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Tag der Heimat in Stuttgart

Am 19. September wurde in Stuttgart Tag der Heimat gefeiert. In seiner Festansprache würdigte Innenminister Heribert Rech den Tag als Zeichen der Verbundenheit zwischen Heimatvertriebenen und Einheimischen. „Am Tag der Heimat drängt sich vieles in unsere Gedanken. Da ist zum Beispiel die Erinnerung an das Leben in der alten Heimat, an die tragischen und schicksalhaften Ereignisse von Flucht und Vertreibung.“ Das sagte der Landesbeauftragte für Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler, Innenminister Heribert Rech, beim Tag der Heimat des Kreisverbandes Stuttgart des Bundes der Vertriebenen. Gerade Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen mussten, würde der Gedanke an die Heimat nie verlassen. Es seien nicht mehr viele Menschen, die die deutschen Siedlungsgebiete im Osten und Südosten Europas ihre Heimat nennen würden, die diese durch Flucht und Vertreibung verloren hätten. Daraus ergebe sich für die Nachgeborenen der Auftrag, an der Schwelle von der Erlebnis- zur Erinnerungskultur die Erinnerung an die Heimat der Eltern und Großeltern zu bewahren. Denn nur die Erinnerung könne fortwirken, und nur aus der Erinnerung könnten Lehren für die Gegenwart gezogen und die Zukunft gestaltet werden.

Der Tag der Heimat sei auch Mahnung, wachsam zu sein, dass sich die schrecklichen Ereignisse von Krieg und Vertreibung nicht wiederholten. Auch heute müsse die Tragödie von Flucht und Vertreibung im Bewusstsein lebendig gehalten werden. Aus diesem Grund begrüße er, dass mit dem Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin ein Ort der Mahnung entstehe. „Am Tag der Heimat empfinden wir auch Solidarität mit den Deutschen, die als Volksgruppen und Minderheiten nach wie vor im Osten leben“, sagte Rech und lobte den Einsatz der Heimatvertriebenen für die in den Herkunftsgebieten verbliebenen Deutschen. Die unzähligen Initiativen, zum Beispiel der Landsmannschaften, seien eine große Hilfe für die Landsleute und hätten viel Gutes hervorgebracht. Die Heimatvertriebenen hätten als erste die Brücken in die Herkunftsländer wieder neu gebaut. Es gebe auch große Solidarität mit den Spätaussiedlern, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen seien und auch heute noch kämen.

Die Rahmenbedingungen seien nicht immer die besten, und er wolle nicht verschweigen, dass es an der einen oder anderen Stelle Eingliederungsschwierigkeiten gebe: „Umso mehr müssen unsere Anstrengungen dahin gehen, den Neuankömmlingen einen guten Start in unserem Land und gute Integrationschancen zu bieten, so wie wir dies schon für viele Tausend Spätaussiedler in den Jahren zuvor erfolgreich getan haben.“ Der Tag der Heimat könne auch als Tag der Hoffnung angesehen werden: Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Freiheit in einem vereinten und versöhnten Europa, als ein vereintes Europa, wie es die Heimatvertriebenen schon 1950 in ihrer Charta als ihre Vision der Zukunft beschrieben hätten. Die Vision von Europa als einer geeinten Völkerfamilie, als Friedensgemeinschaft, als christliche Wertegemeinschaft sei mit der Europäischen Union schon ein ganz großes Stück Wirklichkeit geworden. Nicht zuletzt sei der Tag der Heimat ein Tag des Dankes an die Heimatvertriebenen, Flüchtlinge und Spätaussiedler für all das, was sie für unser Land getan hätten, für die Pflege von Tradition und Brauchtum und für die Verständigung in Europa. „Möge der Tag der Heimat aufs Neue Zeichen der Verbundenheit zwischen Heimat-vertriebenen und Einheimischen setzen. Möge er das Bewusstsein so wichtiger Werte wie Heimat und Freiheit vertiefen, die für ein gemeinsames solidarisches Miteinander und für den Frieden in der Welt unverzichtbar sind.”