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Banater Post

Die Zeit ist gekommen

Aufhören, Abschiednehmen, Gehen. Wie das schon klingt! Man soll gehen, wenn es am schönsten ist, heißt es. Doch die wenigsten befolgen diesen Rat, und das ist auch gut so. Denn wer verlässt schon gerne sein gewohntes Umfeld, seinen liebgewonnenen Arbeitsplatz, Kollegen und Freunde? Und wer sagt einem, wann es am schönsten ist und ob es nicht noch schöner werden könnte? Wer sagt einem Maurer, wann er den letzten Stein setzen soll, einem Fuhrmann, wann er die Pferde auszuspannen hat und einem Redakteur, wann das Schlusswort fällig ist? Das sagt einem einfach die Zeit. Für alles kommt mal die Zeit. So auch für den Redakteur der Banater Post, der heute zu Ihnen sagt: Meine Amtszeit – liebe Leser – geht zu Ende. Adieu, es war schön!

23 Jahre. Das sind 517 Ausgaben der Banater Post, das sind viele tausend Zeitungsseiten mit ungezählten Beiträgen über das, was wir Banater Schwaben sind, was uns bewegt, was uns sorgt und was uns freut. Viele kleine Bausteine fügten sich in all den Jahren zu einem großen Mosaik zusammen, bei dessen Entstehen der Redakteur mit Freude mitgewirkt hat. Es waren arbeitsreiche und bewegte Jahre, eine Zeit mit vielen Umbrüchen im Leben unserer Landsleute.

Redaktionen sind wahrlich keine Orte der Harmonie. Laut und hektisch kann es werden, Zuschriften häufen sich, Telefone klingeln erbarmungslos, ein Termin jagt den nächsten. Und vergessen wir die Druckteufelchen nicht, die überall lauern. Dass aus dem mal kleineren, mal größeren Chaos jede zweite Woche eine Zeitung entstand, ist dem Zusammenwirken aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Banater Post sowie der Unterstützung durch den Bundesvorstand der Landsmannschaft zu verdanken, dem Herausgeber des Blattes. Sie alle, die Stichwortgeber, die Berichterstatter der Kreisverbände und Heimatortsgemeinschaften, die Leserbriefschreiber, die Verfasser wissenschaftlicher Aufsätze, die Zulieferer von Bildmaterial und alle, die mit Herz und Hand honorarfrei etwas für »unsere« Zeitung getan haben, waren für den Redakteur eine wichtige Stütze. Ihnen allen gebührt mein herzlicher Dank!

Wo es um Abschied geht, ist natürlich auch Nostalgie mit im Spiel. Warum sollte es mir anders ergehen? So wie Erinnerungen und Erlebnisse die Rückschau säumen, so begleiten Fragen den Blick nach vorn. Die Gewissheit, die Stafette in gute Hände gelegt zu haben, schafft Zuversicht und lässt den Abschied leichter werden. Einen beruflichen Schlusspunkt setzen ist ja nicht gleichzusetzen mit Aufhören und Weggehen. Der Redakteur hört lediglich als Zeitungsmacher auf, er wechselt nur die Seiten. Auch das kann spannend sein. Er wird weiterhin der Banater Post nahestehen und als Leser Anteil nehmen an dem, was uns Banater hier in Deutschland ausmacht und was uns – hoffentlich noch lange – zusammenhält.