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Banater Post

„Ein wichtiger Pfeiler der Münchner Stadtgesellschaft“

Der Bürgermeister der Landeshauptstadt München, Josef Schmid (rechts), sicherte den Banater Schwaben seine weitere Unterstützung zu. Als Zeichen des Dankes zeichnete ihn der Kreisverband mit der Ehrennadel aus.

In der vollbesetzten Kirche St. Peter fand ein Dank- und Kirchweihgottesdienst statt, zelebriert von Monsignore Andreas Straub und Pfarrer Josef Hell und musikalisch gestaltet vom Kirchenchor und Banater Chor St. Pius.

Die Kirchweihpaare der Banater Trachtengruppe München, angeführt von Lydia Konschitzky und Sven Rothsching, mit den Geistlichen und Ehrengästen vor der Kirche St. Peter, im Herzen Münchens. Fotos: KV München

Groß angelegte 65-Jahr-Feier des Kreisverbandes München unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Josef Schmid - Der Kreisverband München zählt nicht nur zu den größten und aktivsten Gliederungen innerhalb unserer Landsmannschaft, sondern ist auch einer der ältesten Kreisverbände. Bereits 1952, zwei Jahre nach der offiziellen Gründung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, gründeten die in München lebenden Landsleute einen Kreisverband; somit besteht dieser seit 65 Jahren. „Es ist innerhalb unserer Landsmannschaft eher selten, dass ein Kreisverband auf ein 65-jähriges Wirken zurückblicken kann. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Mehrheit unserer Landsleute erst ab den 70er Jahren nach Deutschland kommen konnte und zum anderen, dass das Mitwirken in der Landsmannschaft oft nur Teil eines zeitlich begrenzten Lebensabschnittes war“, schreibt Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber in seinem Grußwort zum Jubiläum. In München sei es den Verantwortlichen schon sehr früh gelungen, feste Strukturen und ein attraktives Angebot für die Mitglieder zu schaffen, was einen Fortbestand des Kreisverbandes sicherte und diesen stets für die nächste Generation offen hielt.

Am 25. Juni feierte der Kreisverband München sein 65-jähriges Jubiläum mit einer mehrteiligen Großveranstaltung, die in ein Banater Kirchweihfest eingebettet war und neben einem Trachtenumzug und einem Festgottesdienst in der Kirche St. Peter einen Festakt und Unterhaltungsabend im Alten Rathaus umfasste. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Landeshauptstadt München, Josef Schmid (CSU).

Schon Monate voraus wurden Planungen und Vorbereitungen getroffen, Anträge an die Stadt und das Kreisverwaltungsreferat, an das Polizeipräsidium München und die Kirchengemeinde St. Peter gestellt. Nach Genehmigung der Veranstaltung durch die zuständigen Behörden erstellte Kreisvorsitzender Bernhard Fackelmann eine 100-seitige, reich illustrierte Festschrift „65 Jahre Kreisverband der Banater Schwaben München 1952-2017“, die an alle Mitglieder mit der Einladung zum Festakt verschickt wurde. Viele unserer in München lebenden Landsleute sind dieser Einladung gefolgt.

Hunderte Banater Schwaben trafen sich gegen 14 Uhr vor dem Alten Rathaus. Hier startete der Festumzug, den die Mitglieder der drei innerhalb der Banater Trachtengruppe München bestehenden Gruppen (Kinder-, Jugend- und Erwachsenentrachtengruppe) bildeten. Angeführt wurde der stattliche Zug von dem Vortänzerpaar Lydia Konschitzky und Sven Rothsching. In Begleitung der Original Banater Dorfmusikanten unter der Leitung von Helmut Baumgärtner zogen die Trachtenträger und die Festgäste über den belebten Marienplatz zur Kirche St. Peter. Hier, in der ältesten Pfarrkirche Münchens, deren Turm im Volksmund „Alter Peter“ genannt wird, wurde die Festgesellschaft von Monsignore Andreas Straub, emeritierter Visitator für die Seelsorge an den Donauschwaben und Deutschen aus Südosteuropa, und Pfarrer Josef Hell empfangen. Der Kirchenchor und Banater Chor St. Pius München unter der Leitung von Dr. Franz Metz begleitete den feierlichen Einzug der Trachtenpaare in die wunderschöne barocke Kirche.

