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Banater Post

Viel Situationskomik und Wortwitz

Walter Winter (2. v.r.) brillierte in seiner Rolle als Jaqueline.

Überzeugten in ihren Rollen (von links): Johann Schelb, Johann Schmaltz, Ute Brischler, Brigitte Ferling, Walter Winter, Helmuth Schäfer, Maria Schelb (Souffleuse) und Corinna Klingler-Winter. Fotos: Karin Bohnenschuh

Am Abend des 25. März hieß es im Donauschwabenhaus in Frankenthal „Vorhang auf!“ Die Theatergruppe des Kreisverbandes Frankenthal bot eine Sondervorstellung für die Teilnehmer der Kultur- und Organisationstagung der Landsmannschaft der Banater Schwaben. Eine willkommene Gelegenheit, nach den Vorträgen und Aussprachen, die den ganzen Nachmittag gefüllt hatten, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Die Laienspieler aus Frankenthal präsentierten diesmal das volkstümliche Stück „Kreizfahrt im Schweinstall“, ein Lustspiel in drei Akten von Carsten Lögering. Schon der Titel der Komödie ließ erahnen, dass es sich um ein Mundartstück handelte. Die Theatergruppe bedient sich unserer banatschwäbischen Mundart als künstlerischem Ausdrucks- und Gestaltungsmittel, um dem ursprünglich in der Hochsprache geschriebenen Stück etwas Lokalkolorit einzuhauchen, wohl wissend, dass sie sich dadurch wie von selbst in die Herzen der Zuschauer spielen. Den Laiendarstellern ist es aber auch daran gelegen, einerseits die lange Tradition des Banater Mundarttheaters weiterzuführen, andererseits die Mundart als Ausdruck unserer Identität zu erhalten.

In dem mit Situationskomik und viel Wortwitz gespickten Verwechslungsspiel geht es turbulent zu. Bauer Jakob Schmitz (Walter Winter) lebt mit seiner Frau Gerda (Corinna Klingler-Winter) und Tochter Anna (Brigitte Ferling) auf seinem Hof. Weil der arbeitsscheue Landwirt jedoch die meiste Zeit über mit seinem Kumpel Werner (Johann Schmaltz) dem Alkohol frönt, erledigt Pheder, der Lehrjunge (Helmuth Schäfer) die tägliche Arbeit auf dem Hof. Dieser hat ein Auge auf Anna geworfen, was Jakob natürlich missfällt.

Nach einer Dorftombola jubeln Anna und Pheder dem Bauer den Hauptpreis unter: eine Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer. Die Unterlagen für die Schiffsreise überbringt in Vertretung der Gemeinde Lisa Poppe (Ute Brischler), Lokalreporterin und Gemeinderatsmitglied, die als neugieriges Tratschweib immer wieder auf dem Hof aufkreuzt. Da Bauer Schmitz panische Angst vor Wasser hat, schickt er kurzum seinen Saufbruder Werner auf Reise, um nicht dem Spott und Hohn der Dorfbewohner und seiner Familie ausgesetzt zu sein. Er selbst versteckt sich auf seinem Hof.

Aufgrund von unglücklichen Umständen muss sich Jakob als Frau verkleiden und gibt sich fortan als seine eigene verschollene Schwester Jaqueline aus. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Der Dorfpolizist Bernd Becker (Johann Schelb) hat ein Auge auf Jaqueline geworfen und stellt ihr ständig nach. Damit nicht genug. Das Kreuzfahrtschiff sinkt. Glücklicherweise überleben alle Passagiere, lediglich Jakob Schmitz gilt als vermisst. Es beginnt ein amüsantes Verwechslungsspiel, bei dem Jakob keinen Fettnapf auslässt und sich mehr und mehr in sein eigenes Lügenwerk verstrickt.

Das Theaterstück wurde mit Bravour von den Spielern aufgeführt. Mit viel Herzblut und Begeisterung agierten sie auf der Bühne. Die sieben Darsteller waren voll bei der Sache und überzeugten in Gestik und Mimik. Sie schlüpfen in ihre Rollen wie in eine zweite Haut. Es war eine großartige Gemeinschaftsleistung, wobei einer in seiner Rolle regelrecht brillierte: Walter Winter verkörperte die Rolle der Jaqueline köstlich. Spontaner Beifall während der Aufführung und lang anhaltender Applaus zum Schluss waren der Lohn für die Akteure. Zum Erfolg trugen auch die Leute hinter der Bühne bei: Maria Schelb als Souffleuse sowie Klaus Brischler und Bruno Ferling, die für Technik und Kulissen verantwortlich zeichneten.

Die Theatergruppe der Donaudeutschen Landsmannschaft Frankenthal bietet Laientheater vom Feinsten und wird bestimmt noch öfter die Gelegenheit bekommen, ihr Können bei Theaternachmittagen in unseren Kreisverbänden zu zeigen.