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Banater Post

Eindrucksvolle Trachten- und Tanzparade

Einzug der Banater Trachtengruppen aus Esslingen-Wendlingen, Heidelberg-Leimen, Karlsruhe, Reutlingen und Singen sowie der Siebenbürgischen Tanzgruppe Ludwigsburg in die Halle. Foto: Banater Knipser Reutlingen

Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager empfing als Schirmherr des Volkstanzfestivals die Verbandsvertreter und Trachtengruppen in der Eingangshalle des Rathauses.

Die Ehrengäste aus der Landes- und Kommunalpolitik wurden bei ihrem Einzug in die Halle von den Trachtenträgern begrüßt. Fotos: Cornel Simionescu-Gruber

Am 8. Oktober fand das 21. Volkstanzfestival des Landesverbandes Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Pforzheim statt. Die Veranstaltung begann um 17 Uhr mit einem Empfang im Pforzheimer Rathaus. Wegen des Regens konnten die Tanzdarbietungen der Trachtenpaare nicht wie geplant vor dem Rathaus stattfinden, sondern mussten in die Eingangshalle verlegt werden. Hier hieß  Oberbürgermeister Gert Hager die Gäste herzlich willkommen.

Landesvorsitzender Josef Prunkl dankte für den Empfang im Rathaus der schönen Stadt Pforzheim. Es sei für die Banater Schwaben eine große Freude, das diesjährige Volkstanzfestival hier feiern zu können. Prunkl dankte auch dem Kulturamt der Stadt und seiner Leiterin Angelika Müller-Tischer für die begleitende Unterstützung der Veranstaltung im Vorfeld. In den letzten Jahrzehnten hätten viele Banater Schwaben in Pforzheim und Umgebung eine neue Heimat gefunden, mit der Folge, dass hier schon früh ein reges Verbandsleben einsetzte, so Prunkl.Eine ganze Reihe landsmannschaftlicher Veranstaltungen habe dazu beigetragen, die wechselvolle Geschichte der Banater Schwaben, ihre Kultur und ihr Brauchtum bekanntzumachen.

Die Erinnerung an die verlorene Heimat könne nur erhalten werden, wenn sie intensiv gepflegt werde, betonte Prunkl. Es sei gelungen, die Tradition und Kultur der Banater Schwaben zu bewahren und dabei trotzdem die Integration in die neue Heimat zu vollziehen. Beides sei unverzichtbar, denn es stifte Identität und gebe Orientierung. Die schmucken banatschwäbischen Trachten, die auch bei diesem Volkstanzfestival zur Schau gestellt werden, und die traditionellen Tänze seien ein klares Bekenntnis zur Heimat, ein Ausdruck von Zu- und Zusammengehörigkeit. Die Banater Schwaben seien bestrebt, ihr kulturelles Erbe zu bewahren, ihre Traditionen zu pflegen und an die nächsten Generationen weiterzugeben, versicherte der Landesvorsitzende.

Anschließend führten die Trachtenpaare mehrere Tänze vor, die von den Weinbergmusikanten unter der Leitung von Hans Wetzler begleitet wurden. Danach marschierte der Trachtenzug zum nahegelegenen CongressCentrum, wo das Volkstanzfestival seinen Lauf nahm.

Nach dem Einzug der Trachtengruppen in den Saal begrüßte Landesvorsitzender Josef Prunkl als
Ehrengäste den Oberbürgermeister der gastgebenden Stadt Pforzheim und Schirmherrn Gert Hager, den Festredner der Veranstaltung, Ministerialdirigent Herbert Hellstern vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg, den Fraktionsvorsitzenden der FDP/DVP im Stuttgarter Landtag, Dr. Hans Rülke, die Pforzheimer Stadträte Anneliese Graf (CDU) und Wolfgang Peter Gremminger (AfD). Vom Bundesvorstand der Landsmannschaft der Banater Schwaben wurden die stellvertretende Bundesvorsitzende Christine Neu, Beisitzer Werner Gilde und DBJT-Vorsitzender Harald Schlapansky willkommen geheißen. Begrüßt wurden auch die anwesenden Mitglieder des Landesvorstandes Baden-Württemberg, der Vorsitzende des gast-gebenden Kreisverbandes Franz Magamoll und dessen Ehrenvorsitzender Dr. Arnold Marschang.

