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Banater Post

Publikum genießt Varieté-Abend in Wendlingen in vollen Zügen

Die Kinder- und die Jugendgruppe überraschten mit ihren vielfältigen Darbietungen.

Beim Varieté-Abend des Kreisverbandes Esslingen brachten die Jungs der Jugendgruppe dem Publikum den Wassersport auf originelle Art und Weise näher. Mit ihrer Darbietung hatten sie die Lacher auf ihrer Seite.

Die Erwachsenengruppe des Kreisverbandes steuerte einen humoristischen Beitrag zum Varieté-Programm bei. Fotos: Ines Szuck

Es hatte schon etwas vom Einzug der Gladiatoren, als fünf junge Männer zu später Stunde zu Klängen des Marsches „Mir san die Kaiserjäger“ in die Stadthalle in Wendlingen einzogen. Aber irgendetwas stimmte nicht, statt Lendenschurz und Schwert trugen sie Bademäntel und Strandschlappen. Doch was das zu bedeuten hatte und welch wichtige Rolle Müllsäcke dabei spielten, sollten die Gäste des traditionellen Faschingsballs des Kreisverbands Esslingen noch früh genug erfahren.

Nachdem der Kreisvorsitzende Herbert Volk die bunt verkleideten Gäste am Samstag, den 18. Februar, in der Stadthalle in Wendlingen willkommen geheißen und begrüßt hatte, übernahmen Anna Lehmann und Johannes Krispin das Mikrofon: „Es erwartet sie ein Abend voller Akrobatik, Musik, Tanz und Glamour - ein Abend im Varieté“, kündigten sie an. Varieté steht für bunte Vielfalt und Abwechslung – und genau darauf durften sich die Gäste freuen. Die Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppe hatte ein buntes, vielfältiges und vor allem abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Den Anfang machten die Kleinsten. Ganz in schwarz mit leuchtend pinken Gürteln und Kopftüchern wirbelte die Kindertanzgruppe zu der Musik von „Fluch der Karibik“ über die Bühne und zeigte eine anspruchsvolle, aber sehr gelungene Bänder-Artistik. Es folgte ein ganz besonderes Lied, das vor allem Geschick und gutes Taktgefühl erforderte. Denn die Mädchen haben nicht nur einfach gesungen, der Rhythmus wurde durch abwechselndes Klatschen und kunstvolles Becherklopfen erzeugt. Die großen Mädchen der Kindertanzgruppe zeigten dann zu dem Lied „Candyman“ von Christina Aguilera eine flotte Tanzeinlage. Mit Stock, pinken Zylindern und passenden Hosenträgern rockten sie den Saal. Die Gäste waren begeistert und dankten den Tänzerinnen und kleinen Bänder- und Becher-Künstlern mit viel Applaus.

Eine besondere Attraktion war die Präsentation der beiden Kunstradfahrerinnen vom Kunstradverein Wendlingen: Pirouetten auf dem Hinterrad, Akrobatik auf dem Lenker bei hohem Tempo, und das ohne Helm und doppelten Boden. Es war mucksmäuschenstill im Saal, lediglich ein oh, ah oder wow war gelegentlich zu hören. Die beiden Radsportlerinnen zogen die Gäste in ihren Bann und wurden mit tosendem Beifall belohnt.

Sexy, mit einem Hauch von Verruchtheit, zeigten dann die Mädels der Jugendgruppe ihr Können. Gehüllt in schwarze Korsagen, kurze Pailletten-Hosen und silberne Zylinder ließen sie zu einem Musik-Mix aus Jazz, Cabaret und modernen Klängen schwungvoll die Hüften kreisen und heizten dem Publikum kräftig ein. Auch die Erwachsenengruppe ließ es sich nicht nehmen, mit einem Lied über die „Unnerhos“ und der bildlichen Darstellung einer Wäscherin beim Aufhängen eben dieser Unterhosen ihren humoristischen Beitrag zum Programm zu leisten.

Die vielen Stunden harter Arbeit und die wochenlangen Proben haben sich gelohnt, denn das Publikum bedankte sich für diese Vorführungen mit lang anhaltendem, nicht enden wollendem Applaus. Es gab nur einen Wermutstropfen, der Auftritt der Jungs der Jugendgruppe schien wohl ins Wasser zu fallen.
Kulinarisch kamen die Gäste auch dieses Mal auf ihre Kosten. Ob Salat, Schmalzbrot, Wurst oder Schnitzel mit Kartoffelpüree, hungrig musste dank unseres Küchenteams niemand nach Hause gehen. Und wer noch Lust auf Nachtisch verspürte, der hatte die Qual der Wahl beim reichhaltigen Kuchenbuffet, das bei den vielen Kuchen und Torten kaum einen Wunsch offen ließ. Bei den Gästen besonders beliebt war übrigens die Doboschtorte.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Band „Topklang“, die sich passend zum Motto des Abends in Schale geworfen hatte und ordentlich Stimmung machte.

Eine Frage bleibt aber immer noch ungeklärt. Welche Rolle spielten nämlich Müllsäcke, Bademäntel und Strandschlappen? Zu später Stunde dann die Antwort: Die Jungs der Jugendgruppe hatten sich etwas ganz Besonderes überlegt. Sie wollten dem Publikum den Wassersport näher bringen – mit Training für die Lachmuskulatur inklusive. Nachdem sie gladiatorenhaft eingezogen, sich der Bademäntel entledigt und den Sprung ins kalte Nass gewagt hatten, zeigten sie wie sexy Synchronschwimmen bei Männern aussehen kann. Ein Hingucker waren dabei nicht nur die bunten Badehosen, die verführerischen, knallgrünen Badekappen und Schwimmbrillen, sondern vor allem die unglaublich grazilen Bewegungen der Jungs. Höhepunkt der Darbietung war die akrobatisch anspruchsvolle Menschenpyramide, die dramaturgisch mit Konfettiregen untermalt wurde (Foto auf Seite 30). Das Publikum im Saal grölte vor Lachen und Begeisterung und forderte eine Zugabe, die erneut in tosendem Beifall endete. Ach ja, es wurde nicht etwa ein Schwimmbecken aufgebaut oder die Stadthalle unter Wasser gesetzt. Nein, blaue, große Müllsäcke, die von den Mädels kunstvoll drapiert wurden, dienten den Jungs als Schwimmbecken.

Eine besondere Freude bereitete uns der Besuch einer Abordnung der Narrenzunft Wendlingen – die Wen(U)boi – mit ihrem Zeremonienmeister Lothar Schindler, den Kreisvorsitzender Herbert Volk herzlich willkommen hieß. Der Zeremonienmeister ließ es sich seinerseits nicht nehmen, auch ein Grußwort an die Gäste zu richten und den zünftigen Wendlinger Narrenruf zu üben. Außerdem versprach er, im kommenden Jahr mit einer größeren Narrenschar zum Faschingsball des Kreisverbandes zu kommen und ordentlich mitzufeiern.

Aber was wäre ein solcher Abend ohne all die fleißigen Helfer, die im Hintergrund vorbereiten, auf- und abbauen und natürlich während des Abends mitarbeiten? An dieser Stelle gilt der Dank nicht nur den Darstellern auf der Bühne, sondern vor allem den Menschen hinter den Kulissen – also allen, die zum guten Gelingen dieser ersten großen Veranstaltung in diesem Jahr beigetragen haben.