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Banater Post

Begegnungen entlang eines besonderen Weges

Saderlacher Landsleute, der Kreisvorstand mit Fahnenabordnung aus München, Franz Andor und die Banater Trachtengruppe Singen am ersten Banater Gedenkstein vor der Kirche in Herrischried.

Für den 4. September war in Herrischried im Hotzenwald die Ödlandwallfahrt anberaumt, bei dem auch an den 10. Jahrestag der Einweihung des „Schicksalsweges der Banater Schwaben“ erinnert werden sollte. Eine schlechte Wetterprognose machte den Veranstaltern jedoch einen Strich durch die Rechnung. Statt einer Messe unter freiem Himmel an der Ödlandkapelle mussten sich die angereisten Landsleute und die Herrischrieder zur katholischen Kirche St. Zeno begeben. Bürgermeister Christof Berger begrüßte bereits vor der Kirche die Vertreter der Landsmannschaft, darunter Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber, den Initiator des Schicksalsweges Franz Andor, die Ehepaare Baumann und Klaus vom Kreisvorstand München, den Vorsitzenden der HOG Saderlach, Hans Burger mit einer Gruppe von Landsleuten, den Vorsitzenden der HOG Deutschbentschek, Wilhelm Kuhn, Ehrenvorsitzender Jakob Lehmann, das Vorstandsmitglied der HOG Sanktanna, Anton Bleiziffer, die Fahnenabordnung des Kreisverbandes München sowie die Banater Trachtengruppe Singen mit ihrem Kreisvorsitzenden Horst Redl, die in ihrer schönen banatschwäbischen Tracht am Gottesdienst teilnahm. Nach der Messe versammelten sich die Anwesenden vor dem ersten Gedenkstein an der Pfarrkirche. Franz Andor erläuterte die Entstehungsgeschichte des Banater Schicksalsweges, der seinesgleichen sucht. Anschließend traf man sich vor dem großformatigen Bild des kürzlich verstorbenen Banater Malers Julius Stürmer im Pfarrgemeindesaal. Das Bild stellt ein Pendant zum Banater Schicksalsweg dar, hatte der Künstler doch in dieser großen Auftragsarbeit des Kreisverbandes München das Werden und Vergehen der deutschen Siedlungen im Banat umfänglich dargestellt.

Zum Mittagessen traf sich die Festgesellschaft in der Rotmooshalle. Gleich zwei mitgliederstarke Blaskapellen – die Trachtenkapelle Herrischried und die Blasmusikkapelle Hogschür – spielten traditionelle und moderne Blasmusik, die Mitglieder der örtlichen Feuerwehr hatten den Mittagstisch organisiert. Bürgermeister Christof Berger hieß alle Gäste willkommen und dankte in seinem Grußwort Franz Andor für die Initiative zu dem Schicksalsweg vor mehr als zehn Jahren. Viele Touristen würden hier zum ersten Mal mit dem Begriff „Banater Schwaben“ konfrontiert. Immer wieder höre man: „Ich hatte auch einen Arbeitskollegen, der von dort kam“, oder „Meine Nachbarn stammen auch aus dem Banat“. Dieses interessante und äußerst positive Echo konnte auch Alt-Bürgermeister Roland Baumgartner bestätigen, der heute in der Tourismusbranche tätig ist und den Banater Schicksalsweg bei Bustouren von Urlaubern immer wieder in das Programm mit einbindet. Erst kürzlich sei er wieder im Banat gewesen, auch in Saderlach, dem größten Zielort der Hotzenwälder Auswanderung des 18. Jahrhunderts, nur sei dieses Kapitel deutscher Siedlungsgeschichte dort mittlerweile abgeschlossen. Die Saderlacher könne man alle vier Jahre in Görwihl im Hotzenwald treffen, aber nicht mehr im Banat. Die Festrede zum Jubiläum hielt auf Wunsch von Bürgermeister Berger der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft (siehe Auszüge auf dieser Seite). Im Anschluss daran trat die Banater Trachtengruppe Singen unter der Leitung von Hilde und Horst Redl auf und begeisterte die Gäste mit dynamisch vorgetragenen Volkstänzen.

Nach der Feier lud der Bürgermeister die Gäste zur Ödlandkapelle ein und stellte ihnen die neue Stele vor, die auf sämtliche Gedenksteine entlang des Schicksalsweges hinweist. Sie ist aus Aluminium. Bilder der Gedenksteine mit kurzen Hinweisen zur Lage und Darstellung der Monumente sollen Besuchern den Zugang erleichtern. Die Kosten hierfür wurden von der Gemeinde Herrischried getragen.

Epilog: Zwei Wochen nach dieser Feier marschierten Herrischrieder und Banater Schwaben im Trachtenzug anlässlich des Oktoberfestes durch die Straßen von München. So begegnete man sich wieder.