Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V.

Kultur bereichert und verbindet

Klaus Loderer, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (rechts), stellt die Sanktanner Trachtengruppe vor.

Die Sanktannaer Trachten weckten reges Interesse beim Publikum des 61. Ungarndeutschen Schwabenballs. Einsender: Gerhard Fuss

Zum 61. Bundesschwabenball lud die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) am 16. April nach Gerlingen bei Stuttgart ein. Wie schon im Vorjahr, nahm auch diesmal eine Trachtengruppe aus Sankt-anna daran teil. Musik und Tanz bestimmen das traditionelle Treffen in der mit über 500 Gästen besetzten Stadthalle von Gerlingen. Nach der herzlichen Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Gerlingen, Georg Brenner, wurde der Schwabenball mit dem Einmarsch der Tanz- und Trachtengruppen zu den Klängen des Prinz-Eugen-Marsches eröffnet. Dem langen Zug ging der geschmückte Rosmarinstrauß voraus. Die Paare in ihren bunten und zum Teil sehr aufwändigen traditionellen Trachten waren eine Augenweide.

Ein erster Höhepunkt des Abends war die Trachtenschau. Klaus Loderer, Bundesvorsitzender der LDU, führte durch den Abend und stellte die Trachten sachkundig vor. Das Publikum konnte die verschiedensten Trachten – von der Kirchgang- und Kirchweihtracht über die Hochzeitstracht bis hin zu den Alltagstrachten und der Berufsbekleidung der Weinbauern aus Wudersch/Budaörs – bewundern und sich auch ein Bild davon machen, mit wieviel Mühe und Hingabe diese gefertigt wurden. Viel Applaus war Dank und Lohn der Zuschauer an die Trachtenpaare.
Die Sanktannaer Trachtengruppe erntete nicht nur große Bewunderung für ihre Tracht, insbesondere für die aufwändig gefertigte Kirchweihtracht, sondern erhielt auch beim Polkatanzen begeisterten Zuspruch seitens der ungarndeutschen Freunde. Die Gruppe wurde angeführt von den Fahnenträgern Irmgard und Johann Teuber (Reutlingen), gefolgt von den Trachtenpaaren Theresia und Michael Reiter (Nürtingen), Katharina und Richard Zimmermann (Grafenberg), Wilhelmine und Gerhard Fuss (Heilbronn), Katharina und Walter Bissinger (Ebersbach) sowie Maria und Anton Mayer (Wiesenbach). Von Begeisterung ergriffen war eine junge Frau im Publikum, die den Auftritt der Sanktannaer Trachtengruppe mit der Kamera festhielt und sich mit einer Herzensbitte an die Gruppe wandte: Ob man ihr gestatten würde, die Tracht anzuprobieren. Kurzerhand wurde ihr der Wunsch erfüllt. Dankbar und glücklich ließ sie sich darin fotografieren.
Im offiziellen Teil des Abends erinnerte der Landesvorsitzende der LDU, Rudolf Fath, an die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn, die fast auf den Tag genau vor 70 Jahren stattfand, und betonte, dass das Erinnern Teil des Verarbeitungsprozesses dieses dunklen Bereichs der Geschichte sei. Fath ehrte mit der Jakob-Bleyer-Medaille in Silber unter anderem den stellvertretenden Landesvorsitzenden der LDU, Joschi Ament, in Anerkennung seines unermüdlichen Einsatzes für den Erhalt und die Pflege des ungarndeutschen Kulturgutes.
Grußworte überbrachten sodann András Izsák als Gesandter der ungarischen Botschaft in Berlin sowie die beiden Bürgermeister aus Elek und Tata. Die Rede des verhinderten deutschen Botschafters in Budapest, Dr. Heinz Peter Behr, wurde von Bürgermeister Brenner verlesen.
Weitere Höhepunkte im Verlauf des Abends waren die mit Leidenschaft und Hingabe von den Tanzgruppen aus Elek und Gomaringen dargebotenen Tänzen, die Tanzvorführungen des Ungarndeutschen Folkloreensembles aus Wernau sowie die traditionelle Verleihung des Rosmarinstraußes, der diesmal an die Tanzgruppe aus Elek ging.
Auf den offiziellen Teil folgte der Tanzabend für alle, die bei Polka und Walzer nicht mehr still sitzen konnten und zu den Blasmusikklängen der Original Schwabenländer Musikanten unter der Leitung von Peter Schröppel vergnügt das Tanzbein schwangen. Es war ein gelungener Festabend der Traditionen, bei dem Kultur ausgetauscht, Gespräche in gemütlicher Runde geführt und Erinnerungen geteilt wurden, beim dem der Csárdás die Tänzer ins Schwitzen brachte und die vertraute Volksmusik das Publikum zum Mitsingen verführte.