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Banater Post

Begegnungsfest mit kulturellen Höhepunkten

Mitwirkende des kirchenmusikalischen Konzerts in der Hatzfelder Kirche: Franz Müller, Ladislau Vogel, Nicoleta Colceiar und Valerică Niculescu

Ausdruck der guten Zusammenarbeit zwischen der HOG Hatzfeld und dem Hatzfelder Forum ist unter anderem der alljährliche Begegnungsnachmittag.

Karin und Karla Klein trugen beim Begegnungsfest Gedichte des Hatzfelder Heimatdichters Peter Jung vor. Einsender der Fotos: Josef Koch

Für viele Landsleute sind die Hatzfelder Tage ein willkommener Anlass, mal wieder in die alte Heimat zu fahren. So auch in diesem Jahr, nur dass diesmal weniger Besucher aus Deutschland anwesend waren als sonst. Dies nur, weil das Hatzfelder Stadtfest erstmals bereits am letzten Juli-Wochenende (25.-27. Juli) stattfand und es um diese Zeit in Bayern und Baden-Württemberg noch keine Schulferien und auch noch keine Urlaubszeit gab.

Eröffnet wurden die diesjährigen Hatzfelder Tage am Freitagvormittag im Kulturhaus. Bürgermeister Darius-Adrian Postelnicu begrüßte alle
Anwesenden, darunter Vertreter des Kreises, befreundeter Kommunen sowie Gäste aus dem Ausland. Er gab einen kurzen Überblick über die  zurzeit in Hatzfeld durchgeführten Projekte und skizzierte die künftigen Vorhaben der Stadtverwaltung. Zu den fertiggestellten Projekten zählen unter anderem die Modernisierung von 11 Kilometern innerstädtischen Verkehrswegen, der Ausbau von 14 Kilometern Fahrradwegen innerhalb des Stadtgebietes sowie die Neuan-lage von Regenwasserabflusskanälen, vorwiegend auf dem Marktplatz. Begonnen wurde auch mit den Arbeiten an der Kanalisation, die in absehbarer Zeit das ganze Stadtgebiet umfassen sollen. Anschließend überbrachte HOG-Ehrenvorsitzender Josef Koch die Grüße der ehemaligen Hatzfelder aus Deutschland und überreichte Bürgermeister Postelnicu ein Schreiben seines Spaichinger Amtskollegen Hans Georg Schuhmacher sowie die neueste Ausgabe des Hatzfelder Heimatblattes.

Danach folgte ein kleiner schulgeschichtlicher Höhepunkt. Der Schulleiter des Hatzfelder Lyzeums, Adrian Petruţ, und Dragomir Ciobanu erinnerten an die Eröffnung der ersten rumänischen Klassen in Hatzfeld vor 80 Jahren. Gleichzeitig wurde auch das zu diesem Anlass herausgegebene Buch „Cronica ilustrată a învă-ţământului jimbolian 1934-2014“ (Illustrierte Chronik des Hatzfelder Unterrichtswesens 1834-2014) vorgestellt.

Nach diesem offiziellen Teil wurde im Vorraum des Kulturhauses die Bilderausstellung „Hatzfeld – 360 Grad“ eröffnet. Gezeigt wurden bemerkenswerte Schwarzweiß-Fotos mit ausschließlich Hatzfelder Motiven. Die nicht alltäglichen Aufnahmen von vier Hatzfelder Fotografen lösten bei den Betrachtern ganz unterschiedliche, zumeist jedoch anerkennende Kommentare aus.

Begegnungsfest unter Freunden

Am Freitagnachmittag führten die Wege vieler unserer Landsleute zum Sitz des Deutschen Forums. Schon kurz vor Beginn der Veranstaltung um 16 Uhr waren so gut wie alle Plätze belegt, so dass zusätzliche Tische aufgestellt werden mussten. Hans Jirkowsky, der Vorsitzende des Forums, begrüßte die anwesenden Ehrengäste, die Vertreter der deutschsprachigen Medien sowie alle Landsleute von nah und fern. Bürgermeister Postelnicu sagte in seinem Grußwort, diese drei Tage Stadtfest seien für viele der Gäste aus Deutschland immer auch drei Tage, in denen sie zu Hause, in der alten Heimat sein können. Darüber freue sich auch die Stadt. Und da sprach er vielen aus dem Herzen. So ähnlich klangen auch die Worte des HOG-Ehrenvorsitzenden Josef Koch, der sich zusätzlich beim Vorstand des Forums für die Organisation und bei den aktiv beteiligten Jugendlichen für ihre Beiträge bedankte. Weiterhin betonte er, dass die HOG auch in Zukunft an einer engen Zusammenarbeit mit dem Forum festhalten werde, insbesondere im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2016, wenn Hatzfeld seine 250-Jahr-Feier begehen wird.

Überrascht wurden die Besucher danach mit einigen künstlerischen Darbietungen. Die Schwestern Karin und Karla Klein, in der schönen Hatzfelder Tracht, trugen Gedichte von Peter Jung vor und drei Musiker unter der Leitung von Valerică Niculescu spielten einige Stücke von Josef Linster und Emmerich Bartzer. In gemütlicher Atmosphäre, bei Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränken, wurde das Begegnungsfest fortgesetzt, und die letzten Besucher eilten von hier direkt zur nächsten Veranstaltung ins Stefan-Jäger-Museum.