Wenn man in den Saal schaue und die vielen Trachtenträger sehe, dann müsse man um die Gemeinschaft der Banater Schwaben nicht bangen, merkte Prunkl an. Angesichts der Vielzahl von jugendlichen Trachtenpaaren könne man zuversichtlich in die Zukunft schauen. Zum Schluss richtete der Landesvorsitzende Worte des Dankes an die Brauchtumsbeauftragte Theresia Teichert für ihr großes Engagement in der Vorbereitung des Volkstanzfestivals, an Gudrun Reitz, Mitarbeiterin der Landesgeschäftsstelle Stuttgart, an den Kreisverband Pforzheim, der sich konstruktiv und initiativ in die Organisation dieser Großveransatltung eingebracht hat.

Pforzheims Oberbürgermeister  Gert Hager begrüßte anschließend alle Gäste im Namen des Gemeinderats. Es sei für seine Stadt eine Ehre, Gastgeberin des 21. Volkstanzfestivals der Banater Trachtengruppen aus Baden-Württemberg zu sein. Gerne habe er die Schirmherrschaft über dieses beeindruckende Begegnungs- und Brauchtumsfest übernommen, versicherte Hager. Das Stadtoberhaupt würdigte das Engagement des Landesverbandes Baden-Württemberg und des Kreisverbandes Pforzheim, die bestrebt seien, das heimatliche Brauchtum zu erhalten und es an die nächsten Generationen weiterzugeben, aber auch die eigene Geschichte zu erforschen und zu dokumentieren. Wer um seine eigene Geschichte wisse, kann die der anderen besser verstehen und achten, so Hager. Die Banater Schwaben hätten es trotz schwieriger Zeiten und Umstände geschafft, ihre Identität zu bewahren, aber auch offen und tolerant gegenüber der Gesellschaft zu sein, in der sie heute leben.

Die Festrede hielt im Anschluss Ministerialdirigent Herbert Hellstern, der Grüße von Innen-
minister Thomas Strobl überbrachte. Die prachtvollen Trachten seien immer eine Augenweide, die schwungvolle Musik ein Ohrenschmaus, die Tänze seien, frei nach Platon, „die Kunst, die die Seele des Menschen am meisten bewegt“. Deshalb komme er immer gerne zu den Veranstaltungen der Banater Schwaben. Nichts könne die Treue und Liebe zur Heimat besser charakterisieren als die Trias Musik – Trachten – Tänze und eine aus tiefstem Herzen kommende Pflege der Tradition. Hellstern erinnerte an das Motto des diesjährigen Heimattages in Ulm: ,,300 Jahre Banater Schwaben – Wir schreiben unsere Geschichte fort“. Mit diesem Volkstanzfestival schrieben sie die Geschichte, die Tradition der Banater Schwaben eindrucksvoll fort. Wer auch immer glaube, Traditionspflege sei Asche der Vergangenheit, dem ruft er zu: „Tradition heißt nicht Asche zu bewahren, sondern die Flamme am Brennen zu halten.“ Sodann betrachtete Hellstern die Trias Musik – Trachten – Tänze im Einzelnen und unterstrich anhand von Beispielen und Zitaten deren hohen Stellenwert bei den Banater Schwaben. Blasmusik, Trachten und Volkstänze seien nicht nur ein Aushängeschild der Banater Schwaben, sondern auch wichtige Erkennungsmerkmale.

Kreisvorsitzender Franz Magamoll begrüßte seinerseits die Gäste in der Goldstadt Pforzheim, wonach Theresia Teichert als Dank und Anerkennung für ihre langjährige Tätigkeit   als Referentin für Brauchtumspflege von der Landsmannschaft der Banater Schwaben mit einer Urkunde geehrt wurde.
Die Tanzvorführungen der mitwirkenden Gruppen wurden von Melanie Müller und Stefanie Timmler moderiert.

Die Weinbergmusikanten eröffneten das Festival mit einer Polka und begleiteten die darauf folgenden Tanzdarbietungen. Die Blaskapelle absolvierte seit ihrer Gründung 1997 unzählige Auftritte und Tourneen und spielte sich mit ihrem unverwechselbaren Klang in die Herzen zahlreicher Zuhörer. Ihr Repertoire ist breit gefächert, wobei der traditionellen donauschwäbischen sowie der böhmisch-mährischen Blasmusik besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Die Erdbeergruppe des Kreisverbandes Karlsruhe eröffnete den Reigen. Die heute aus 16 Kindern bestehende Gruppe wurde im Jahr 2001  gegründet. Sie wird von Melanie Müller und Bianca Göpfrich geleitet. Die Kinder tanzten zu der bekannten „Südböhmischen Polka“ des Komponisten Ladislav Kubes.

