zur Druckansicht

private Anzeige schalten

Media-Center

Banater Post

Solche Menschen wie Sie brauchen wir

Informationsabend im Rumänischen Generalkonsulat München

Der Informationsabend wurde musikalisch umrahmt vom Duo Agatsy & Friesenhahn.

Informationsabend im Rumänischen Generalkonsulat München

Am 26. November letzten Jahres lud das Rumänische Generalkonsulat München und der Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben zu einem einmaligen Informationsabend in die Räume des Rumänienhauses in München ein.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Zwanzig Jahre ehrenamtliche Rumänienhilfe“. Generalkonsulin Brândusa Predescu und Vizekonsul Michael Fernbach begrüßten herzlich unter der rumänischen und europäischen Flagge: Vertreter der Heimatortsgemeinschaften Hatzfeld (Josef Koch), Lenauheim (Jürgen Griebel) und Sanktanna (Josef Lutz), von Vereinen und Initiativen (Verein Altenhilfe Großsanktnikolaus – Hedwig Braxenthaler; Hilfswerk der Banater Schwaben – Peter Krier; Verein Valores Neumarkt – Johann Kerner) und von Schulen und Gemeinden (Europa Berufsschule Weiden – Pater Peter Zillich; Realschule München-Obermenzing – Karin Müller; Freunde der Lenau-Schule – Werner Roosz; Deutsche Banater Jugend – Harald Schlapansky; Kriegsgräberpflege im Banat – Dieter Jeck; Partnerschaft Burgkirchen – Großsanktnikolaus – Manfred Gassenmeyer) wie auch die stellvertretenden Bundesvorsitzenden Georg Ledig und Johann Metzger.

Zu den Gästen gehörte auch ein Vertreter des Bayerischen Landtages, Jörg Rohde. ihm fiel die Hauptrede des Abends zu. Er überbrachte die Grüße der Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die bereits mehrere Hilfstransporte nach Rumänien persönlich begleitete. In seiner Rede bekräftigte er die Zusage der bayerischen Staatsregierung, weiterhin Hilfsprojekte für Rumänien zu unterstützen. Peter-Dietmar Leber, der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, erinnerte in seiner Ansprache an die zwanzig-jährigen Jubiläen, die beide Länder im Jahre 2009 feiern konnten. Deutschland erinnert an die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR, die die Deutsche Einigung ermöglichte. Auch die rumänische Bevölkerung erkämpfte sich im Dezember 1989 ihre Unabhängigkeit von der Ceausescu-Diktatur. Der politische Umbruch stellte Rumänien vor gewaltige Aufgaben; es mussten gleichzeitig neue politische, wirtschaftliche und soziale Strukturen aufgebaut werden.

Peter-Dietmar Leber dankte der Generalkonsulin für die Gastfreundschaft: „Frau Generalkonsulin, Sie haben heute, zum ersten Mal in der nun schon fast sechzig-jährigen Geschichte unseres Verbandes, ihre Türen für eine erste, offizielle gemeinsame Veranstaltung geöffnet. Ich will nicht zu viel Pathos beschwören, aber es ist dies eine besondere Stunde. Vertretungen Rumäniens in Deutschland waren lange Jahre für uns eher Symbole der Distanz, des Abschieds, des Entfernens. Heute haben Sie ein neues Zeichen gesetzt, für Nähe, für Gemeinsamkeit, für gemeinsame Zukunft.“

Viele der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer blickten auf zwanzig erfolgreiche Jahre zurück. In unzähligen Hilfstransporten konnten Tonnen wichtiger Hilfsgüter zu den bedürftigen Kindern und Senioren nach Rumänien gebracht werden, die häusliche Alten- und Krankenpflege aufgebaut, Behinderte mit orthopädischen Hilfsmitteln versorgt, Essen auf Rädern eingeführt und viele Seniorenheime eröffnet werden. Projekte für den interkulturellen Austausch, wie die des Vereines Valores, fördern das Verständnis und Vertrauen zwischen ethnischen und sozialen Gruppen. Kinder und Jugendliche lernen durch länderübergreifende Aktivitäten die eigene und die fremde Kultur kennen und entwickeln so interkulturelle Kompetenz, welche für ein friedliches Zusammenleben unumgänglich ist.

In ihrer Ansprache lobte die Generalkonsulin die fruchtbare und intensive Zusammenarbeit zwischen Rumänien und Deutschland und dankte in diesem Zusammenhang besonders den anwesenden Helferinnen und Helfern, die nun Entwicklungshilfe, Kultur- und Wirtschaftsförderung leisten und sich für die deutsch-rumänischen Beziehungen einsetzten. Emotional ergriffen sprach Predescu alle persönlich an: „Solche Menschen wie Sie brauchen wir, sie engagieren sich, opfern ihre Freizeit und leisten echte Hilfe zur Selbsthilfe.“

Viele der engagierten Teilnehmer sind in Rumänien geboren und haben ihr Land verlassen müssen; um so mehr freuen wir uns, dass sie trotz damaliger Restriktionen zurückkehren und uns unterstützen. Die Entwicklungshilfe hat sich im Laufe der Jahre gewandelt und ist inzwischen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Alle Anwesenden haben in diesem Sinn beeindruckende Programme entwickelt, Netzwerke und Partnerschaften aufgebaut. Die Vertreterinnen und Vertreter der Projekte verwiesen in ihren Reden auf die erreichten Erfolge an verschiedenen Orten in Rumänien.

Der Weg verlief nicht immer geradlinig. Widerstände, Bürokratie und Logistik waren ständige Hindernisse, die mit kreativer Improvisation, viel Beharrlichkeit und einem ausgeprägten Willen zur Hilfe aus dem Wege geräumt wurden. Das Ziel war allen gleich: die wirtschaftliche und soziale Lage der Menschen nachhaltig verbessern, natürliche Ressourcen nutzen und die Menschen befähigen, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten.

Im Anschluss an den informativen Abend folgte ein Umtrunk mit rumänischen Weinen. Das Duo Agatsy/Friesenhahn umrahmte die Veranstaltung mit Musikeinlagen von rumänischen und aus dem Banat stammenden Komponisten und begeisterte alle. In lockeren Gesprächen haben sich die Gäste bis in die Nacht ausgetauscht, Kontakte geknüpft und intensiv diskutiert. Alle waren sich einig: dieser Abend muss weitergeführt werden. Folgeveranstaltungen, die einen Austausch zwischen Politik und Vereinen, Initiativen und Landsmannschaften fördern, müssen sich anschließen.

Zum Abschluss dankte Predescu nochmals allen Gästen für die vorgestellten Projekte und Aktivitäten, die ohne die treue und gezielte Unterstützung aller Freunde und Förderer nicht realisierbar wären. Rumänien werde trotz Konsolidierung des wirtschaftlichen Potenzials und des Beitritts zur EU noch über Jahre auf Hilfe angewiesen sein, so dass auch in Zukunft der gemeinsame Einsatz für Rumänien fortgeführt werden müsse. Der Dank aller Menschen, denen wir helfen dürfen, ist uns gewiss. Den Organisatoren des Informationabend ein herzliches Dankeschön.