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Banater Post

Darowaer feiern wie zu alten Zeiten

Die Kinder- und Jugendtanzgruppe verzückte das Publikum mit ihren Volkstanzvorführungen. Foto: HOG Darowa

Die Spaichinger Stadthalle kann bei einer gediegenen Auslastung etwa 600 Personen Platz bieten. Angenehm überrascht und hoch erfreut waren die Verantwortlichen beim letzten HOG-Treffen, dass die Darowaer aus allen Himmelsrichtungen zu ihrer alljährlichen Kerweih gekommen sind und fast alle Plätze belegt waren.

Wie schon seit Jahren begann das Fest mit einem Gottesdienst. Allerdings zelebrierte diesmal Heimatpfarrer Peter Zillich, und die Atmosphäre war eine andere als früher. Denn Pfarrer Zillich traf sowohl in der Predigt als auch beim Vortrag heimatlicher Lieder auf seinem Akkordeon den richtigen Ton und ließ die Gedanken der Besucher in heimatliche Gefilde schweifen. Klar, dass da auch etwas Wehmut mitschwang. Aber der Geistliche verstand es auch, die Gläubigen aufzurichten und ihnen den Blick für die Gegenwart und die Perspektiven in der neuen Heimat zu schärfen. Dem Darowaer Kirchenchor unter seinem routinierten Dirigenten Erich Meixner gelang es mit teils bekannten Liedern wie „O Herr, ich bin nicht würdig“, aber auch vielen neuen Interpretationen wie „Herr wie du willst“ – eine Komposition des Banaters Johann Sieber-Brach – den Gottesdienst feierlich und abwechslungsreich zu gestalten. Erich Meixner feiert in diesem Jahr schon sein zehnjähriges Chorleiterjubiläum. Durch sein ehrenamtliches Engagement hat er sich große Verdienste erworben, zumal er den Darowaer Jugendchor schon vor über dreißig Jahren ins Leben gerufen hatte. Eine große Schar von Sängerinnen und Sängern freut sich über die gute Entwicklung dieser traditionsreichen Chorgemeinschaft und hofft, dass Meixner ihr als Chorleiter noch lange erhalten bleibt.

Im Anschluss gestaltete die Kapelle „Darowaer Dorfschwaben“ das Nachmittagsprogramm mit schöner Blasmusik. Franz Müller traf mit seiner Liedauswahl den Nerv des Publikums und viele lauschten den vertrauten Klängen, trotz der süßen Versuchungen (über 40 Torten), die die Darowaer Frauen den Besuchern zum Kaffee boten.

In seiner Ansprache ging der HOG-Vorsitzende Hansi Winze auf das von der neuen Vorstandschaft während des letzten Jahres Geleistete ein und zog dabei eine positive Bilanz. Man fühle sich nicht nur den kulturellen Gruppen durch ideelle und finanzielle Unterstützung verpflichtet, sondern man unternehme auch vieles gemeinsam mit dem Kreisverband Tuttlingen/Rottweil/Schwarzwald-Baar. Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung werde in der Banater Gemeinschaft nach wie vor groß geschrieben. Umso mehr bei den Darowaern, die es gewohnt seien, in besonderen Situationen enger zusammenzurücken.

Einen herzlichen Dank richtete Winze an die Ehrengäste Hans Georg Schuhmacher, Bürgermeister der Stadt Spaichingen, Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Landtagsabgeordneter Leo Grimm sowie Bernhard Krastl, Ehrenvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, die es sich nicht nehmen ließen, ein Grußwort an die Festgemeinschaft zu richten. Aller Ehren wert war auch der Besuch des 88-jährigen Darowaer Landsmannes Andreas Joschika mit seinem Enkel Skip aus Kalifornien. Seit 25 Jahren hat der Wahlamerikaner kein Heimatortstreffen versäumt.

Der Vorabend gehörte dann dem „Original Banater Echo“. Ausgefeilt und präzise waren die Darbietungen der Kapelle um Manfred Ehmann, und man konnte bei Titeln wie „Böhmischer Traum“ oder „Heimatstern“ wahrlich ins Schwärmen geraten. Die Kapelle begleitete auch den Auftritt der Kinder- und Jugendtanzgruppe unter der Leitung von Brigitte Polling und Christine Wollanka. Diese verzückte ganz besonders dank der Frische und Lockerheit, mit der sie ihre Tänze vorführte. Das Darowaer Publikum nahm mit großer Begeisterung auch die neuen Darbietungen der Erwachsenengruppe um Käthe und Hansi Winze auf. Obwohl es für die berufstätigen Tänzerinnen und Tänzer nicht immer einfach ist, Probetermine zu finden, gehen sie ihrem Hobby mit großer Freude nach. Beide Gruppen warben um neue Mitglieder; viele Landsleute freuen sich sicherlich, wenn der schöne Brauch der Volkstänze und Trachtenpflege noch lange Bestand hat.

Inzwischen war das neu formierte Küchenteam um Günter Bunz und Viktor Bohataret gehörig unter Druck, doch es bediente die große Gästeschar zügig mit köstlichen Speisen und kühlen Getränken. Ideale Voraussetzungen waren geschaffen, um sich der Tanzfläche zuzuwenden und sich von der einzigartigen Stimmung der „Primtaler“ mitreißen zu lassen.

Es war schön festzustellen, dass selbst zu später Sperrstunde die Freude des Wiedersehens und ausgelassene Heiterkeit Konjunktur hatten und kaum einer ans Heimgehen dachte. Die HOG Darowa hofft, dass dies noch lange so bleiben wird.