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Banater Post

Ein Besuch beim Heimattag lohnt sich

Martina Lenhardt in schwäbischer Tracht beim Schwabenball 2014 in München. Foto: Karina Lind

Unser Interview mit Martina Lenhardt - Martina Lenhardt ist 16 Jahre alt. In der Jugendgruppe der Trachtentanzgruppe München ist sie seit fast sechs Jahren aktiv. Im Interview mit Ines Szuck (ISZ) verrät sie, weshalb Brauchtum und das Tanzen in der Trachtengruppe alles andere als langweilig ist und weshalb sich ein Besuch der Heimattage in Ulm 2014 ihrer Meinung nach wirklich lohnt.

ISZ: Hallo Martina, wie bist du eigentlich zum Tanzen gekommen?

Martina: Durch meine Eltern. Meine Mutter hatte ja früher schon mal getanzt und so haben sie uns, also meinen Bruder und mich, immer freitags zur Probe der Kindertanzgruppe gebracht. Irgendwann haben meine Eltern dann das Tanzen auch für sich wiederentdeckt. Tja und dann sind wir alle dabei geblieben.

ISZ: Bist du dann nur dabei, weil deine Eltern das so möchten?

Martina: Aber nein, ich bin dabei, weil es mir Spaß macht, außerdem habe ich dadurch so viele Leute kennengelernt.

ISZ: Wenn Menschen zu dir sagen: „Tanzgruppe, Brauchtum, das ist doch alles langweilig. Wer macht denn sowas noch“, was antwortest du denen?

Martina: Es ist nicht nur das Tanzen, obwohl mir das natürlich auch richtig Spaß macht. Ich bin jetzt seit mittlerweile sechs Jahren in der Tanzgruppe. In so vielen Jahren lernt man die anderen näher kennen, da entstehen richtige Freundschaften. Du tanzt also nicht nur, sondern unternimmst auch außerhalb der Proben viel miteinander. Und wenn du dich mit den Leuten gut verstehst, ist das Tanzen noch viel lustiger.
Außerdem finde ich es wichtig, die Traditionen oder das Brauchtum, zu dem das Tanzen ja auch gehört, zu kennen. Man sollte es sich wenigstens mal anschauen. Wenn es einem nicht gefällt, muss man ja nicht dabei bleiben, aber man sollte einfach wissen, worum es geht.

ISZ: Die Tanzgruppe München ist ja auch in Ulm bei den Heimattagen dabei. Was genau macht ihr oder was machst speziell du dabei?

Martina: Wir tanzen natürlich, spielen dieses Mal aber auch Theater. Und da stecken wir im Moment auch mitten in den Vorbereitungen.

ISZ: Ihr spielt Theater, worum geht es denn da genau?

Martina: Da möchte ich jetzt nicht zu viel verraten. Nur so viel, es geht um ein „schwowisches“ Elternpaar, das mit seinen Kindern nach Ulm kommt und dort alte Bekannte aus dem Banat trifft. Aber was passiert, möchte ich nicht verraten.

ISZ: Und wie bereitet ihr euch und natürlich du selbst darauf vor?

Martina: Da das Theaterstück ja auch was mit unserer Geschichte zu tun hat, sollte man natürlich die Hintergründe kennen und darüber lesen. Und wenn man eine Rolle hat, dann muss man die lernen und versuchen, diese möglichst genau darzustellen. Da reicht es aber nicht aus, nur während der Tanz- bzw. Theaterprobe was zu machen, sondern muss auch zuhause üben.

ISZ: Und wie sieht es mit den Tänzen aus, übt ihr die auch noch?

Martina: Ja klar. Einerseits gibt es ja immer neue Tänze, die eingelernt und geübt werden müssen. Andererseits wollen die alten Tänze, die wir mittlerweile zwar ganz gut können, da wir sie ja schon eine ganze Weile tanzen, immer wieder aufgefrischt und perfektioniert werden. Wir üben deshalb immer so, dass es am Ende der Probe perfekt passt. Zumindest arbeiten wir jede Probe darauf hin.

ISZ: Weshalb lohnt es sich deiner Meinung nach, nach Ulm zu den Heimattagen zu kommen? Gibt es einen besonderen Grund?

Martina: Ich finde, das alles sollte man einfach mal gesehen haben. Wäre ich jetzt nicht in der Tanzgruppe, dann fände ich es schon interessant, das alles mal anzuschauen, die teilweise ganz verschiedenen Gruppe, die Tänze, die dabei gezeigt werden oder wie jetzt das Theater. Auch gibt es jedes Mal einen neuen Tanz, dieses Mal zeigen wir zum Beispiel außer den Volkstänzen auch moderne Tänze. Es gibt so viele interessante Sachen zu sehen und zu entdecken, dass sich ein Besuch einfach lohnt.

ISZ: Auch für Jugendliche?

Martina: Ja, finde ich schon. Gerade für Jugendliche, deren Eltern oder die selbst nicht aus dem Banat sind, lohnt sich der Besuch. Denn diese wissen ja zum Teil gar nicht, dass es solche Tanzgruppen, Traditionen und Bräuche gibt. Gerade für die ist es doch interessant, das alles mal zu sehen. Ein Besuch lohnt sich deshalb auf alle Fälle.

ISZ: Vielen Dank für das Gespräch.