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Banater Post

Sommerfest in Ingolstadt

Die „Original Banater Schwabenkapelle“ unter der Leitung von Horst Stromer begleitete musikalisch durch den Nachmittag.

Nikolaus Horn stellte die Stefan-Jäger-Ausstellung vor. Einsender: Nikolaus Horn

Die Jugendgruppe des Kreisverbandes Ingolstadt erntete für ihre Volkstanzvorführungen viel Beifall. Einsender: Elisabeth Klein

Einen wunderschönen Sommertag erlebten die Bewohner, Mitarbeiter und zahlreiche Gäste am 9. Juli im Banater Seniorenzentrum „Josef Nischbach“ in Ingolstadt. Das Haus feierte nämlich an diesem Tag sein traditionelles Sommerfest. Die tagelangen Vorbereitungen für dieses große Fest mit etwa 500 Teilnehmern, die Mühe der Mitarbeiter haben sich gelohnt. Sogar Petrus hatte Erbarmen mit uns und schenkte uns zum Fest den bisher einzigen sonnigen Samstag in diesem Jahr.

Bereits um 11 Uhr konnten zahlreiche Besucher der Eröffnung der Stefan-Jäger-Ausstellung im Hildegardis-Saal beiwohnen. Es handelt sich hierbei um eine von Nikolaus und Herwig Horn gestaltete Roll-Up-Ausstellung, die auf zwölf Displays insgesamt 64 Bildreproduktionen des bekannten und bei unseren Landsleuten sehr beliebten Schwabenmalers Stefan Jäger präsentiert. Das Besondere daran: Gezeigt werden bisher kaum bekannte Bilder des Künstlers in thematischer Anordnung.

Auch der Anlass der Ausstellungseröffnung war ein besonderer: die Freischaltung des Stefan-Jäger-Archivs im Internet, das somit allen Interessenten weltweit frei zugänglich ist. Das Online-Archiv wurde ebenfalls von Nikolaus und Herwig Horn im Auftrag des Hilfswerks der Banater Schwaben erarbeitet.
Der Vorsitzende des Hilfswerks, Nikolaus Rennon, bedankte sich zur Eröffnung der Veranstaltung bei
Nikolaus und Herwig Horn für die zeitintensive, mühevolle Arbeit, die sie in die Erstellung des Stefan-Jäger-Archivs investiert haben. Auch der Ehrenvorsitzende des Hilfswerks, Peter Krier, sprach den beiden Gestaltern des Online-Archivs seinen Dank aus und hob die Bedeutung dieser einmaligen Bild- und Text-Dokumentation hervor. Die Grundlage dafür, erinnerte Krier, hatte Dr. Peter Fraunhoffer geschaffen, der vor seinem Tod seine umfangreiche fotografisch festgehaltene Sammlung von Jägerschen Werken dem Hilfswerk der Banater Schwaben überlassen hat.

Das Archiv umfasst über 2300 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Studien und Skizzen des Schwaben-
malers und über 1000 von Nikolaus Horn gesammelte Textbeiträge über Stefan Jäger und sein Werk. Anhand der für die Roll-Up-Ausstellung ausgewählten Bildreproduktionen präsentierte Nikolaus Horn das Leben und künstlerische Schaffen des Malers, der zeitlebens nach eigenem Bekunden bestrebt war, seinen Landsleuten „die Kunst zugänglich zu machen, indem ich mich bemühe, in leicht verständlicher Form Motive aus dem Banater Volksleben und Landschaften darzustellen“. Mit seinem Werk habe Stefan Jäger wesentlich dazu beigetragen, dass das die Banater Landschaft, der Arbeitsalltag, die Feste und Bräuche der Banater Schwaben für immer auf Leinwand, Papier oder Karton verewigt sind, so der Redner. Die Digitalisierung des umfangreichen Bild- und Textmaterials wurde von Herwig Horn bewerkstelligt, dem auch die äußerst gelungene Gestaltung der Website jaeger.banater-archiv.de zu verdanken ist. Nun ist das Archiv freigegeben und für jedermann einsehbar.

Am frühen Nachmittag begann dann das Sommerfest. Wie jedes Jahr wurden die Besucher auch diesmal kulinarisch verwöhnt. Das Angebot umfasste außer den beliebten Mici noch Grillsteaks und Salate. Dazu gab es Bier vom Fass und gekühlte alkoholfreie Getränke. Später dann kamen die Besucher in den Genuss von süßen Köstlichkeiten: Torten, Kuchen und Eis. Das Kuchenbuffet war reichlich bestückt und bei der großen Auswahl war sicher für jeden Geschmack etwas dabei.

Für gute Unterhaltung sorgte diesmal die „Original Banater Schwabenkapelle“ aus Rechberghausen unter der Leitung von Horst Stromer, vielen als die Neupetscher Musikanten bekannt. Heimleiterin Elisabeth Klein bedankte sich bei der Kapelle für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung und hob hervor, dass die Musiker bereits zum zweiten Mal beim Sommerfest im Nischbach-Haus ohne Gage gespielt haben. Die Bewohner der Einrichtung wie auch die Gäste ließen sich von den vertrauten Blasmusikklängen entführen und genossen die heimatliche Atmosphäre. Trotz hohen Alters ist so manches Bein unruhig geworden und hätte am liebsten zu den schönen Klängen und Liedern mitgetanzt.

Mit viel Beifall bedacht wurde nicht nur die Blaskapelle, sondern auch die Jugendgruppe der Banater Schwaben aus Ingolstadt. In ihrer schönen schwäbischen Tracht führte sie ein paar Volkstänze vor, die beim Publikum Begeisterung und Bewunderung auslöste. Auf die Jugendgruppe ist immer Verlass: Sie ist zur Stelle, wenn bei einer Veranstaltung Hilfe gebraucht wird, und sie verschönert den Bewohnern so manchen Tag mit ihren Tänzen oder Theaterstücken. Dafür gebührt ihr ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön.

Der Tag ging viel zu schnell vorbei und als die Kapelle um 18 Uhr das letzte Stück spielte, dachte nicht jeder ans Nachhausegehen. Man hatte sich noch so viel zu erzählen, schließlich ist das Sommerfest im Nischbach-Haus immer auch ein kleines Heimattreffen.

Herzlichen Dank an alle Mitarbeiter und an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die durch ihren Einsatz zum Gelingen dieses einmaligen Sommerfestes beigetragen haben.