In der voll besetzten Kirche zelebrierten die beiden Heimatpriester Andreas Straub und Josef Hell eine bewegende, vielen zu Herzen gehende heilige Messe, wobei Monsignore Straub auch die 65-jährige Geschichte des Kreisverbandes in seine Predigt mit einbezog. Die hervorragende musikalische Gestaltung verlieh dem Gottesdienst einen besonders feierlichen Rahmen. Der Kirchenchor und Banater Chor St. Pius sang die „Missa Brevis“ des Banater Komponisten Conrad Paul Wusching sowie das „Ave Maria“ von Franz Limmer. Die Solisten Nina Laubenthal (Sopran), Beate Winter (Alto) und Wilfried Michl (Bariton) setzten dem Gesang die Krone auf. Die Orgel spielte Dr. Franz Metz. Am Ende der heiligen Messe segneten die Geistlichen den Kirchweihstrauß und den Kirchweihwein. Die Straußträgerin Lydia Konschitzky trug, passend zum Anlass, ein Gedicht über das Kirchweihfest vor.

Nach dem Gottesdienst setzte sich der Trachtenzug Richtung Marienplatz in Bewegung. Hier, im Herzen Münchens, wo sich tagtäglich tausende Touristen aus der ganzen Welt tummeln, führten die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen Banater Volkstänze zu den Klängen der Original Banater Dorfmusikanten vor. Die Tanzdarbietungen, von hunderten Menschen – Banater Landsleute und Touristen – verfolgt, wurden mit tosendem Applaus belohnt. Besonders die Vorführung der Kindergruppe beeindruckte das Publikum. Doch nicht nur die Tänze, sondern auch die Trachten lösten Bewunderung unter den Touristen aus.

Nach diesem öffentlichkeitswirksamen Auftritt zog die Festgesellschaft ins Alte Rathaus, wo vor vollbesetztem Saal der Festakt zum Jubiläum stattfand. Kreisvorsitzender Bernhard Fackelmann hieß die Landsleute, die Ehrengäste, die Kirchweihpaare und die Mitglieder der Blaskapelle herzlich willkommen und freute sich, zahlreiche Ehrengäste begrüßen zu können, darunter den Münchner Bürgermeister Josef Schmid, den Landtagsabgeordneten Andreas Lorenz, die Münchner Stadträtin Dr. Manuela Olhausen, den Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen (BdV) Christian Knauer, die Münchner BdV-Kreisvorsitzende Alma Bitz, den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter- Dietmar Leber.

In seiner Ansprache ging Fackelmann nur kurz auf die Geschichte des Kreisverbandes ein, zumal diese in der Festschrift in Wort und Bild dokumentiert ist. Vielmehr bedankte er sich bei all denen, die entlang seines 65-jährigen Bestehens durch ihr ehrenamtliches Wirken und unermüdlichen Einsatz zum Gedeihen und zum Wohle des Kreisverbandes beigetragen haben. Worte des Dankes richtete er auch an die Personen und Gruppen, durch deren Mitwirken, Hilfe und Unterstützung diese groß angelegte Jubiläumsveranstaltung durchgeführt werden konnte. Insbesondere hob er den Vorstand des Kreisverbandes hervor, der sich aktiv in die Vereinsarbeit einbringe, sowie die Trachtengruppe des Kreisverbandes, die weder Zeit noch Mühe scheue, wenn es darum geht, die Feste mitzugestalten, ihre Trachten und Tänze zu präsentieren.

Die Kirchweihpaare in ihren wunderschönen bunten Trachten erinnerten, so Fackelmann, an ein Bild des Heimatmalers Stefan Jäger: im Hintergrund die Konturen eines Banater Dorfes, umgeben von einem goldenen Ährenfeld, im Vordergrund die bunten Feldblumen unserer Heimat. Und genau wie diese Feldblumen stellten sich die bunten Trachten der Kirchweihpaare dar. Alles in allem sei es ein bezauberndes Bild, das sich dem Auge darbietet. Wenn man in den vollen Saal schaue, auf der einen Seite die Trachten und auf der anderen Seite die Blaskapelle sehe, dann falle einem das Bekenntnis „Ich bin stolz, Banater Schwabe zu sein“ nicht schwer.

Bürgermeister Josef Schmid hieß die Banater Schwaben im Alten Rathaussaal, der „guten Stube“ Münchens, willkommen und gratulierte im Namen der Landeshauptstadt und persönlich zum Jubiläum des Kreisverbandes. „Sie sind ein wichtiger Pfeiler der Münchner Stadtgesellschaft, Sie prägen seit 65 Jahren das gesellschaftliche, politische und kulturelle Leben unserer Stadt maßgeblich mit. Dabei sind insbesondere Ihre wunderschönen Trachten, Ihre Musik und Ihre Volkstänze eine Bereicherung für unser kulturelles Gemeinwesen“, betonte Schmid. Die landsmannschaftliche Arbeit der Banater Schwaben in München sei „vorbildlich und ein leuchtendes Beispiel für das Zusammenleben in unserer Stadt“. Mit seinem Engagement trage der Kreisverband zur Buntheit und kulturellen Vielfalt der Stadt München bei.

