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Banater Post

Banater Schwaben feiern ihren Heimattag

Trachtenpaare in der Ulmer Fußgängerzone

Aus tiefster Seele Banater Schwaben, treue Bürger Deutschlands. Mit diesen Worten bezeichnete Vasile Blaga, Innenminister von Rumänien, seine ehemaligen Mitbürger, die Landsmannschaft der Banater Schwaben. Die feierte am Samstag und Sonntag zusammen mit einer Delegation Banater Schwaben aus Rumänien ihren Heimattag zum 17. Mal in Ulm, gleichzeitig auch ihr 60-jähriges Bestehen.

Dass jemand wie der rumänische Innenminister Gast eines solchen Ereignisses sein würde, war noch vor 20 Jahren völlig undenkbar, betonte Bernhard Krastl, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben auf der Hauptkundgebung gestern in der Donauhalle. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs allerdings habe sich die Situation grundlegend geändert.

„Europa bewegt sich wieder aufeinander zu“, betonte auch der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner in seiner Begrüßungsrede. Die Banater Schwaben seien eine der Volksgruppen gewesen, die unter den jahrzehntelangen Animositäten zwischen Westen und Osten nach Ende des Zweiten Weltkrieges gelitten hätten. „Es gab viele grausame Schicksale“, sagte Gönner. Er lobte die Banater Schwaben, dass sie trotz allem eine Vermittlerfunktion eingenommen hätten. Diese sei heute gefragt wie eh und je. „Wir haben die Gelegenheit, über die Donau ein neues Europa zu bauen.“ Die Donau habe als einziger großer Fluss, der von West nach Ost fließt, die wichtige Aufgabe, Städte, Gemeinden und Kulturen zu verbinden. Besonders in diesem Jahr, da die EU die Donauländer aufgefordert hat, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, komme es auf eine gute Zusammenarbeit an.

Früher, als vor fast 300 Jahren die ersten Siedler auf der Donau in eine ungewisse Zukunft aufgebrochen waren, gab es nur eine Richtung, sagte Gönner. „Heute reisen wir hin und her, wir begegnen uns als Demokraten, nicht als Herrscher und Beherrschte.“ Die Menschen in der vollbesetzen Donauhalle applaudierten heftig.

Auch die baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz betonte die wichtige Rolle der Banater Schwaben als Brückenbauer Europas. „Sie haben sich eine neue Existenz aufgebaut, aber sie haben nie vergessen, woher sie kommen.“ Wie lebendig die Tradition auch heute noch sei, zeigten die zahlreichen Jugend- und Trachtengruppen, sowohl der Landsmannschaft in Deutschland als auch der Banater Schwaben in Rumänien. Die Jugend ließ sich denn auch nicht lumpen und zeigte in der Donauhalle Tänze, sang Volkslieder und führte Theaterstücke auf.

Internet:
> Südwest Presse Ulm
> Fotoalbum - Heimattag 2010
> Video - Heimattag 2010