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Banater Post

Ein Auftrag für die Zukunft

Aus der Ansprache der Bundesvorsitzenden Bernhard Krastl

Sechzig Jahre Landsmannschaft der Banater Schwaben wollen wir gemeinsam anlässlich des diesjährigen Heimattages feiern. Dazu versammeln wir uns, wie seit vielen Jahren, auch zum Heimattag 2010 in unserer Patenstadt Ulm.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist das Pfingstfest – das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes – auch der Tag der Begegnung der Heimatvertriebenen und Aussiedler in Deutschland. Es ist der Tag, an dem die Banater Schwaben aufgerufen sind, ihren Gemeinschaftssinn unter Beweis zu stellen. Die Erlebnisse und Erfahrungen aus der Zeit der Aussiedlung und der Eingliederung in Deutschland sind unsere Geschichte und unser Erbe. Sie sind aber auch die Grundlagen für den Blick auf die Zukunft der Landsmannschaft. Pflege und Bewahrung unserer Traditionen und deren Weitergabe an unsere Jugend muss unser aller Auftrag für die Zukunft sein. Deshalb können wir mit besonderem Stolz auf viele Jugendliche blicken, die in unserem Jugendverband (Deutsche Banater Jugend und Trachtengruppen – DBJT) aktiv mitarbeiten und in die Gestaltung des Heimattages mit eingebunden sind. Die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Generationen, die der Heimattag ermöglicht, erlaubt es der Jugend, unsere Geschichte und Kultur noch besser zu verstehen und mit Leben zu füllen. Dadurch wird dieses Erbe auch in den jüngeren Generationen fortgeführt und in die Welt getragen. Ganz im Sinne des Mottos für den Heimattag 2010: „Sechzig Jahre Landsmannschaft der Banater Schwaben, weltoffen und traditionsbewusst“. (...)

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs – ein Ereignis von besonderer Bedeutung für uns alle – hat sich die Situation grundlegend verändert. Damals endete für viele unserer Landsleute die Aussiedlungs-Odyssee, die schon in den fünfziger Jahren begonnen hat. Nach den Deportationen, der Enteignung und Entrechtung begann die Aussiedlung; ein Trauma, das sich praktisch bis 1989 fortsetzte. Erst letztes Jahr konnten wir genau erfahren, was die Bundesrepublik Deutschland für uns bezahlt hat, denn dass wir verkauft wurden, war bekannt. (...) Aus dieser Sachlage ergibt sich ein gewisser Vorbehalt unserer Landsleute gegen alles, was mit Rumänien zusammenhängt – das Trauma unserer Aussiedlung, das ein halbes Jahrhundert gedauert hat, war nichts anderes als eine latente Vertreibung. Heute, zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, müssen wir alles aus einem anderen Blickwinkel betrachten. In Rumänien ist eine neue Generation von Politikern herangewachsen; Menschen, die eine andere Politik verfolgen und mit dem Erbe des real existierenden Sozialismus selbst zu kämpfen haben.

Wir haben den Beitritt Rumäniens zur EU begrüßt und unterstützt und freuen uns auf eine gute, für beide Seiten nützliche Zusammenarbeit. (...)