Es folgte die Banater Trachtentanzgruppe Heidelberg-Leimen. Sie wurde 1992 gegründet und besteht heute aus acht aktiven Paaren, die, wenn auch ein bisschen älter geworden, mit ungebrochener Begeisterung dabei sind. Die von Josef und Hilde Klein geleitete Gruppe tanzte die gleiche Polka wie die Erdbeergruppe, also wurde dieser Tanz von zwei Generationen in zwei verschiedenen Choreografien vorgeführt.

Die Kindertanzgruppe des Kreisverbandes Reutlingen wurde erst im Oktober 2015 gegründet. Die Mitwirkenden sind sechs bis zwölf Jahre alt, einige von ihnen haben keine Banater Wurzeln. Die Kindertanzgruppe wird von Sabine Kirsch und Melinda Petla geleitet. Sie präsentierte die temperamentvolle „Aha-Polka“, komponiert von Nick Loris.

Die Brauchtums- und Volkstanzgruppe des Kreisverbandes Esslingen besteht seit 1988 und ist in Wendlingen am Neckar beheimatet. Sie umfasst drei Tanzgruppen mit insgesamt 40 Mitgliedern. Die Gesamtleitung hat seit der Gründung Renate Krispin inne. Die Kindergruppe steht unter der Leitung von Renate Krispin und Ann-Kathrin Kobsa, die Jugendgruppe unter der Leitung von Anna Lehmann und Lukas Krispin, während die Erwachsenengruppe von Helga Schutz und Arnold Krispin geleitet wird. Die wenigsten Kinder  und Jugendlichen haben Banater Wurzeln. Sie tanzten zusammen mit den „Banater Schwabenkindern“, einer seit 2012 bestehenden Tanzgruppe, die in Karlsruhe/Rheinstetten zu Hause ist und von der Tanzleiterin Dagmar Österreicher betreut wird.

Als Gast trat die Siebenbürgische Tanzgruppe Ludwigsburg auf. 1995 als Kinder- und Jugendtanzgruppe gegründet, besteht sie zurzeit aus 18 Aktiven im Alter von 9 bis 37 Jahren. In der Festtracht der Siebenbürger Sachsen aus Süd- und Nordsiebenbürgen führten die Tänzerinnen und Tänzer die Volkstänze „Sprötzer Achterrüm“ und „Nagelschmied“ vor.

Die Karlsruher Jugendtrachtengruppe, eine von drei Tanzgruppen des Kreisverbandes Karlsruhe, besteht seit 1993 und umfasst zurzeit 22 Jugendliche. Unter der Leitung von Melanie Müller und Bianca Göpfrich tanzten sie die von Norbert Gälle komponierte Polka „Böhmischer Traum“.

Als nächstes stand die „Wawipolka“ auf dem Programm, die gemeinsam von der Banater Trachtengruppe aus Singen und der Trachtengruppe der Banater Schwaben aus Reutlingen vorgeführt wurde. Die Singener Trachtengruppe wurde 1988 gegründet. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Junggebliebene haben sich immer wieder zusammengefunden, um die traditionellen Volkstänze zu pflegen. Die Gruppe trägt die Großjetschaer Tracht und wird von Familie Redl geleitet. Es gibt auch
eine Kindergruppe mit sechs Paaren, deren Leitung Stefanie Timmler innehat. Die Trachtengruppe der Banater Schwaben aus Reutlingen entstand auf Initiative von Christine Neu im Jahr 2009, ihre Mitglieder kommen aus den verschiedensten Dörfern des Banats, was die Vielfalt der getragenen Trachten erklärt. Die Gruppe wird von Christine Neu und Manfred Klotzbier geleitet.

Den bunten Tanzreigen beschloss die Erwachsenen-Trachtengruppe Karlsruhe mit dem Walzer „Gruß aus der Heimat“. Dieser Tanz wurde im Rahmen des Tanzleiterseminars von den Teilnehmern gemeinsam choreografiert und trägt deren Handschrift. Die Musik dazu kommt von der Blaskapelle Billed-Alexanderhausen. Die Banater Trachtengruppe Karlsruhe wurde im Jahre 1998 gegründet und besteht heute aus 22 Erwachsenen. Geleitet wird sie von Heidi Müller und Werner Gilde.

Nach dieser letzten Tanzdarbietung verabschiedeten sich die Moderatorinnen und luden zum nächsten Volkstanzfestival ein, das am 17. Juni 2017 in Göppingen stattfinden wird.

Nach dem Ausmarsch der Trachtengruppen folgte allgemeiner Tanz zur stimmungsvollen und abwechslungsreichen Musik der Band „Top Klang“.

Der Andrang war beim diesjährigen Festival so groß, dass Gäste abgewiesen werden musste, was dem Veranstalter natürlich leid tut.