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Banater Post

Eindrucksvolle Tanz- und Trachtenschau

Trachtenträger, Vereinsfahnen und Blasmusikanten fügen sich zu einem großen Ganzen zusammen. Foto: Nikolaus Dornstauder

Der Trachtenverein „Waldfrieden“ Großhadern, Patenverein des Kreisverbands München, legte einen zünftigen Schuhplattler aufs Parkett. Foto: Cornel Simionescu-Gruber

Kreisvorsitzender Bernhard Fackelmann mit Gattin (vorne rechts) mit Ehrengästen: BdV-Landesvorsitzender Christian Knauer mit Gattin, Andreas Lorenz MdL, Stadträtin Dr. Manuela Olhausen (links), Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber mit Gattin. Foto: Cornel Simionescu-Gruber

Dem Attribut „groß“ wurde der diesjährige Schwabenball ohne Zweifel gerecht. Am 16. Januar kamen beinahe 140 Trachtenträger und 600 Gäste zum Großen Schwabenball in München zusammen. Angeführt von den Fahnenabordnungen aus München, Freising und Waldkraiburg, musikalisch begleitet von den Original Banater Dorfmusikanten München unter der Leitung von Helmut Baumgärtner, zogen die Trachtenpaare in den bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal im Gasthaus Heide-Volm in Planegg ein. Dem Publikum bot sich eine Vielzahl verschiedener Trachten dar, die die Spezifika der einzelnen Banater Ortschaften sichtbar machten und sich wie ein Mosaik zu einem Abbild des Banats zusammenfügten. Der Kreisverband München war nicht nur im Vorfeld organisatorisch tätig, sondern sorgte auch für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Kreisvorsitzender Bernhard Fackelmann begrüßte die Gäste und hieß besonders die Ehrengäste herzlich willkommen, darunter Christian Knauer, Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Bayern, Stadträtin Dr. Manuela Olhausen, Landtagsabgeordneter Andreas Lorenz, Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Christine Neu, Werner Gilde, Georg Ledig und Harald Schlapansky, Mitglieder des Bundesvorstands der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Heimatpfarrer Peter Zillich, die Mitglieder des BdV-Landesvorstands Bayern Alma Bitz (Landsmannschaft der Deutschen aus Russland), Dr. Alfred Lange (Bund der Danziger), Ernst Schroeder (Pommersche Landsmannschaft), der Patenverein des Kreisverbands München „Waldfrieden“ Großhadern sowie zahlreiche Vorstandsmitglieder der Landes- und Kreisverbände und der Heimatortsgemeinschaften.

Nach dem Verlust der Heimat sei es den Banater Schwaben gelungen, in Deutschland Wurzeln zu schlagen. Ihren Bezug zum Banat hätten sie sich dennoch bewahrt, so der Münchner Kreisvorsitzende. Sie identifizierten sich mit ihrer Heimat und stünden in engem Kontakt zueinander. Dafür spreche auch das rege Interesse an den Veranstaltungen, die in München und Bayern 2015 stattfanden. Der große Schwabenball in München sei ein hervorragender Startschuss für ein weiteres Jahr intensiver und erfolgreicher Arbeit des Kreisverbandes. Fackelmann dankte allen Gästen, besonders aber den Trachtenträgern, seien die Trachten doch das Aushängeschild der Banater Schwaben.

Der BdV-Landesvorsitzende Christian Knauer zeigte sich in seinem Grußwort erfreut über den starken Zusammenhalt der Banater Schwaben, der sich in der regen Teilnahme an der Brauchtums- und Traditionspflege widerspiegele. In Anbetracht der aktuellen massiven Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland unterstrich der Redner, dass es den deutschen Flüchtlingen, Vertriebenen und Aussiedlern gelungen sei, sich aus eigener Kraft in Deutschland zu integrieren. „Dies ist etwas, worauf Sie stolz sein dürfen und worauf auch unser Land stolz sein darf“, resümierte Knauer.

Wie der Schwabenball eindrücklich zeige, existiere eine aktive junge Generation, die sich den Banater Schwaben zugehörig fühle, obgleich viele von ihnen schon in Deutschland geboren wurden. Genau diese Generation könne Sorge dafür tragen, die Geschichte und Traditionen der Banater Schwaben nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Treten Sie in der Öffentlichkeit auf, begeistern Sie die jungen Leute für die Familiengeschichte, begeistern Sie sie dafür, Zeugnis abzulegen für die Leistungen der Generationen vor ihnen, begeistern Sie sie für das Banat – das darf nicht untergehen,“ appellierte Knauer an die Gäste.

