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Banater Post

Beeindruckendes Jubiläumsfest in Leimen

Die Trachtengruppe Leimen, hier zusammen mit der Gastgruppe aus Karlsruhe, hatte bei der Festveranstaltung allen Grund, stolz zu sein, blickt sie doch auf ein Vierteljahrhundert erfolgreichen Wirkens zurück.

Josef Prunkl und Astrid Eberhardt überreichten dem „Patenonkel“, Leimens Oberbürgermeister Hans Reinwald, eine Dankesurkunde.

Die neu gegründete Donauschwäbische Blaskapelle Pforzheim gab anlässlich der Feier in Leimen ihren Einstand. Fotos: KV Heidelberg

25 Jahre Trachtentanzgruppe Leimen, 30 Jahre Patenschaft der Stadt Leimen über die Banater Schwaben in der Kurpfalz – ein Doppeljubiläum, das dem Kreisverband Rhein-Neckar-Heidelberg der Banater Schwaben Anlass bot, am 28. Oktober zu einer Festveranstaltung in die Aegidiushalle in Leimen-St. Ilgen einzuladen. Gefolgt sind der Einladung zu dieser großen Jubiläumsfeier nicht nur die Mitglieder der Leimener Trachtentanzgruppe – Aktive wie auch Ehemalige –, die an diesem Abend im Mittelpunkt standen, sondern auch viele Ehrengäste, die Banater Trachtengruppe Karlsruhe mit dem Kreisvorsitzenden und Bundesvorstandsmitglied Werner Gilde an der Spitze sowie zahlreiche Gäste aus nah und fern.

Nach dem imposanten Einzug der beiden Trachtengruppen zu den Klängen der neu gegründeten Donauschwäbischen Blaskapelle Pforzheim, die ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte, begrüßte der Landes- und Kreisvorsitzende Josef Prunkl alle Gäste des Festabends, allen voran den Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Leimen, Hans Reinwald, als Schirmherr der Veranstaltung. Willkommensgrüße galten sodann dem Vertreter des Bundesvorstands der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Werner Gilde, dem Vertreter des DBJT-Vorstands Dennis Schmidt, den Vertretern befreundeter Verbände (BdV - Franz-Anton Pitronik, Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn – Susanne Mauriello, Landsmannschaft der Deutschen aus Russland – Erika Neubauer), den anwesenden Kreisvorsitzenden Peter Bieber (Freiburg), Franz Magamoll (Pforzheim-Enzkreis), Anton Michels (Heilbronn), Josef Vona (Ludwigsburg) sowie den HOG-Vorsitzenden Helmut Bernath (Kowatschi) und Werner Griebel (Lenauheim).

Das heutige stolze Doppeljubiläum berechtige zur Freude, so Prunkl in seiner Begrüßungsansprache; es biete die Möglichkeit, sich der Anfänge zu erinnern, das Erreichte zu würdigen und sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Und dabei einen Paten zu haben, sei immer wohltuend gewesen. Die Patenschaft vermittle ein Gefühl von Anerkennung, Sicherheit und Zuversicht. Vieles sei in den vergangenen dreißig Jahren in den verschiedensten Bereichen mit Unterstützung der Patenstadt geschaffen worden, betonte Prunkl. Dabei habe stets die Bewahrung unseres kulturellen Erbes, die Pflege von Brauchtum und Tradition im Vordergrund gestanden – eine Aufgabe, der sich auch und vor allem die Trachtentanzgruppe Leimen seit 25 Jahren mit Erfolg widmet.  

„Die Banater Schwaben sind sehr dankbar für diese Patenschaft, in deren Obhut sie sich entfalten konnten, und die auch weiterhin viel ermöglichen kann“, sagte Josef Prunkl. Er hoffe, dass die Verbundenheit der Stadt Leimen mit den Banater Schwaben auch in Zukunft Bestand haben werde. Oberbürgermeister Reinwald und der Stadtverwaltung dankte der Redner für die in den letzten Jahren erfahrene Unterstützung und die den Banater Schwaben zuteilgewordene Anerkennung.

