zur Druckansicht

private Anzeige schalten

Media-Center

Banater Post

Neue Dauerausstellung widmet sich der Donau

Ein Blick in die heutige Gestaltung der Dauerausstellung: Originalexponate, historische Dokumente und hunderte Fotografien. Foto: © DZM

Die Konzeption für die neue Dauerausstellung über die Donau stand im Mittelpunkt der Sitzung des Stiftungsrates des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Ulm, die am 8. Juli in den Räumen des Museums stattfand. Mit dieser neuen Dauerausstellung unterstreichen das Museum, die Stadt Ulm und das Land Baden-Württemberg ihre Vorreiterrolle bei Projekten und Strategien entlang dieses Flusses in Europa, wobei der Fluss Mittel zum Zweck ist: Menschen und Kulturen näher zu bringen, alte wie neue Kultur- und Wirtschaftsräume zu entdecken, Trennendes wie Verbindendes in Vergangenheit und Gegenwart aufzuzeigen und zu vermitteln. Museumsleiter Christian Glass und sein Team konnten den Stiftungsrat, dem neben den Vertretern des Bundes, des Landes und der Stadt Ulm auch die Vorsitzenden der donauschwäbischen Landsmannschaften angehören, ein interessantes Konzept vorstellen, welches dem Besucher ganz verschiedene Zugänge zum Donauraum, den jeweiligen Staaten und Regionen, den Menschen und ihrer Kultur ermöglichen wird. Der Fluss, der Raum, Aus- und Einwanderung, Orte und ihre Geschichten, hier soll auch an die versunkene Insel Ada Kaleh erinnert werden, aber auch die Donau als Todesgrenze während des Kommunismus – eine Vielzahl an Themen sollen in den bisher eher abseits stehenden Fluren und Nebenräumen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss präsentiert werden. Wichtig für Direktor Christian Glass: Die bisherige Dauerausstellung zum Thema Donauschwaben soll mit der neuen Dauerausstellung zum Thema Donau jeweils am Anfang und Ende des Rundgangs so verzahnt werden, dass die Besucher der einen Ausstellung auf die jeweils andere Ausstellung neugierig werden.

Neu konzipiert und präsentiert werden auch drei Bereiche der Dauerausstellung zur Geschichte der Donauschwaben. Zum einen die Abteilung über die Stadt als Motor der Veränderung, die Abteilung über die deutsche Minderheit in den Jahren des Kommunismus mit dem Thema „Freikauf der Deutschen“ sowie über die Zeit nach der politischen Wende in Südosteuropa. Hier erfordern neue Erkenntnisse nach der Öffnung der Archive im Osten eine Überarbeitung der Ausstellung.

Die Zahl der Besucher des Donauschwäbischen Zentralmuseums bewegt sich zwischen 10 000 und 12 000 Personen im Jahr. Waren es bisher vor allem Donauschwaben und deren Nachkommen, so herrschte im Stiftungsrat und bei den Museumsverantwortlichen Übereinstimmung, dass neue Zielgruppen gefunden werden müssen. Das Museum soll in den sozialen Medien stärker präsent sein, es spricht bereits mit Erfolg Schüler und Studenten in Ulm an, es lädt mit vielen Aktivitäten zum Mitmachen ein, auch aus allen Staaten entlang der Donau. Hier hat sich die Kulturreferentin für den Donauraum Dr. Swantje Volkmann große Verdienste erworben, die mit dem Internationalen Donaucamp, mit Kunstausstellungen und verschiedenen Mitmach-Projekten immer wieder junge Menschen zusammenbringt und letztlich auch mit der Geschichte der Deutschen im Banat, der Batschka und der Schwäbischen Türkei vertraut macht. Sicherlich ist das Potential der Besucher aus den Reihen unserer Landsmannschaft auch noch nicht ausgeschöpft, wie Rückmeldungen von Besuchern zeigen, die das Museum oft erst im Ruhestand oder am Rande des Heimattages entdecken. Und zu entdecken gibt es hier immer etwas Neues, wie ein Blick in das Programmheft des Museums zeigt. Mit ca. 40 000 registrierten Exponaten hat das Museum mittlerweile einen umfangreichen Bestand erreicht, auch wenn nur ein Bruchteil gezeigt werden kann. Sie sind jedoch alle bedeutend, man denke nur an die Sonderausstellungen, an Forschungs- und Kooperationsprojekte, und sie werden im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung des Museums allgemein zugänglich.

Für die neue Donau-Dauerausstellung sucht das Museum noch Exponate, zum Beispiel zur Flucht über die Donau, so die Mitarbeiterin Henrike Hampe. Mindestens genauso wichtig wie das Exponat ist für die Fachleute des DZM auch die dazugehörige Geschichte. Wer etwas davon bewahrt hat und es der Allgemeinheit zur Verfügung stellen möchte, sollte sich beim Museum, Tel. 0731 962 540 melden. Geschichten vermitteln Geschichte.