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Banater Post

„Wir dürfen Maria Radna nicht vergessen!“

Das Pontifikalamt wurde von Bischof Martin Roos, assistiert von zahlreichen Geistlichen seiner Diözese und aus Deutschland, zelebriert.

Mit dem Schwabenkreuz und der Fahne der HOG Lenauheim begaben sich die Pilger auf den Kreuzweg hinter der Basilika. Fotos: Erwin Josef Ţigla

Am 2. August, dem Tag des franziskanischen Portiuncula-Festes, fand in Maria Radna zum dritten Mal nacheinander die Wallfahrt der Banater Deutschen zu diesem allseits beliebten Marienwallfahrtsort statt. Diese Wallfahrt geht auf eine alte Tradition der Banater Schwaben zurück, die seit ihrer Ansiedlung an mehreren Tagen im Jahr zur Gnadenkirche Maria Radna pilgerten. Die größte Wallfahrt fand immer am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, statt. Nach der massiven Aussiedlung der Banater Deutschen übernahmen anderssprachige Gläubige diesen Brauch, doch vor drei Jahren wurde die deutsche Wallfahrt wieder aufgenommen. Seither beteiligen sich am Pilgerzug landsmannschaftliche Vereine und viele Banater Schwaben selbst, die am 2. August nach Maria Radna kommen, um des geistigen Beistandes teilhaftig zu werden, den der heilige Franz von Assisi an diesem Tag in der Basilika Sancta Maria degli Angeli (von Portiuncula) empfangen hatte.

Wie schon in den letzten Jahren, enthielt die Wallfahrt mehrere Elemente. Morgens um 9.30 Uhr bildete sich nahe Miniş, am Marienbildnis unter dem Hügel, ein Pilgerzug, der sich wie die Vorfahren zu Fuß, über hügelige Wege, Richtung Maria Radna aufmachte. Der Gnadenmutter wurden die Marienlieder und Gebete unterwegs und die Opfergabe in der Kirche dargebracht.

Um 12 Uhr wurden die Pilger vor der Kapelle der Jungfrau Maria von Lourdes, neben der Basilika, von den Geistlichen Peter Zillich, Robert Dürbach und Virgil Fechetă empfangen und begrüßt. Auf dem Hügel hinter der Basilika wurde der Kreuzweg gebetet. Daran nahmen außer den Gläubigen weitere Geistliche, Mönche und Nonnen teil. Auf dem Weg zu den einzelnen Kreuzwegstationen sang die gesamte Pilgerschar geistliche Lieder, mehrere Teilnehmer trugen Medita-tionstexte vor und sprachen Gebete.

Um 13 Uhr hielt der Temeswarer Diözesanbischof Martin Roos eine Pontifikalmesse. An der Wallfahrt sollte Dr. Reinhard Hauke, Diözesanverwalter und Weihbischof von Erfurt sowie Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge, teilnehmen. Leider war Bischof Hauke erkrankt und konnte nur seinen Gruß und seine Predigt nach Radna schicken. Neben Bischof Roos konzelebrierten die Geistlichen Peter Zillich, Robert Dürbach, der Ortspfarrer Andreas Reinholz, Mates Dirschl, Pater Josef Wilfing SDS, der Superior der Salvatorianer aus der Temeswarer Elisabethstadt, die Mitglieder des Domkapitels, viele Geistliche aus den Gemeinden mit deutschen Gläubigen und aus dem Ausland. Am Pontifikalamt nahmen auch Franziskanerinnen aus den Ordenshäusern in Temeswar und Karansebesch teil.

Die Lesungen wurden vom Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Berglanddeutschen Erwin Josef Ţigla und Diözesanarchivar Claudiu Călin vorgetragen. Pfarrer Mates Dirschl, Seelsorger in Neuarad, verkündete das Evangelium. Die musikalische Gestaltung oblag dem Organisten Franz Metz, dem Bariton Wilfried Michl und den Chorsängern. Ein Teil der Lieder sowie die gesamte Wallfahrt wurde von der Blaskapelle „Siebenbürger Musikanten Rüsselsheim“ begleitet. Symbolischen Wert hatte die Teilnahme des Vorsitzenden der HOG Lenauheim, Werner Griebel, mit seiner Vereinsfahne.

Bischof Roos begrüßte alle Pilger aus dem Banat und aus Deutschland. Er verwies auf die Restaurierungsarbeiten an der Basilika und mahnte die Pilger, Maria Radna nicht zu vergessen. Dabei erinnerte er an den Guardian des Klosters, Pater Ernst Harnisch, der sich jedes Mal von den Pilgern mit der Aufforderung verabschiedete: „Wir dürfen Maria Radna nicht vergessen!“

Die Wallfahrt war eine Gemeinschaftsveranstaltung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, des Gerhardsforums Banater Schwaben, des Temeswarer Bistums und der Pfarrei Maria Radna. Zu den Teilnehmern zählten in diesem Jahr Rolf Maruhn, Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, Ovidiu Ganţ, Abgeordneter im Bukarester Parlament seitens des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, und Helmut Weinschrott als Vertreter der Adam-Müller-Guttenbrunn-Stiftung aus Temeswar. Nach dem Pontifikalamt konnten die Teilnehmer die Renovierungsarbeiten begutachten. Danach wurde zu einem gemeinsamen Mittagsmahl in einer Gaststätte geladen.