In seinem Grußwort dankte Oberbürgermeister Hans Reinwald für „diese Bezeugung der Verbundenheit mit der Stadt Leimen“ und erinnerte daran, dass Leimen seit 1986 mit den Banater Schwaben besonders verbunden sei. Damals habe die Stadt auf einstimmigen Gemeinderatsbeschluss die Patenschaft für die Heimatortsgemeinschaften Deutschstamora und Keglewichhausen übernommen und damit den Grundstein für „eine wertvolle Beziehung zwischen den Banater Schwaben und Leimen“ gelegt. Im Laufe der Jahre habe sich diese Beziehung „gut und intensiv entwickelt“, was zur Ausweitung der Patenschaft auf die Banater Schwaben in der Kurpfalz führte.

Das Stadtoberhaupt lobte das Wirken der Landsmannschaft und der Trachtentanzgruppe Leimen im Sinne der Bewahrung und Pflege ihres wertvollen Kulturgutes, der Sitten und Gebräuche. „Bei dieser für die Gesellschaft wertvollen Arbeit wünsche ich der engagierten Gemeinschaft der Banater Schwaben alles Gute für die Zukunft“, sagte Reinwald, und versicherte: „Die Stadt Leimen wird sich dieser Patenschaft auch weiterhin verpflichtet sehen.“

Für die langjährige Förderung und Unterstützung der Banater Schwaben überreichte Josef Prunkl zusammen mit der Kreisvorstandssprecherin Astrid Eberhardt Oberbürgermeister Hans Reinwald eine gerahmte Dankesurkunde.

Grüße zum Jubiläum übermittelten auch Werner Gilde seitens des Bundesvorstandes der Landsmannschaft, Dennis Schmidt im Namen der DBJT, der Heilbronner Kreisvorsitzende Anton Michels, die Heidelberger Kreisvorsitzende der Deutschen aus Russland, Erika Neubauer, sowie Franz Weinhardt, Leiter der Donauschwäbischen Blaskapelle Pforzheim.

In seiner Rückschau rief der Leiter der Trachtentanzgruppe Leimen, Josef Klein, Momente aus der Anfangszeit in Erinnerung, hob die Höhepunkte entlang des 25-jährigen Bestehens der Gruppe hervor – die auch in einer Bilderausstellung zu sehen waren – und würdigte deren Beitrag zur Bewahrung, Pflege und Präsentation banatschwäbischen Kulturguts und Brauchtums. Klein erinnerte an die Gründung der Gruppe im Juni 1992 auf Initiative von Karoline und Oskar Ferch und mit Unterstützung des Kreisverbandes Rhein-Neckar-Heidelberg. Gründungsmitglieder waren sieben junge, tanzbegeisterte Paare: Erika und Anton Eberhardt, Edeltraut Gräbeldinger und Eckhard Hinkel, Erlinde und Ewald Hinkel, Sonja und Herbert Landgraf, Anneliese und Hans Lang, Rosemarie und Herwig Marx, Anneliese und Dieter Schneider. Die Tanzleitung übernahm Karoline Ferch. Am 10. Oktober 1992, beim Traubenball des Kreisverbandes, absolvierte die Trachtentanzgruppe ihren ersten Auftritt. Weitere 224 Auftritte sollten bis heute folgen.

Im Laufe der Zeit sind weitere Paare der Gruppe beigetreten: Josef und Hilde Klein schon kurz nach der Gründung, dann Maria und Micki Schwarz, Ingrid und Mathias Altenbach, Theresia und Josef Eisele, Anna und Franz Magamoll, Susanne und Josef Bako. Zurzeit besteht die Trachtentanzgruppe aus sechs Paaren, wovon vier ihr schon seit Anfang an angehören. Nach Karoline Ferch wurde die Gruppe zunächst von Anna Lang (2002-2007), dann von Erika Eberhardt (2007-2010) geleitet. Seit 2010 ist Josef Klein Tanzleiter.

