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Banater Post

Unvergessliche Eindrücke für Auge und Seele

Ein eindrucksvolles Bild boten die um den wunderschön geschmückten Kirchweihstrauß versammelten Trachtenpaare, wobei alle drei Bakowaer Kirchweihtrachten vertreten waren.

Beim Gottesdienst mit Heimatpfarrer Reinholdt Lovasz erinnerte eine Nachbildung en miniature an die Bakowaer Kirche. Fotos: Helmut Batzina

Die Heimatortsgemeinschaft Bakowa hat für die Wahlperiode 2017-2021 einen neuen Vorstand gewählt (von links): Ottmar Liep, Helmut Weinschrott, Heinrich Gion, Anton Hotter, Elisa Schöffler, Ernst Bayerle, Elvine Schöffler, Harald Schlapansky, Norbert Hubov. Nicht auf dem Bild sind Kirsten Wild, Helmut Batzina und der Ehrenvorsitzende Jakob Konschitzky. Foto: HOG Bakowa

Prächtige Farben, ein Lächeln auf den Lippen und das überwältigende Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit – das Heimatortstreffen der HOG Bakowa am 23. September in Sinsheim bot ein weiteres Mal unvergessliche Eindrücke für das Auge wie auch für Herz und Seele.

Da die Sinsheimer Stadthalle aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung stand, wurde die Mehrzweckhalle der Carl-Orff-Schule anlässlich des Bakowaer Treffens festlich hergerichtet. Ein ganz besonderer Blickfang war dabei die Bildergalerie zur Kerweihfeier, die im Mai letzten Jahres in Bakowa selbst stattfand und Landsleute über Orts- und Ländergrenzen hinweg zusammenbrachte, um ein schwowisches Fest nach altem Brauch und Sitte zu feiern. Die damit wachgerufenen Erinnerungen an eine Woche in der alten Heimat lieferten im Rahmen des Sektempfangs eine interessante Gesprächsgrundlage und stimmten auf einen fröhlichen Nachmittag und Abend mit Freunden, Verwandten und Landsleuten ein.

Eröffnet wurde das Programm mit einem Gottesdienst, gehalten von unserem Heimatpriester Reinholdt Lovasz. Es war ein malerisches Bild dank der 18 Trachtenpaare, die sich um den Altar versammelt hatten, und auch dank der Bakowaer Kirche, die im Hintergrund groß an die Wand projiziert wurde. Abgerundet, wenn nicht sogar verfeinert wurde dieses Bild durch eine maßstabsgetreue Miniaturversion der Heimatkirche, die Franz Formanek in mühevoller Arbeit liebevoll angefertigt hatte. Zentrale Themen des Gottesdienstes waren das Gedenken an die Ahnen, aber auch der Stellenwert, dem ein Zusammentreffen wie dieses hier und jenes aus dem vergangenen Jahr zukommt.

Draußen vor der Schule wurde dann, wie bei der Kerweih üblich, der Tanz für die Trachtenpaare vom Vortänzerpaar Elisa Schöffler und Lars Wild eröffnet. Neben Walzer und Polka wurden auch die DBJT-Gemeinschaftstänze „Veilchenblaue Augen“ und „Kathiländer“ vorgeführt, was ohne die tatkräftige
Unterstützung der Tanzgruppen aus Reutlingen und Esslingen so nicht möglich gewesen wäre. Des Weiteren wurden Fotos gemacht, um die Eindrücke des Tages sowie die Vielfalt der bunten Trachten festzuhalten. Sehr schön war dabei, dass alle Trachten Bakowas vertreten waren: die seidene Sonntagstracht, die Montagstracht mit dem grünen Tuch und dem weißen Rock sowie die Nachkirchweihtracht mit dem roten Tuch und dem geblümten Rock.

Im Anschluss an die Pause für Kaffee und Kuchen wurden zwei für unseren Heimatort wichtige Bücher vorgestellt, nämlich das Kirchen- und das Familienbuch. Anlässlich des 150. Jahrestages der Einweihung der Heimatkirche brachten Walther Konschitzky und Reinholdt Lovasz die Festschrift „150 Jahre Gott zur Ehr“ heraus. Das Familienbuch der katholischen Pfarrgemeinde Bakowa 1786-2007/2017 hingegen wurde nach 14 Jahren mühsamer Arbeit von Pfarrer Reinholdt Lovasz fertiggestellt. Es liegt nun in zwei Bänden mit rund 2150 Seiten vor und soll den Bakowaern ermöglichen, ihre Abstammung bis ins 18. Jahrhundert zurückzuverfolgen.

Das schon mehrfach erwähnte gelungene Kirchweifest in der alten Heimat ließen die Veranstalter mittels einer ausführlichen Diaschau Revue passieren. Somit hatten diejenigen, die stolz erklären konnten, ein Teil davon gewesen zu sein, noch einmal Gelegenheit, in dieses unvergessliche Ereignis einzutauchen und in Erinnerungen zu schwelgen, während diejenigen, die dem Fest leider nicht beiwohnen konnten, einen detaillierten Bericht, unterstützt von visuellen Eindrücken, erhielten.

Weiter im Programm der Kerweih ging es mit dem Spruch des Vortänzers, der in das traditionelle Austanzen des Kerweihstraußes durch die Vortänzerin mündete. Jeder, der mit ihr tanzte und eine kleine Spende in den Hut des Vortänzers warf, ergatterte eines der von Kirsten Wild handgefertigten bunten Sträußchen, die den Rosmarin schmückten.

Bevor die Trachtenpaare dann aus dem Saal auszogen, wurden noch einmal die Gemeinschaftstänze präsentiert, wobei neben den schon erwähnten beiden Tänzen noch „Mein Banater Land“ und der „Donauschwabenwalzer“ zur Vorführung kamen. Ein krönender und sehr bewegender Abschluss war das gemeinsame Singen des Liedes „Wahre Freundschaft“. So endete das offizielle Programm des Treffens und ging über in einen ausgelassenen Tanzabend mit dem Duo „Top2“. Als letzte Showeinlage zeigten die Tanzgruppen mit „Drah di um“ einen fetzigen Tanz der Donauschwaben aus Amerika.

Dass dieses Treffen so verlaufen konnte, dass es überhaupt stattfinden konnte, hängt von einigen Personen ab, denen man nicht genug danken kann. Dazu gehören natürlich die Mitglieder des HOG-Vorstands, allen voran der Vorsitzende Ernst Bayerle, aber auch die Tanzgruppen, die
Kuchenspenderinnen und viele mehr. Wenn der Zusammenhalt unserer Gemeinschaft weiter so stark ist, bin ich zuversichtlich, noch viele weitere solcher Treffen veranstalten zu können und freue mich auf das nächste, das am 22. September 2018, anlässlich des 40. Jahrestages der HOG-Gründung, stattfinden wird.