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Banater Post

Es ist viel geschehen, es wurde viel geleistet

Dem am 4. Februar von der Hauptversammlung neu gewählten Bundesvorstand gehören an (von links): Franz Schlechter (HOG-Sprecher, Mitglied kraft Amtes), Harald Schlapansky, Jürgen Griebel, Christine Neu, Ehrenbundesvorsitzender Bernhard Krastl, Peter-Dietmar Leber, Georg Ledig, Werner Gilde, Walter Keller. Fotos: Cornel Simionescu-Gruber

Eine positive Bilanz der Amtsperiode 2014-2017 zog Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber in seinem der Hauptversammlung der Landsmannschaft der Banater Schwaben vorgelegten Rechenschaftsbericht.

Die Hauptversammlung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, laut Satzung höchstes Gremium des Vereins, tagte am 4. Februar in Ulm, der Patenstadt der Banater Schwaben. Gebildet wird die im dreijährigen Turnus zusammentretende Hauptversammlung von 75 Delegierten der Landesverbände sowie 20 Delegierten der Heimatortsgemeinschaften. In den „Ulmer Stuben“ waren außer
91 Delegierten als Gäste auch einige Vereinsmitglieder anwesend. Zum Auftakt der Hauptversammlung sprach Pfarrer Peter Zillich, bischöflicher Beauftragter für die Vertriebenenseelsorge in der Diözese Regensburg, das geistliche Wort.

Nach Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung der Hauptversammlung und ihrer Beschlussfähigkeit legte Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber den Rechenschaftsbericht für die Zeitspanne 2014-2017 vor. Innerhalb der Landsmannschaft der Banater Schwaben sei im Berichtszeitraum sehr viel geleistet worden, und zwar auf allen Ebenen der Verbandsarbeit und in sämtlichen Gliederungen – im Bundesverband, den vier Landes- und 48 Kreisverbänden, den 108 Heimatortsgemeinschaften und der Deutschen Banater Jugend und Trachtengruppen (DBJT). Dies habe auch der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, in seiner Rede beim Heimattag 2016 in Ulm zum Ausdruck gebracht. „Sie alle leisten wertvolle Arbeit und es ist Ihre Tatkraft, die das Florieren unserer reichhaltigen Kultur sicherstellt. Es ist eine Freude, mit Ihnen zusammenarbeiten“, zitierte Leber den Bundesbeauftragten.

Bundesvorsitzender Leber ging im ersten Teil seiner Ausführungen auf die organisatorische Struktur des Verbandes ein, erläuterte die Mitgliederentwicklung, die seit Ende der 1990er Jahre rückläufig ist, und würdigte die Arbeit der Bundesgeschäftsstelle in München mit der Redaktion der „Banater Post“, der Landesgeschäftsstelle in Stuttgart sowie des Kultur- und Dokumentationszentrums in Ulm. Die „Banater Post“ – „wichtigstes Instrument der Nachrichtenvermittlung unseres Verbandes, der Außendarstellung, aber auch der Bindung unserer Mitglieder an den Verband“ – konnte im vergangenen Dezember ihr 60-jähriges Bestehen feiern. „Es hat in der Geschichte der Banater Schwaben keine Zeitung gegeben, die länger und auch ununterbrochen erschienen ist“, unterstrich Leber.

Um den Bezug zum Banat, die Zusammenarbeit mit dem Banater Regionalforum, aber auch um neue Kooperationsansätze ging es im zweiten Teil des Rechenschaftsberichts. Leber wies auf die demografischen und strukturellen Veränderungen im Banat und deren Auswirkungen auf die deutsche Bevölkerung hin. Obwohl nur noch knapp 15000 Deutsche im Banat leben, verfügten diese nach wie vor über eine gute Infrastruktur, die es ihnen – auch dank Unterstützung seitens der rumänischen Regierung und der Bundesregierung – ermögliche, eine beachtliche kulturelle und gemeinschaftsfördernde Arbeit zu leisten. Erwähnung fanden auch der Einsatz der Heimatortsgemeinschaften für den Erhalt der Kirchen und Friedhöfe im Banat sowie die Jubiläumsfeiern in den Heimatorten.