In seinem Rückblick erwähnte Klein die unzähligen Auftritte der Trachtentanzgruppe bei landsmannschaftlichen Veranstaltungen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. Als Höhepunkte bezeichnete er die Auftritte bei den Heimattagen in Ulm, dem Landestrachtenfest in Göppingen oder den Volkstanzfestivals des Landesverbandes Baden-Württemberg. Hervorgehoben wurden auch die Präsenz der Banater Trachtengruppe bei Veranstaltungen in der Region sowie die Auftritte im Ausland (Rumänien, Ungarn, Österreich, Tschechien, Brasilien, Argentinien, USA und Kanada). 225 Auftritte im In- und Ausland zeugen von erfolgreichem Wirken. Die beeindruckenden Tanzdarbietungen in den wunderschönen Trachten haben der Tanzgruppe Anerkennung eingebracht und ihren Bekanntheitsgrad erhöht.

Diese tanzlustige Truppe hat sich von Jahr zu Jahr weiterentwickelt und sich – wenn auch die Pflege des Volkstanzes immer im Vordergrund stand – auch in anderen Sparten versucht. So zum Beispiel studierte sie moderne Tänze ein, die als Überraschungsmoment bei Unterhaltungsveranstaltungen präsentiert wurden. Diese mitternächtlichen Tanzshoweinlagen gestalteten sich dank reizender Kostü¬mierung, mitreißender musikalischer Begleitung und tänzerischer Verve immer zu einem kleinen Höhepunkt im Programm. Bei Kulturnachmittagen sind die Tänzerinnen und Tänzer auch als Singgruppe aufgetreten, haben Gedichte vorgetragen und Sketche aufgeführt. In überregionaler Zusammensetzung agieren sie seit fünf Jahren als „Lustige Schwaben“. Die Gruppe tritt mit dem von Anna Lang kreierten Programm „Leit, wie schnell die Zeit vergeht“ auf, das in einer Kombination von szenischer Darstellung, Tanz und Gesang Einblicke in das Leben der Banater Schwaben, ihr Brauchtum und ihre Traditionen gewährt. Das bisher zwanzig Mal aufgeführte Programm fand großen Anklang beim Publikum und ist nach wie vor sehr gefragt.

Größtes Ereignis dieses von Astrid Eberhardt gekonnt moderierten Abends waren die Auftritte der beiden Trachtengruppen, die zu den Klängen der Donauschwäbischen Blaskapelle Pforzheim ihre Tänze vorführten. Den Anfang machte die gefeierte Gruppe aus  Leimen mit dem Ländler „Schwalbenmütterchen“ und der Polka „In der Weinschenke“. Die Zugabe-Rufe aus den Reihen des begeisterten Publikums honorierten die Tänzerinnen und Tänzer mit der Polka „Die Südböhmische“. Die Gastgruppe aus Karlsruhe zeigte zwei flotte Polkas: „Frühlingsblumen“ und „Paul-Polka“, wonach die beiden Gruppen gemeinsam den „Kathi-Länder“ und die Polka „Veilchenblaue Augen“ vorführten.
Nach den Tanzdarbietungen überreichte der Landes- und Kreisvorsitzende Josef Prunkl der Trachtengruppe Leimen eine Ehrenurkunde; zudem wurden auch die Paare  einzeln geehrt. Als ausscheidendes Paar überraschten Theresia und Josef Eisele die tolle Truppe mit einem schönen Präsent. Auch die Gastgruppe aus Karlsruhe durfte sich über kleine Präsente freuen.

Bei stimmungsvollen Rhythmen der „Spontan Live Band“ wurde dann bis in die Morgenstunden mit großem Vergnügen das Tanzbein geschwungen. Allen Mitwirkenden und Mitgestaltern, insbesondere der Gastgruppe aus Karlsruhe, nochmals ein herzliches Dankeschön!