Auch der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, stellte in seinem Grußwort die Gewichtigkeit der jungen Generation heraus. Durch ihr Zutun, durch ihre Bereitschaft sei es möglich, Traditionen fortzuführen, die ihren Ursprung im Banat haben, und die Geschichte der Banater Schwaben fortzuschreiben. „Es erfordert von Ihnen einen besonderen Einsatz innerhalb dieser Gemeinschaft, damit wir als solche noch bestehen können. Sie zeigen, dass Sie dies wollen und wir alle sind aufgefordert, Sie in diesem Wirken zu unterstützen“, sagte Leber. Der große Schwabenball in München sei im landsmannschaftlichen Kalender schon immer eine besondere Veranstaltung gewesen und eine Tradition, für deren Fortbestand man sich einsetzen solle. Sein Dank galt den Organisatoren, aber auch allen anwesenden Trachtenpaaren und Gästen, die gewillt sind, sich für die Weiterführung einer Tradition einzusetzen, die mehr als einhundert Jahre ins Banat zurückreicht.

Durch den Abend führten Lisa-Maria Klingler und Jennifer-Kathrin Steigerwald, beide Mitglieder der Tanzgruppe München. Sie begrüßten die mitwirkenden Trachtenpaare aus München, Reutlingen, Freising, Karlsruhe, Singen, Traunreut und Waldkraiburg, wonach die Jugendgruppe der Trachtengruppe München (Leitung Ann-Kathrin und Maximilian Wagner sowie Sven Konschitzky) das Programm mit der Polka „Am Donaustrand“ und dem Bändertanz „Schwalbenmütterchen“ eröffnete.
Nicht nur bei der Sprachauswahl hatten sich die beiden Moderatorinnen für zwei verschiedene Varianten entschieden – Lisa auf Schwowisch und Jennifer auf Hochdeutsch –, auch bei der Tracht hatten sie sich für verschiedene Ausführungen entschieden. Lisa-Maria Klingler trug eine traditionelle Kirchweihtracht, wohingegen Jennifer-Kathrin Steigerwald eine neue, auf dem Trachtenseminar im Oktober in Bad Herrenalb erstellte Tracht präsentierte. Unter der Anleitung von Barbara Fetzer und Theresia Teichert fertigten die Teilnehmer des Seminars zwei Trachten an, eine Mädchen- und eine Frauentracht, die von den Tanzgruppen bei Auftritten als Alternative zur Kirchweihtracht getragen werden können und auf dem Schwabenball von Barbara Fetzer präsentiert wurden.

Die Trachtengruppe Reutlingen (Tanzleitung Manfred Klotzbier) präsentierte die „Wawi-Polka“ und die Erwachsenengruppe der Tanzgruppe München (Leitung Stefan Ruttner) schloss sich mit der Polka „Junggeselle“ an. Einen Einblick in die bayerische Tradition des Tanzens, auch des Schuhplattlerns, bot der Patenverein „Waldfrieden“ Großhadern unter der Leitung von Christian Baumann, der seit Jahren ein fester Bestandteil des Großen Schwabenballs ist. Die Kapazität der Tanzfläche wurde beim anschließenden gemeinsamen „Donauschwabenwalzer“ aller Trachtenpaare auf den Prüfstand gestellt.
Zum Tanz spielten die Original Banater Dorfmusikanten auf. Mit einem abwechslungsreichen Repertoire sorgten sie für gute Stimmung und eine stets gefüllte Tanzfläche.

Der Vorstand des Kreisverbands München nutzte den festlichen Rahmen des Großen Schwabenballs, um Personen zu ehren, die sich im Laufe der Jahre besondere Verdienste erworben haben. Franz Henzel, Gründungsmitglied sowie erster Tanzleiter der 1980 ins Leben gerufenen Trachtengruppe München, war einer von ihnen. Ihm ist auch die Choreographie des DBJT-Gemeinschaftstanzes „Kathiländler“ zu verdanken. Auch Stefan Ruttner wurde als Gründungsmitglied der Trachtengruppe München sowie für seine langjährige Tätigkeit als Tanzleiter der Erwachsenengruppe gemeinsam mit seiner Frau Karin – ebenfalls seit vielen Jahren Mitglied der Tanzgruppe – ausgezeichnet. Auf die Unterstützung und die Förderung der Belange der Banater Schwaben, sei es auf lokaler Ebene durch die Münchner Stadträtin Dr. Manuela Olhausen, oder auf Landesebene durch den Landtagsabgeordneten Andreas Lorenz, konnte der Kreisverband München immer bauen. Zudem nimmt das Ehepaar regelmäßig an landsmannschaftlichen Veranstaltungen in München teil. In Würdigung ihres Einsatzes für die Banater Schwaben erhielten auch Dr. Manuela Olhausen und Andreas Lorenz das Ehrenabzeichen des Kreisverbands München samt Urkunde. Den Ausgezeichneten zu Ehren tanzten die Trachtenpaare den „Kathiländler“ und die Polka „Veilchenblaue Augen“, bevor sie die Tanzfläche für die Gäste freigaben, die den restlichen Abend von der „Akustik-Band“ musikalisch unterhalten wurden.