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Banater Post

Kulturnachmittag mit Lyrik und Musik

Die Akteure des Kulturnachmittags in Leimen: Dr. Mathias Plack, Hilde Maria Plack, Brigitte Jonas. Foto: KV Rhein-Neckar-Heidelberg

Lesung aus dem lyrischen Werk von Peter Barth und Mathias Plack in Leimen. Im Mittelpunkt des vom Kreisverband Rhein-Neckar-Heidelberg am 16. März in Leimen veranstalteten Kulturnachmittages standen Lesungen aus dem literarischen Schaffen von Peter Barth und Dr. Mathias Plack. Ergänzt mit Darbietungen klassischer Musik, wurde dieser Nachmittag zu einem der beeindruckendsten Kulturnachmittage des Kreisverbandes. Zu dieser Veranstaltung konnte der Geschäftsführende Kreisvorsitzende Oskar Ferch viele Gäste aus Leimen, Heidelberg, Mannheim und Umgebung begrüßen.

Eingeladen hatte der Kreisverband zu einem „Besinnlichen Gedichte-nachmittag mit Dr. Mathias Plack“. Der 1936 im Banat geborene Autor hat in Temeswar Medizin studiert, 1960 promoviert und anschließend in der alten Heimat als Arzt praktiziert. 1975 übersiedelte er mit Familie in die Bundesrepublik. In Erdmannhausen fand er eine neue Heimat und eröffnete eine eigene Praxis. Hier arbeitete er bis zum Eintritt in den Ruhestand 2002 als Facharzt für Allgemeinmedizin. Seither widmet er sich seinem Hobby, Erfahrungen seiner beruflichen Laufbahn und seines oft schwer geprüften Lebens in Versform zu fassen.

Die an diesem Nachmittag sowohl von Mathias Plack als auch von seiner Frau Hilde Maria vorgetragenen Gedichte waren zum einen als Hommage an den vor 30 Jahren verstorbenen Banater Dichter Peter Barth gedacht und zum anderen als Präsentation seines eigenen vielseitigen Schaffens. Aus dem Lyrikband „Unter dem Himmel der Heimat“ von Peter Barth, der 2011 von Mathias Plack herausgegeben wurde, hatte dieser Erlesenes ausgewählt: Gedichte, aus denen die Liebe zur Heimat und zur Natur, aber auch, wie Plack betonte, Gesellschaftskritisches deutlich herauszuhören ist.

Aus dem Schaffen von Dr. Mathias Plack, das seinen Niederschlag in zwei Büchern gefunden hat („Begegnungen im Leben“ und „Ich suche den Gleichklang“), wurden viele schöne besinnliche Gedichte vorgetragen, in denen Schicksalhaftes und Alltägliches, große oder kleine Ereignisse, Begegnungen, persönliche oder gesellschaftliche Probleme zum Ausdruck kommen, wie die Ausreise („Abschied von daheim“), der Verlust des 17-jährigen Sohnes („Du bist immer dabei“), die Kindheit, erlebt auf einem kleinen Dorf, eingebettet in die Zeit des Zweiten Weltkrieges mit seinen Folgen („Erinnerung an Paulisch“), die Jugend und die Ausbildung in Temeswar („Mein Temeschburg“), Not, Sorgen und schwere Arbeit („Der kleine Ährenleser“, „Mutters Hände“), die Erfahrungen aus seiner Zeit als Mediziner, wie beispielsweise in den Gedichten „Die Prostata“, „Das Pilzessen“ oder „Das Honorar“. Die wohltuende Sprache und das verhaltene Unterstreichen des Vorgetragenen hat die Zuhörer angesprochen. Ob es um Landschaften ging, um geschichtliche Vorgänge oder Schicksalsschläge, um humoristische Aspekte im Ärztedasein – die Zuhörer nahmen alles begeistert auf. Dieses gefühlsbetonte Lesen hatte das Publikum in von ihnen erlebte Welten versetzt, Bekanntes wieder in Erinnerung gerufen, vergessen Geglaubtes wieder hervorgeholt. Die Zuhörerschaft hat mitgelebt und mitgefühlt. Auch an diesem Nachmittag konnte man feststellen, wie vielfältig und tiefgreifend Erinnerungen sind und welch großen Stellenwert sie besitzen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung waren sehr schöne Klänge klassischer Musik zu hören, Melodien, die alle Anwesenden begeisterten und die von Brigitte Jonas wieder einmal sehr einfühlsam und ausdrucksstark vorgetragen wurden. Brigitte Jonas, die Musik in Temeswar studiert hat und hier in der neuen Heimat in Mannheim Musik unterrichtet, weiß um die Wünsche der Zuhörer und kann deren Erwartungen immer wieder bewundernswert erfüllen.

Der Kreisverband dankt den Referenten und der Musikerin für den äußerst gelungenen Nachmittag sowie allen für diese Veranstaltung Verantwortlichen, den Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern der Trachtentanzgruppe, die wieder bestens für das leibliche Wohl mit einem köstlichen Kuchenbuffet gesorgt hatten.