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Banater Post

Man kann Ostern überhaupt nur im Glauben feiern

Brüder und Schwestern im Glauben,

Ostern feiern wir heuer im Jahr des Glaubens. Man kann Ostern überhaupt nur im Glauben feiern. Doch hat der Glaube auch seine Schwierigkeiten, eine der ganz großen ist dabei das Leiden selbst. Diese Erfahrung haben auch die Jünger schon gemacht, die sich gefragt haben, warum der Erlöser am Kreuz sterben mußte, ohne daß Gott eingegriffen hat.

Die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus besprachen gerade auch diese Frage, als sich der Fremde ihnen zugesellte, mit ihnen sprach und ihnen - so heißt es - den Sinn der Schrift erschloß (Lk 24, 12). Die Antwort, die die beiden erhielten, gibt uns heute noch zu denken und eröffnet neue Perspektiven: Mußte nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? (Lk 24, 26)

Es ist zumindest ungewohnt und wohl auch schwer genug dieses Wort anzunehmen, erst recht, wenn das Leiden nach uns selbst greift. Und doch behält das Wort des Auferstandenen recht: Denn Leiden und erst recht das Leiden Christi hat erlösende, befreiende, heilende Kraft für uns alle. Daher haben wir allein Grund, das Leiden Christi – und damit jedes christlich getragene Leiden – zu feiern. Nicht Trauer sondern Freude ist daher der Tenor des Karfreitags, und das wegen des Ostermorgens, wegen der Auferstehung Christi in Herrlichkeit.

Christus hat Kreuz und leiden auf sich genommen und ging uns darin voraus. Wir brauchen nur noch in seine Fußstapfen zu treten und ihm nachzufolgen. Daher ist uns allen seine Auferstehung Verheißung und Grund zur Hoffnung. Lassen wir uns durch die Feier dieser Tage im Glauben neu bestärken und folgen wir dem Heiland, der uns ebenfalls durch Kreuz und Leiden zur Herrlichkeit der Auferstehung führen will.

Gesegnete Ostertage allen, die im Glauben an den Gekreuzigten und Auferstandenen mit uns zusammen vereint diese Tage der Gnade begehen.

Temeswar, Ostern 2013

 

 

+ Martin

Bischof von Temeswar