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Banater Post

Marienstatue in Temeswar vom Sockel gestoßen und beschädigt

Einer der bekanntesten Plätze Temeswars: »Die Maria«. Foto: W.W. 2006.

Kürzlich erreichte uns aus Temeswar eine Meldung, die allgemein Bestürzung ausgelöst hat und berechtigte Sorge um die Wahrung historischer Kulturgüter dieser Stadt aufkommen lässt. Bislang unbekannte Täter haben die Marienstatue, eines der bekanntesten Denkmäler der Stadt, an der gleichnamigen Straßenkreuzung vom Sockel gestürzt und beschädigt. In einer Presseerklärung des Bistums Temeswar wird dieser Akt von Vandalismus auf das schärfste verurteilt und die Stadtverwaltung aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die entstandenen Schäden umgehend beseitigt werden.

In der Presseerklärung heißt es unter anderem: „Das Bistum Temeswar hat die Geschehnisse der Nacht vom 11./12. Januar 2012, als eine unbekannte Person die Statue der Jungfrau Maria am gleichnamigen Platz in unserer Stadt umgeworfen hat, mit tiefstem Bedauern zur Kenntnis genommen. Durch diese unüberlegte Geste erlitt die mehr als hundert Jahre alte Statue mehrere Beschädigungen. Unser Bistum möchte durch die vorliegende Erklärung ein solches Geschehnis strikt verurteilen. Diese Tat ist eine Geste der Impietät, welche die Integrität der christlichen und historischen Denkmäler unserer Stadt verletzt. Schon in der Vergangenheit, aber auch in unseren Tagen wurden Kreuze, Dreifaltigkeitssäulen oder Statuen mit christlichem Charakter an verschiedenen Stellen errichtet. Dies ist auch der Fall bei der Statue der Gottesmutter, die an dem Ort errichtet wurde, wo angeblich Georg Doscha, der Anführer des Bauernaufstandes aus dem Jahre 1514, hingerichtet wurde. Die Geschichte sagt uns, dass dieser Ort schon seit Jahrhunderten durch eine Statue der Gottesmutter hervorgehoben wurde. Von den Statuen, die im Laufe der Zeit hier gestanden haben, ist die jetzige mit Sicherheit die schönste. Diese Stellen, die durch christliche oder künstlerische Symbole markiert sind, sind im kollektiven Gedächtnis unserer Stadt erhalten geblieben und haben dadurch eine besondere Bedeutung. So kam es dazu, dass der Marienplatz und die Statue der Gottesmutter heute auch für die Ereignisse vom Dezember 1989 stehen; eine Wende, die von der Reformierten Kirche, kaum einige Schritte von der Marienstatue entfernt, ausgegangen ist. Da die weiße, aus Carrara-Marmor gefertigte Statue sowie der dazugehörige neuromanische Baldachin einen römisch-katholischen konfessionellen Charakter haben, sieht sich auch das Bistum Temeswar dazu berechtigt, einige Informationen dazu zu geben.

Die Statue und der Überbau waren zwar nie Eigentum unseres Bistums oder unserer Pfarreien. Schon seit den Anfängen des modernen Temeswars gehörten viele dieser Denkmäler, die sich auf den Straßen oder auf den Plätzen unserer Stadt befanden, zum städtischen Kulturgut und waren Eigentum der gesamten Stadt Temeswar. Diese kümmerte sich um diese, pflegte sie und, wenn es nötig war, wurden diese auch restauriert, renoviert und zur Geltung gebracht. Manchmal geschah dies unter Mitarbeit unserer Gläubigen, unserer Pfarreien oder sogar des Bistums Temeswar. Angesichts dieses bedauerlichen Vorkommnisses möchte die Diözese Temeswar ihre tiefe Entrüstung zum Ausdruck bringen und verurteilt solch zerstörerische Untat, die ein solches Denkmal unserer Stadt getroffen hat. Wir müssen tief erschüttert feststellen, dass es Menschen gibt, die, egal aus welchen Gründen, solche öffentlichen Denkmäler mit christlichem und künstlerischem Charakter zerstören wollen. Wir rechnen trotz allem mit dem gesunden Menschenverstand und dem tiefen Respekt der Temeswarer Bewohnerschaft vor ihren christlichen Werten, unabhängig von Konfession, Sprache oder Volkszugehörigkeit. Dadurch, so hoffen wir, werden solche Gesten in Zukunft verhindert, und, wenn dies leider nicht verhindert werden kann, werden die Temeswarer die kompetenten öffentlichen Stellen benachrichtigen, um solche Schäden so schnell wie möglich wieder zu beheben.“

In einer Mitteilung des Pressesprechers der Temeswarer Stadtverwaltung wurde bereits eine fachgerechte Restaurierung der Statue zugesichert. Letzten Pressemeldungen zufolge wurde ein Jugendlicher festgenommen, der unter dringendem Tatverdacht steht. Er soll sich um einen Einzeltäter handeln.