Buchpräsentation und Pressesymposion

Das Museum zeigte diesmal die Gemälde-Ausstellung „Dialog und Farbe“, eine Gemeinschafts-Präsentation bekannter Künstler. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch das von Museumsleiterin Maria Schulz neu herausgebrachte Buch „Arc peste timp“ (Bogen über die Zeit) vorgestellt. Darin werden Künstler präsentiert, die entweder in Hatzfeld geboren, hier gewirkt oder auch solche, die schon mal hier ausgestellt haben, darunter so bekannte Namen wie Stefan Jäger, Franz König, Ferdinand Raday, Hans Spitz, Peter Berberich, Peter Froh oder Inge Pink.

Der Samstagnachmittag stand auch in diesem Jahr im Zeichen der Presse. Das Symposion im Presse-museum „Sever Bocu“, eine Gemeinschaftsveranstaltung des Museums und der HOG Hatzfeld, beschäftigte sich mit dem Thema Journalismus in den unterschiedlichsten Gesellschaftsformen. Der Temeswarer Hochschullehrer Dr. Marcel Tolcea begeisterte mit seinem aufschlussreichen Vortrag über die Bedeutung und die Rolle des Journalismus die Zuhörer von Anfang an, was sich auch in der anschließenden Diskussionsrunde bestätigte. Die in einem Nebenraum aufgebaute Ausstellung, die zumeist Banater Zeitungen und Zeitschriften in rumänischer, deutscher und ungarischer Sprache zeigte, dokumentierte einige der im Referat vertretenen Thesen über Journalismus und Pressearbeit.

Josef Koch übergab dem Museum das neueste Heimatblatt und zusätzlich ein wertvolles Geschenk: drei Ausgaben der Zeitschrift „Grafica română“, je eine aus den Jahren 1929, 1930 und 1931. Diese Drucksachen würden einen besonderen Platz im Museum erhalten, so Stefan Mleşniţă, ehrenamtlicher Leiter der Einrichtung.

Hochamt und Kirchenkonzert

Der Gesamtzustand der Kirche – der bis in Fensterhöhe abgetragene Putz, der abmontierte Metallzaun und der abgerissene gemauerte Unterteil wie auch die begonnenen Arbeiten zur Freilegung des Fundaments – war für die meisten der Gottesdienstteilnehmer gewiss ein kleiner Schock. Erst jetzt wurde allen der schlechte Zustand der baulichen Substanz so richtig bewusst, und so drehten sich denn auch die meisten Gespräche nur noch darum, wann und ob überhaupt die Restaurierung der Kirche zum Abschluss gebracht werden könne. Die Hoffnung wollte aber keiner aufgeben.

Mit Beginn des Hochamtes, das vom Hatzfelder Pfarrer Dr. Davor
Lucacela zelebriert wurde, herrschte in der Kirche eine ganz besonders andächtige Atmosphäre. Dazu beigetragen haben auch der Rekascher Kirchenchor unter der Leitung von Cosmin Pelici und Organist Franz Müller. Pfarrer Lucacela ging in seiner Predigt unter anderem auf die Geschichte Hatzfelds und der Kirche ein. Das Gotteshaus, so alt wie der Ort selbst, und die katholischen Gläubigen hätten über all die Jahre, von der Ansiedlung bis in die Gegenwart, die Geschicke des Ortes mitgeprägt. Deshalb sei es auch eine moralische Pflicht jedes Einzelnen, auch der neuen Bewohner, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, dieses Gotteshaus zu retten. Und wenn alle, die dazu in der Lage sind, auch bereit seien zu helfen, werde die Kirche wieder in neuem Glanz erstrahlen können.

Das anschließende Konzert gestaltete sich zu einem kulturellen Höhepunkt. Unter Leitung von Organist Franz Müller sangen und musizierten bekannte Künstler wie die Sopranistin Nicoleta Colceiar von der Temeswarer Staatsoper, der weit über die Grenzen hinaus geschätzte Bariton Ladislau Vogel und der Violinist Valerică Niculescu. Zu hören waren Kompositionen von Bruhns, Buxtehude, Graupner, Raff, Mozart, Boni, Franck und Hanszlinsky. Nach Beendigung des Konzertes präsentierten sich die Künstler unter anhaltendem Beifall dem Publikum.

Jubiläumsjahr 2016 im Blick

Nach Ende des Stadtfestes kam es zu Gesprächen zwischen Bürgermeister Postelnicu und Josef Koch, dem Ehrenvorsitzenden der HOG. Dabei ging es vorwiegend um die Planungen für die nächsten zwei Jahre, besonders im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2016. Man war sich darüber einig, dass die wichtigsten Veranstaltungen im Rahmen der Hatzfelder Tage 2016 dem 250. Jahrestag der Ansiedlung Hatzfelds gewidmet werden sollen. In die Vorbereitungen sollen auch die Kirchen und Schulen mit einbezogen werden. Wichtig sei auch, dass bis dahin die Reparaturarbeiten an der katholischen Kirche beendet werden. Zwecks Vorbereitung und Durchführung des Jubiläums solle recht bald eine Kommission aus Vertretern der Stadt und der HOG gebildet werden. Ein genauer Termin für die Jubiläumsveranstaltung wurde noch nicht festgelegt, die HOG wird jedenfalls darauf bestehen, dass sie Anfang
August stattfindet. Im kommenden Jahr wird das Hatzfelder Stadtfest wieder am letzten Wochenende im Juli veranstaltet.