Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V.

Hartmut Koschyks Verdienste in Wien gewürdigt

Staatssekretärin Karoline Edtstadler überreichte Hartmut Koschyk das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Quelle: VLÖ

Der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sowie langjährige Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, ist vom Österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden. Damit wurden Koschyks langjährige Verdienste für die Heimatvertriebenen und deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion gewürdigt. Koschyk übte von 2014 bis 2017 das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten aus, war von 1990 bis 2002 Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Vertriebene und Flüchtlinge“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, von 1987 bis 1991 Generalsekretär des Bundes der Vertriebenen und ist Verwaltungsratsvorsitzender des Vereins für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) sowie Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland.

Die Verleihung der Auszeichnung erfolgte am 31. Januar im Haus der Heimat des Verbandes der Deutschen Altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) in Wien durch die Staatssekretärin im Österreichischen Innenministerium Karoline Edtstadler. An der Verleihungszeremonie nahmen unter anderem die führenden Vertreter des VLÖ wie Verbandspräsident Rudolf Reimann und Generalsekretär Norbert Kapeller, der deutsche Botschafter in Wien Johannes Konrad Haindl, der Obmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich Gerhard Zeihsel, der Vorsitzende des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei Dr. Ondrej Pöss sowie der Chefredakteur des ungarndeutschen Wochenblattes „Neuen Zeitung“ Johann Schuth teil.

Staatssekretärin Karoline Edtstadler würdigte Koschyks jahrzehntelangen Einsatz für die Heimatvertriebenen und Aussiedler sowie die deutschsprachigen Volksgruppen in Europa und der ehemaligen Sowjetunion. Dabei habe Koschyk immer auch die Heimatvertriebenen in der Republik Österreich sowie die deutschsprachigen Volksgruppen in den Nachfolgestaaten der Donau-monarchie im Blick gehabt und sei frühzeitig für eine engere Zusammenarbeit Deutschlands und Österreichs in Vertriebenen- und Volksgruppenfragen eingetreten. Gerade als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten habe Koschyk sich für eine Verbesserung der Situation der altösterreichischen deutschsprachigen Volksgruppen, zum Beispiel in Slowenien eingesetzt und sei auch mehrfach zu politischen Gesprächen in Wien im Bundeskanzleramt, im Außenministerium und beim VLÖ zu Gast gewesen. Auch bei seinen Reisen in die Heimatgebiete deutschsprachiger Volksgruppen habe Koschyk von sich aus den Kontakt zu den diplomatischen Vertretern der Republik Österreich gesucht.

Hartmut Koschyk dankte für die hohe Auszeichnung der Republik Österreich, die er als Ansporn und Verpflichtung empfinde, auch nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik für die altösterreichischen deutschsprachigen Volksgruppen in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie tätig zu sein, beispielsweise im Rahmen der Stiftung „Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“. Hierbei wolle er auch mit dem VLÖ eng zusammenarbeiten, dessen Generalsekretär Norbert
Kapeller er für die Initiative zu dieser Ehrung dankte.

Als Kind oberschlesischer Eltern und Ehemann seiner sudetendeutschen Frau Gudrun sei sein Blick in Vertriebenen- und Minderheitenfragen nie allein auf Berlin, sondern immer auch nach Wien gerichtet gewesen. Gerade der Einsatz der Republik Österreich für ein modernes Volksgruppen- und Minderheitenrecht habe ihn immer beeindruckt, so Koschyk, der dabei an den bedeutenden österreichischen Völkerrechtler Prof. Dr. Felix Ermacora erinnerte, mit dem er oft zusammengetroffen sei.

Aber auch der Paneuropa-Union unter Dr. Otto von Habsburg und Bernd Posselt fühle er sich seit Jugendzeit verbunden und sei dadurch für ein enges deutsch-österreichisches Zusammenwirken in europäischen Grundsatzfragen stets engagiert gewesen. Gerade angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen für die Europäische Union sei die deutsch-österreichische Zusammenarbeit von schicksalhafter Bedeutung.

Im Anschluss an die Verleihungszeremonie stellte Koschyk im Haus der Heimat in Wien sein Buch „Heimat – Identität – Glaube. Vertriebene, Aussiedler, Minderheiten im Spannungsfeld von Zeitgeschichte und Politik“ vor, das nach Beenigung seiner aktiven politischen Tätigkeit eine Art von politisch-persönlicher Bilanz darstellt.