläubigen: „Bitte, betet auch weiterhin für mich und eure Priester.“

Mit einem aus vollen Kehlen und tiefstem Herzen gesungenen „Großer Gott wir loben dich“ endete die goldene Messe.

Viele seiner Sanktannaer Landsleute und die Sanktannaer Jugendblaskapelle kamen, um ihm zu gratulieren. Auch aus Temeswar, aus der Josefstadt, wo er lange Jahre gewirkt hat, war eine Gruppe Gläubiger mit Pfarrer und Kaplan angereist, obwohl dort eine Feier für ihn im September anberaumt ist. In deren Namen bedankte sich Marianne Wolf in allen drei Sprachen und unterstrich die Verbundenheit ihrer Gemeinde mit ihrem ehemaligen Seelsorger.

Festessen zur Dankesfeier

Im Anschluss fand in einem festlich geschmückten Saal am Rande von Lippa eine kleine Feier mit der Familie, den Priesterkollegen, Mitstreitern, Freunden, Landsleuten und weiteren geladenen Gästen statt. Die Familie – drei seiner Geschwister mit Familie waren angereist – hatte ein kleines Programm mit eigens dazu geschriebenen Gedichten und Liedern vorbereitet. Seine Nichte Katharina Hell erinnerte an die Doppelprimiz des Jubilars zusammen mit Franz Marksteiner in seiner Heimatgemeinde Sanktanna am 29. Juni 1975, bei der sie, siebenjährig, seine Primizbraut war und las das Gedicht vor, dass sie gemeinsam mit der Primizbraut seines Priesterkollegen damals vorgetragen hatte. Dass bei der Heimatprimiz dem Neupriester eine in weiß gekleidete „Primizbraut“, meist die jüngere unverheiratete Schwester oder eine Nichte mit einer „Primizkrone“ oder einem Kelch vorausgeht, ist in der Volksfrömmigkeit ein alter Brauch, der symbolisch die geistliche Hochzeit des Priesters mit der Kirche darstellen soll, erläuterte sie.

Im Namen der Landsmannschaft bedankte sich der Bundesvorsitzende Peter-Dietmar Leber mit einem Buchgeschenk für den Einsatz des Jubilars für seine Landsleute, dafür, dass er ihnen immer mit Rat und Tat beistehe und ihnen die Gewissheit gibt, dass sie in Maria Radna jederzeit mit offener Tür und mit offenem Herzen empfangen werden. Er wünschte ihm beste Gesundheit, viel Schaffenskraft und noch viele Jahre zum Wohle seiner Gläubigen und unserer geliebten Wallfahrtskirche.