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Banater Post

»Zukunft mit Tradition« Heimattag 2012 (III)

Eröffnung der Stefan-Jäger-Ausstellung im Foyer der Donauhalle. Foto: Walter Wolf

Ausstellung "Stefan Jäger: bekannt - unbekannt". Foto: Walter Wolf

Pfingstmesse in der Donauhalle. Fotos: Walter Wolf

Ausstellung »Stefan Jäger: bekannt – unbekannt«

Am Pfingstsonntag (27. Mai) verlagerte sich das Geschehen auf das geräumige Ulmer Messegelände. Musikalisch begrüßt wurden die in Scharen herbeiströmenden Landsleute vor der Donauhalle von den Eisenbahner-Musikanten unter der Leitung von Josef Zippel. Bevor sie sich in die für ihre Heimatortsgemeinschaft bestimmte Halle begaben, verweilten die meisten im Foyer, wo sie die Stefan-Jäger-Ausstellung besichtigten oder die zahlreichen Informations- und Bücherstände aufsuchten.

Anlässlich des 50. Todestages des bei den Banater Schwaben äußerst beliebten Malers Stefan Jäger (1877–1962) zeigte die Kulturreferentin für Südosteuropa am Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, Dr. Swantje Volkmann, die Ausstellung „Stefan Jäger: bekannt – unbekannt“. Präsentiert wurde ein weniger beachteter Bereich seines Oeuvres, nämlich das Porträt- und Skizzenwerk. Aus der Sammlung des Museums wurden 25 Arbeiten ausgewählt und der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt. Drei die Werkausstellung ergänzende Rollup-Schautafeln vermittelten einen allgemeinen Überblick über Leben und Schaffen des akademisch ausgebildeten Künstlers. Wie Dr. Volkmann bei der Vernissage hervorhob, zeige die Ausstellung in Ulm nicht jenen Maler, so wie in ihn alle kennen – beispielsweise von der kürzlich in Ingolstadt präsentierten Schau oder von den jährlich erscheinenden Banater Wandkalendern –, sondern einen anderen, weitgehend unbekannten Jäger, der meisterhaft ausgeführte Porträts, Skizzen und Studien angefertigt hat. Diese Arbeiten weisen Jäger als einen ausgezeichneten Porträtmaler und einen hervorragenden Zeichner aus. Seine Skizzen und Studien seien – so die Meinung der Kunsthistorikerin – anders als die Ölgemälde, wesentlich detailgetreuer und verrieten eine unglaubliche künstlerische Meisterschaft.

Ergreifende Pfingstmesse

Das große Begegnungsfest am Pfingstsonntag wurde traditionsgemäß mit einem Gottesdienst in der Donauhalle eingeleitet. Unter heimatlichem Glockengeläut zogen die Geistlichen, die Fahnenabordnungen der Heimatortsgemeinschaften und Kreisverbände der Landsmannschaft, Marienmädchen und Trachtenträger ein. Im Zeichen der Verbundenheit mit der Kirche und der Banater Wallfahrtstradition hielten auch das Schwabenkreuz und eine Marienstatue der Traunauer feierlichen Einzug. Hauptzelebrant war diesmal der neue Visitator für die Seel-sorge an den Donauschwaben und Deutschen aus Südosteuropa, Geistlicher Rat Egmont Franz Topits. Ihm zur Seite standen der Generalvikar der Diözese Temeswar, Johann Dirschl, der emeritierte Visitator Msgr. Andreas Straub und Pfarrer Peter Zillich. In seiner Festpredigt überbrachte Generalvikar Johann Dirschl die Grüße und Segenswünsche unseres Heimatbischofs, Seiner Exzellenz Martin Roos. Heimat bedeute auch Erinnerung an Kirche und Friedhof; wenn man die alte Heimat bei Besuchen nicht mehr so vorfinde, wie sie in der Erinnerung verankert ist, sei es oft so, dass das im Gedächtnis gespeicherte Bild von Kirche und Friedhof realistischere Züge aufweist, betonte der Festprediger. Angesichts des schlechten Zustands vieler Kirchen im Banat und des in Angriff genommenen Großprojekts zur Renovierung der Wallfahrtskirche und des Klosters Maria Radna, wofür die Diözese zwei Millionen Euro aufbringen muss, aber auch angesichts der begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Heimatdiözese und der dortigen Gläubigen, bat der Bischofstellvertreter die Landsmannschaft, die Heimatortsgemeinschaften sowie die Landsleute um weitere Unterstützung. Unter Bezug auf die Pfingstgeschichte aus dem Johannes-Evangelium und mit Blick auf die Auswanderung seiner Landsleute betonte Pfarrer Dirschl, dass Abschied und Trennung nicht nur mit einem Gefühl von Verlassenheit und Ungewissheit verbunden ist, sondern auch Gutes bewirken kann. Die Banater Schwaben hätten sich in ihrer neuen Heimat den Herausforderungen gestellt, Initiativen entwickelt, ihre Talente und Fähigkeiten entfaltet. Der Heilige Geist wolle uns gewiss machen, dass der Herr für die Seinen – ob hier oder in der alten Heimat – sorgt und dass wir gemeinsam auf dem Weg zu Gott sind, auf dessen Beistand und Trost wir stets bauen können.

Prägende Momente der Pfingstmesse waren die Segnung des von einem Sternenkranz umgebenen Bildes der Muttergottes von Maria Radna, das nun das „Schwabenkreuz“ krönt, durch Generalvikar Johann Dirschl, der akkordeonbegleitete Gesang von Pfarrer Peter Zillich („An die Donauschwaben“, Worte von Nikolaus Franzen auf die Melodie des bekannten Kirchenliedes „Dann jauchzt mein Herz Dir, großer Schöpfer, zu“) sowie das von Msgr. Andreas Straub gestaltete Totengedenken. Ein beeindruckendes Bild bot sich den Gottesdienstbesuchern, als nach den Fürbitten die Vertreter der Heimatortsgemeinschaften mit dem Bild ihrer Heimatkirche vor den Altar traten. Jede Kirche sei eine Flamme des Heiligen Geistes, jedes Bild stärke die Identifikation mit der Heimatkirche, hob Pfarrer Topits bei der Segnung der Bilder hervor. Einen eindrucksvollen Beitrag zur würdigen Gestaltung der hl. Messe leistete der Darowaer Kirchenchor aus Spaichingen unter der Leitung von Erich Meixner. Er sang Auszüge aus der Banater Gemeinschaftsmesse von Martin Metz sowie viele bekannte, zu Herzen gehende Kirchenlieder wie „Ein Haus voll Glorie schauet“, „Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein“, „Es blühet der Blume eine“ oder „Großer Gott, wir loben Dich“. Musikalisch begleitet wurde die Messfeier noch von den Eisenbahner-Musikanten aus Freiburg. Einen tiefen Eindruck hinterließ vor allem der Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“, den die Kapelle zur Kommunion spielte.

 

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