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Banater Post

Neue Kulturprojekte für Nitzkydorf

Referenten, Ehrengäste und Teilnehmer des Symposiums mit der Kindertanzgruppe vor dem sanierten Brunnen, an dem eine Gedenktafel angebracht wurde. Fotos: Anton Robert Krumenacker

Bürgermeister Dănuţ Drăghici und HOG-Vorsitzende Dr. Hella Gerber enthüllten eine Gedenktafel an dem sanierten Brunnen vor der Schule.

Was die erste Auflage des 2016 in Nitzkydorf veranstalteten Symposiums „Das Kulturerbe der Banater Schwaben“ als interessantes Zukunftsvorhaben angedeutet hatte, scheint mit der zweiten Auflage sicher den Weg zu einer Traditionsveranstaltung im Geburtsort der Nobelpreisträgerin Herta Müller gefunden zu haben. Die Veranstalter, Lehrer Tiberiu Buhnă-Dariciuc, Gemeinde und Gymnasialschule, die Heimatortsgemeinschaft Nitzkydorf, das Internetportal FantasticulBanat.com und das Temescher Kreisschulinspektorat, haben diesmal das vielfältige banatschwäbische Kulturerbe am Beispiel Nitzkydorf in fünf Bereichen – Literatur und Malerei, Dokumentarfilm und Fotografie, Musik und Brauchtum, Religion, Architektur – durch Vorträge, Referate und Debatten von Historikern, Forschern, Schriftstellern, Publizisten und Lehrern zum Großteil zweisprachig (rumänisch und deutsch) beleuchtet.

Lehrer Tiberiu Buhnă-Dariciuc stellte die aus dem Ungarischen ins Rumänische übersetzte Dissertation über die Nitzkydorfer Mundart von Franz Kräuter (Budapest, 1907) vor. Der aus Nitzkydorf stammende
Autor und Redakteur der „Banater Zeitung“, Balthasar Waitz, präsentierte seinen heutigen Landsleuten wie auch etlichen ehemaligen Nitzkydorfern zweisprachig seinen letzten Prosaband „Menschen und andere Träume“. Der Schriftsteller und Übersetzer Simion Dănilă stellte den schönen Band „Ein Wort, ein Bild“ mit Gedichten des Hatzfelders Peter Jung und Werken seines Landsmannes
Stefan Jäger vor. Sehr gut kam beim Publikum ein von Cosmin Tanasă, Administrator des Portals FantasticulBanat.com, realisierter Dokumentarfilm über die Gemeinde Nitzkydorf an. Die Nitzkydorfer HOG-Vorsitzende Dr. Hella Gerber präsentierte sodann die kürzlich erschienene dritte Ausgabe des Nitzkydorfer Heimatblattes. Sie kündigte aber auch drei neue Kulturprojekte an: die Anbringung von Tafeln mit deutschen Straßennamen, die Reparatur der Kirchenorgel und die Förderung und Ausstattung der Schülertanzgruppe.

Zu kirchen- und religionsgeschichtlichen Themen referierten Diözesanarchivar Claudiu Călin und der Journalist Dușan Baiski. Während Călin drei herausragende kirchliche Persönlichkeiten – allesamt Söhne des Dorfes – würdigte (den Schulmann und Parlamentarier Dr. phil. Franz Kräuter, Monsignore Dr. theol. Franz Kräuter und Bischof Sebastian Kräuter), stellte Baiski anhand von Archivdokumenten die Einstellung der Banater Schwaben und ihre Haltung zur katholischen Kirche in der Zeit des nationalsozialistischen Einflusses dar. Der Lugoscher Musikologe Dr. Constantin-Tufan Stan referierte über die reichen deutschen Musiktraditionen.

Mit neuen schwäbischen Tänzen überraschte die Schülertanzgruppe mit ihrer rührigen Leiterin Margareta Dragoș. Eröffnet wurden anlässlich des Symposiums Fotoausstellungen von Cosmin Tanasă, Alex Zarin, Tiberiu Buhnă-Dariciuc und Anton Robert Krumenacker sowie eine Ausstellung von Plastiken und Malereien von Nitzkydorfer Schülern.

Zu einem überraschenden, aber zukunftsweisenden Schlussmoment gestaltete sich die Enthüllung einer von der HOG Nitzkydorf realisierten zweisprachigen Gedenktafel an dem sanierten Gassenbrunnen vor der Gymnasialschule durch Bürgermeister Dănuț Drăghici und Dr. Hella Gerber. Der Text, dem Nitzkydorfer Heimatbuch entnommen, bietet grundlegende Informationen über die Dorfbrunnen, von denen es in jeder Gasse fünf bis sechs gab.

Im Anschluss führten die zahlreichen Teilnehmer aus dem In- und Ausland, darunter der Präsident des Weltdachvebandes der Donauschwaben, Stefan Ihas, mit Gattin Anna Fernbach, die Direktorin der Temeswarer Lenauschule, Helene Wolf, und der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Lenauschule, Prof. Dr. Franz Quint, in der Schule, bei gutem Essen, die interessanten Gespräche noch bis zum späten Abend fort. Ein herzliches Dankeschön der Gastgeberin, Schuldirektorin Adelina Briscan.