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Banater Post

Wie Tanzen Sprachbarrieren überwindet (Teil 2)

Auch die Gemeinschaftstänze der Jugendorganisation DBJT verbinden: Gäste und Gastgeber beim gemeinsamen Tanzen der Polka „Veilchenblaue Augen“. Fotos: Ines Szuck

Es gibt verschiedene Arten Polka zu tanzen − hier die Polka aus Saderlach.

Die Kindertanzgruppe Esslingen/Wendlingen begeisterte das Publikum mit einem Rock 'n 'Roll.

Einen gebührenden Abschluss des Tages, aber auch des gesamten Jugendaustausches in Wendlingen bot der „Banater Abend“, der ganz im Zeichen der Kultur stand und auch zur Einstimmung auf die Heimattage in Ulm diente. Nach einer kurzen Begrüßung der Gäste, unter denen auch Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel, Vertreter der Stadtverwaltung, der Landesvorsitzende der djo (Deutsche Jugend in Europa) Hartmut Liebscher, sowie Harald Schlapansky, Vorsitzender der DBJT (Deutsche Banater Jugend- und Trachtengruppen) waren, ging es auch schon los. Den Anfang machte Dr. Karl-Peter Krauss, Historiker am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen, mit seinem Vortrag über die Ansiedlung der Banater Schwaben im Banat. Dieser wusste außer dem geschichtlichen Hintergrund noch so manche Anekdote zu erzählen und löste damit so manchen Lacher aus. Im Anschluss berichtete Renate Krispin in einem Kurzvortrag mit Bildern über die zahlreichen Aktivitäten der Trachtentanzgruppe Esslingen / Wendlingen und dem regelmäßig stattfindenden Austausch mit Jugendgruppen aus dem Ausland.
Und dann zeigten die Jugendlichen aus Esslingen und dem Banat im Wechsel, was sie können. Ob Walzer, Polka oder Modern, es gab von allem etwas zu sehen. Durch den Abend führten Elisa Schöffler und Johannes Krispin. Besonders angetan waren die Kinder und Jugendlichen aber auch das Publikum von der Darstellung der verschiedenen Polka-Arten. Obwohl sich hinterher keiner mehr an den genauen Herkunftsort erinnern konnte, wurde zum Beispiel lautstark darüber diskutiert, ob die Polka bei der sich der Mann nach hinten lehnt und den Bauch rausstreckt  oder aber doch die bei der er den Popo rausstreckt lustiger war. Viel Applaus gab es auch für die Kinder der Tanzgruppe Esslingen, die dem Publikum mit temporeichen Rock 'n 'Roll-Klängen so richtig einheizten. Bevor alle gemeinsam zum Abschluss das Lied „Wahre Freundschaft“ sangen, bedankten sich die Gruppen- und Tanzleiter Edith Singer, Monica Lazea, Edith Barta und Hansi Müller ganz herzlich für die erfahrene Gastfreundschaft, für die vielen Gespräche und Begegnungen und überreichten Herbert Volk (Vorsitzender des Kreisverbandes Esslingen), Erwin Wogh (Kassenwart),  Renate Krispin (Leiterin der Trachtentanzgruppen Esslingen/Wendlingen) ein kleines Präsent mit Literatur und Köstlichkeiten aus dem Banat. Müde aber glücklich fielen alle ins Bett und freuten sich auf die noch folgenden beiden Tage in Ulm. Denn gemeinsam ging es zu den Heimattagen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, an alle Organisatoren, die vielen unsichtbaren Helfer und an alle die dazu beigetragen haben, dass dieser Jugendaustausch möglich war. Ohne sie, wäre das alles nicht zu stemmen gewesen. Danke für die Zeit, Nerven und Geduld, die in dieses Programm gesteckt wurden. Ein Dank auch an den Bundes- und Kreisverband, die mit ihrer finanziellen Unterstützung zum Erfolg des Austausches beigetragen haben.

Während des Jugendaustausches wurden viele neue Freundschaften geschlossen. Um diese jetzt zu vertiefen sind die sozialen Netzwerke eine große Hilfe. Anna fasst es so zusammen: „Durch Facebook kann man ein bisschen verfolgen, was die anderen so machen, welche Auftritte sie haben, wie es ihnen geht. Man hat sein Netzwerk ausgebaut, auch wenn es durch die Sprachbarrieren nicht so einfach war und ist. Das Schönste ist aber, dass das Tanzen so verbindet, dass es schlussendlich völlig egal ist, wo man her kommt und welche Sprache man spricht.“