Darüber hinaus würdigte Bürgermeister Schmid die nationale und europäische Dimension des Wirkens der Landsmannschaft der Banater Schwaben: „Ob es die Vertretung der Belange der in Deutschland ansässigen Banater Schwaben, die Unterstützung der deutschen Minderheit im Banat oder die Pflege des Kulturgutes ist, Sie tragen maßgeblich zur Verständigung und zu einem friedlichen Zusammenleben in Deutschland und in Europa bei.“ Schmid schloss mit der an die junge Generation gerichteten Bitte, die Traditionen weiterzupflegen, denn: „Es ist für uns alle sehr wichtig, dass Ihre Kultur nicht verloren geht, sondern auch in die nächsten Generationen und Jahrzehnte hineingetragen wird“. Als Zeichen des Dankes für seine langjährige Unterstützung wurde Bürgermeister Josef Schmid mit der Ehrennadel des Kreisverbandes München ausgezeichnet. Kreisvorsitzender Bernhard Fackelmann überreichte ihm die Auszeichnung samt Urkunde.

BdV-Landesvorsitzender Christian Knauer überbrachte die Glückwünsche des Bundes der Vertriebenen und aller befreundeter Landsmannschaften zum 65-jährigen Bestehen des Kreisverbandes München. Dass das Jubiläum am Bayerischen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung gefeiert werde, sei kein Widerspruch, betonte Knauer. Am Vormittag habe man in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Horst Seehofer in einem Festakt der Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation gedacht, am Nachmittag hätten die Banater Schwaben durch eine Trachten- und Volkstanzdemonstration auf dem Marienplatz gezeigt, dass die Vertriebenen und Aussiedler die Kulturlandschaft in der Landeshauptstadt München bereichern. „Die Opfer, derer wir heute gedacht haben, würden sich freuen, wenn sie sehen würden, wie aktiv unsere Gemeinschaften noch sind“, sagte Knauer. Er dankte dem Freistaat Bayern und Ministerpräsident Seehofer für die Unterstützung der Belange der Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler und betonte, dass viele diesbezügliche  Impulse und Initiativen von Bayern ausgegangen seien. Knauer lobte die „starke Truppe der Banater Schwaben in München“ und sagte: „Sie dürfen sich glücklich schätzen und stolz auf sich selbst sein.“ Den Kreisvorsitzenden Bernhard Fackelmann bezeichnete er als einen „Glücksfall für den Verband“.

Als nächster Redner würdigte Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber die Arbeit des Kreisverbandes München, dem er selbst einige Jahre vorstand. Unter schwierigen Voraussetzungen gegründet, habe sich der Münchner Kreisverband entlang seines 65-jährigen Bestehens immer wieder neu erfunden. Das sei eines der Erfolgsrezepte dieses Verbandes. „Unsere Geschichte hier, in Bayern und im Banat weiter fortzuschreiben, war ein Anliegen aller Vorstände. Dass diese Arbeit erfolgreich war, hat sich heute gezeigt“, betonte Leber. An die Jugend gewandt sagte er: „Es liegt in Eurer Hand, in welche Richtung sich dieser Kreisverband entwickelt, was Ihr übernehmen werdet, was Ihr neu in dieses landsmannschaftliche Buch schreiben werdet.“ Er sei zuversichtlich, dass diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werde, unterstrich Leber, und wünschte viel Erfolg für die Zukunft.

Nach den Festreden folgte das von der Jugendtrachtengruppe gestaltete und von den Original Banater Dorfmusikanten begleitete Kirchweihprogramm. Die Vortänzer trugen die Kirchweihsprüche vor, wonach unter der Regie des Kirchweihvaters Sven Konschitzky der Kirchweihstrauß zur Versteigerung kam. Glückliche Gewinnerin des Straußes war Sophia Pistora.

Im Foyer des Saales konnte eine kleine, von Franz Henzel vorbereitete Bilderausstellung bewundert werden. Henzel sammelt seit vielen Jahren Bilder des Banater Malers Franz König, der im Stile Stefan Jägers die Banater Heimat von einst auf der Leinwand verewigt hat. Einen kleinen Teil seiner umfangreichen Sammlung präsentierte er nun der interessierten Öffentlichkeit.

Auf das Festprogramm folgte ein gemeinsames Abendessen. Die Metzgerei Eberl servierte für 300 Gäste Spanferkel mit Knödeln, ein Gaumengenuss, der alle Gäste zufriedenstellte. Bis um Mitternacht spielten die Original Banater Dorfmusikanten zum Tanz auf und sorgten für gute Stimmung. Damit endete ein großes, in dieser Form noch nie dagewesenes Fest, das allen Teilnehmern gewiss noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der Kreisvorstand bedankt sich ganz herzlich bei allen, die zum Erfolg dieses Jubiläumsfestes beigetragen haben.