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Banater Post

Eine alte Freundschaft gewinnt an Fahrtwind

Gastgeber Joschi Ament (Mitte) freut sich zusammen mit den Ehrengästen aus Ungarn und Bürgermeisterin Claudia Felden über den Besuch der Sanktannaer Wilhelmine und Gerhard Fuss, Anneliese und Johann Kerner, Maria und Johann Reinholz, Theresia und Michael Reiter sowie Katharina Schmidt. Foto: Maria Mayer

Vertreter der HOG Sanktanna zu Gast auf dem 72. Eleker Kirchweihfest - Anknüpfen an eine alte Freundschaft nach vielen Jahrzehnten, in denen die Kontakte nicht mehr gepflegt wurden, wie geht das? Indem man schon mehreren Einladungen zum Bundesschwabenball der Ungarndeutschen mit einer kleinen Sanktannaer Trachtengruppe, angeführt von dem damaligen Vorsitzenden der HOG Sankt-anna, Josef Lutz, gefolgt ist. Aber wie intensiviert man diese langsam, aber stetig wachsende Verbindung? Nun, man nimmt die Einladung des Bundesvorsitzenden der Ungarndeutschen, Joschi Ament, zum Eleker Kirchweihfest am 2. Juli  an.

In St. Ilgen, wo die Eleker ihr 72. Kirchweihfest feierten, sind der neu gewählte Vorsitzende der HOG Sankt-anna und seine beiden Stellvertreterinnen in Begleitung einer beachtlichen Gruppe von Sanktannaern herzlich begrüßt worden. Sofort tauschte man die noch vom letzten Jahr sehr präsenten Erinnerungen von dem Abstecher nach Sanktanna aus. Damals besuchte eine Gruppe von aus Elek und Almáskamarás stammenden Deutschen, begleitet von Joschi Ament, im Rahmen ihrer Reise in die alte Heimat auch Sanktanna.

Jetzt fragen Sie zu Recht, weshalb gerade Sanktanna? Weil schon damals, als diese Volksgruppen in ihrer Heimat leben durften, diese nach Maria Radna gewallfahrt sind, und die Sanktannaer ihnen damals das Nachtquartier gestellt haben. Zu wiederholten Malen, bis die neue Staatsgrenze Elek und Sanktanna trennte. Freundschaften und Verwandtschaften entstanden in dieser Zeit, aber diese Grenze schuf Distanz.

Heute verbindet die Eleker und die Sanktannaer die gleiche Sehnsucht: nach der alten Tradition, auf der Suche nach Vorfahren, um Lücken im Familienstamm schließen zu können, die Sehnsucht nach der vertrauten Blasmusik, der Polka und nach der jeweils eigenen Kulturgeschichte, die sie geprägt haben.

Ist das nicht Grund genug, eine alte Freundschaft wieder aufzufrischen? Bei den Ungarndeutschen wie bei den Banater Schwaben schwindet zusehends die Erlebnisgeneration, die Menschen, die uns noch von früher und damals erzählen können. Lassen wir sie doch noch zu Wort kommen, stellen wir ihnen noch viele Fragen, damit wir unsere Geschichte ergänzen können! Der von Joschi Ament zitierte Leitspruch, den Ernő Kállai, Ombudsmann für Minderheitenrechte im ungarischen Parlament, prägte, bringt dies auf den Punkt: „Der, der versäumt, die Vergangenheit aufzuarbeiten, gibt die Gegenwart auf und wird keine Zukunft haben.“

Unter diesem Motto begann das 72. Eleker Kirchweihfest mit der Ehrerweisung an die Ahnen. Im Waldfriedhof in St. Ilgen hielt der Oberbürgermeister der Stadt Leimen, Hans Reinwald, eine Ansprache und legte gemeinsam mit Vertretern der Eleker und Almáskamaráser den Toten zur Ehr Blumenkränze nieder.

Der gesellige Teil des Festes wurde mit dem Mittagessen eingeläutet, wo sich wirklich jedermann an der schmackhaften Eleker Bratwurst erfreuen konnte. Bundesvorsitzender Ament hieß alle Gäste aufs herzlichste willkommen, und wir staunten nicht schlecht, als er eine große Zahl an Ehrengästen begrüßte, darunter Leimens Bürgermeisterin Claudia Felden, die Bürgermeister von Elek, Lászlo Pluhár, und Almáskamarás, Atilla Mazán, Freunde vom Verein der Deutschen in Elek und der Nationalitätenselbstverwaltung der Eleker und der Almáskamaráser Deutschen, Adam Strifler, Vorsitzender des Freundeskreises Almáskamarás, Dr. Lajos Abonyi, Vertreter der Nationalitätenselbstverwaltung der Deutschen in Orosháza, Susanne Mauriello, Vertreterin des Kulturkreises Elek, und Franciska Stein, Vertreterin des Heimatkomitees der Eleker. Ein besonderer Willkommensgruß galt den Vertretern der Banater Schwaben: Josef Prunkl, Landesvorsitzender von Baden-Württemberg, Johann Kerner, Vorsitzender der HOG Sanktanna, sowie seine beiden Stellvertreterinnen Theresia Reiter und Katharina Schmidt, begleitet von einer neunköpfigen Sanktannaer Abordnung, Bernhard Fackelmann, Vorsitzender der HOG Sanktmartin und des Kreisverbandes München.

Es folgten die Ansprachen einiger Ehrengäste und die Festrede des Gastgebers Joschi Ament, der mit
einem kleinen Rückblick die Geschehnisse der vergangenen Monate  aufrollte. Auch das Eleker „Kirwei-Stikli“ war wieder dabei. Ein würziges Honigherz mit dem Schriftzug „72. Kirchweihfest – Leimen“ wurde an alle Gäste im Saal verteilt.

Für gute Musik und Tanzunterhaltung sorgte die Kapelle „Happy Music“. Bei Selbstgebackenem, Kaffee, Musik, Gesprächen und guter Unterhaltung endete dieses Fest nicht ohne das Versprechen, dass
eine solche freundschaftliche Begegnung sich wiederholen lässt.