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Banater Post

»Ich habe den Herrn gesehen!« Gedanken zum Osterfest

gino Weinert, »Das letzte Abendmahl« (Detail am Tabernakel der Bischöflichen Kapelle Temeswar). Foto: Claudiu Calin

„Christus ist auferstanden, halleluja! Er ist wahrhaftig auferstanden, halleluja.“ Mit diesem Ruf begrüßen sich die Christen der Ostkirche am Morgen des Osterfestes. Wer in den vergangenen Tagen mit Christus den Weg nach Golgota gegangen ist, der kann heute in diesen Ruf von Herzen einstimmen. In großer Freude, in Dankbarkeit und mit gestärkter Hoffnung wollen wir das Osterfest feiern. Ostern ist die Zusage Gottes: Nichts ist so bedrohlich auf dieser Welt, als dass es dich daran hindern könnte, nach dem Leben zu suchen – selbst der Tod nicht! Sicher, der Mensch wird einmal sterben, aber selbst das muss seinen Lebenswillen nicht brechen. Auch wenn noch so viele Gräber ausgehoben werden: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das letzte Wort hat das Leben! „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ wollten die Engel von den Frauen wissen, die ratlos feststellten, das Jesu Grab leer war. (Lk 24,5)

Jedes Jahr wird Ostern gefeiert. Irgendwie ist alles zu einer christlich geprägten Gewohnheit geworden. Wer ist davon so richtig existentiell betroffen? Hier möchte uns das Oster-Evangelium wachrütteln! Denn das Osterfest ist ein Fest, das mich ganz persönlich ansprechen möchte. Das zeigt sich darin, dass Jesus Maria von Magdala, die als erste dem Auferstandenen begegnet war, mit ihrem Namen anredet. Und diese Anrede mit dem eigenen Namen erinnert uns an unsere Taufe. Durch die Taufe sind wir Töchter und Söhne Gottes geworden, Menschen der kommenden Welt – einer Welt, in der es keinen Tod mehr gibt, in der wir glücklich leben werden. An dieses persönliche Geschenk Gottes an jeden Einzelnen von uns möchte uns das Osterfest erinnern. Davon sollten wir uns existentiell berühren lassen! Durch die Besiegung des Todes ist Jesus gerade für Menschen, die dunkle Stunden ihres Lebens durchmachen, ein Wegbegleiter geworden, der als Freund durch alle Höhen und Tiefen mitgeht. Ostern möchte uns daher zu einer engen Freundschaft mit Christus einladen, einer Freundschaft, die ich mir nicht verdienen kann, sondern die mir geschenkt wird.

Durch die Auferstehung schenkt sich mir Jesus als mein Wegbegleiter, so wie es auch die Jünger auf dem Weg nach Emmaus erfahren haben. Maria von Magdala hat durch ihre Begegnung mit Jesus gemerkt, wie reich sie von ihm beschenkt worden ist. Darüber hat sie sich gefreut, und diese Osterfreude lässt sie ausrufen: „Ich habe den Herrn gesehen!“ (Joh 20,18) Eine solche Osterfreude wünsche ich uns allen!