Der dritte Teil des Rechenschaftsberichts bezog sich auf die Veranstaltungen, Aktivitäten und Projekte, die in den zurückliegenden drei Jahren in Deutschland durchgeführt wurden. Die Vereinschronik der Jahre 2014, 2015 und 2016 widerspiegele die Vielfalt landsmannschaftlichen Wirkens und mache deutlich:„Es ist viel getan worden und ein gutes Werk entstanden.“ Herausragende Ereignisse seien die Heimattage 2014 und 2016 in Ulm gewesen, wobei 2016 die erstmalige Teilnahme eines rumänischen Regierungschefs zu verzeichnen war, die zentrale Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Deportation zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion im Januar 2015 in Ulm, die Bundestreffen der Banater Chöre in Gerst-hofen oder die Herausgabe der Dokumentationen „Der weite Weg ins Ungewisse“ und „Wege in die Freiheit“. Zu den Hauptveranstaltungen auf Landesebene gehörten die Volkstanzfestivals in Freiburg, Göppingen und Pforzheim, die Kulturtagungen in Sindelfingen sowie die in München ausgetragenen Kultur- und Heimat-tage der Banater Schwaben in Bayern.

Bundesvorsitzender Leber erwähnte auch die Kontakte auf politischer Ebene sowie die zahlreichen Gespräche mit Vertretern von Institutionen und Behörden des Herkunftslandes, die es ermöglichten, die Anliegen der Banater Schwaben vorzubringen.

Den Finanzbericht präsentierte der stellvertretende Bundesvorsitzende Jürgen Griebel. Trotz sinkender Mitgliederzahlen und steigender Kosten sei es vor allem durch Einsparungen gelungen, jährlich einen ausgeglichenen Haushalt mit einem gewissen Überschuss zu erreichen. Dies sei notwendig, um das Angebot für die Mitglieder aufrechtzuerhalten und Rücklagen für das eine oder andere Projekt bilden zu können, betonte Griebel. Kurt Lohmüller legte sodann den Bericht der Kassenprüfer  vor.

Nach der Aussprache, zu der sich zwölf Delegierte zu Wort gemeldet hatten, und der Entlastung des alten Bundesvorstandes folgte die Wahl eines neuen Bundesvorstandes für die nächste dreijährige Amtsperiode. Als Wahlleiter fungierte der Ehrenvorsitzende der Landsmannschaft, Bernhard Krastl. Peter-Dietmar Leber  wurde in geheimer Wahl mit 97,75 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen im Amt des Bundesvorsitzenden  bestätigt. Laut Satzung stehen dem Bundesvorsitzenden vier vertretungsberichtigte Stellvertreter zur Seite. Die Delegierten bestätigten die stellvertretenden Bundesvorsitzenden Jürgen Griebel, Christine Neu und Georg Ledig in ihrem Amt. Neu in das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde Harald Schlapansky gewählt. Er tritt die Nachfolge von Johann Metzger an, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Die bisherigen Beisitzer im Bundesvorstand Werner Gilde und Walter Keller wurden ebenfalls im Amt bestätigt. Die Hauptversammlung wählte Kurt Lohmüller für weitere drei Jahre in das Amt des Kassenprüfers. Ihm zur Seite steht in Zukunft Herbert Volk, der anstelle von Michael Koppi gewählt wurde. Koppi war nicht mehr zur Wahl als Kassenprüfer angetreten. Das Schiedsgericht der Landsmannschaft der Banater Schwaben wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung bestätigt. Es gehören ihm an: Rechtsanwalt Hans-Günter Huniar, Pfarrer Peter Zillich, Rechtsanwalt Harald Zeitvogel, Rechtsanwalt Sorin Braun und Theresia Teichert.

Bundesvorsitzender Leber dankte dem aus dem Bundesvorstand ausgeschiedenen Johann Metzger für seine zwölfjährige Tätigkeit als stellvertretender Bundesvorsitzender und für die verantwortungsvolle Wahrnehmung der ihm übertragenen Aufgaben. Michael Koppi dankte er für seine Arbeit als Kassenprüfer und für seine jahrzehntelange landsmannschaftliche Tätigkeit.

Zum Tagesordnungspunkt „Aufgaben und Ziele unserer Landsmannschaft in der nächsten Amtsperiode“ brachten die neu gewählten Bundesvorstandsmitglieder Ideen und konkrete Vorschläge ein und informierten über anstehende Projekte.

Zum Schluss verabschiedeten die Delegierten einstimmig eine Resolution, die auf Seite 3 (in Kürze auch online) veröffentlicht wird. Die Hauptversammlung endete mit der Banater Hymne und dem Deutschlandlied.