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Banater Post

Vom Engel, der nicht singen wollte

Die kleinen Darsteller des Krippenspiels „Der Engel der nicht singen wollte“, im Hintergrund das Organisationsteam (v.l.n.r. Renate Krispin, Janice Walter, Ann-Kathrin Kobsa und Anna Lehmann)

Der neu gewählte Vorstand des Kreisverbandes Esslingen mit dem Landesvorsitzenden Josef Prunkl (von links, stehend): Helmut Lauth, Arnold Krispin, Erwin Wogh, Josef Prunkl, Herbert Volk, Livius Loth-Simon; sitzend: Ines Szuck, Helga Schutz und Renate Krispin. Fotos: KV

Als der kleine Engel in der Weihnachtsnacht plötzlich zu singen aufhört, finden das alle unerhört. „Warum willst du nicht singen?“, fragt der Großengel streng. Der Kleine hat natürlich seine Gründe, und die klingen plausibel. Statt weiter singen zu müssen, erhält er nun eine ganz besondere Aufgabe.

Doch bevor es am 6. Dezember 2015 im Katholischen Gemeindezentrum St. Georg in Unterboihingen hieß, Vorhang auf für das Weihnachtsspiel, begrüßte der Kreisvorsitzende Herbert Volk den Landesvorsitzenden der Banater Schwaben Josef Prunkl und hieß alle Landsleute sowie die Eltern, Verwandten und Bekannten der mitwirkenden Kinder und Jugendlichen im festlich geschmückten Gemeindesaal zur Mitgliederversammlung des Kreisverbandes herzlich willkommen.Es folgten der Bericht des Vorstandes und dessen Entlastung, durchgeführt vom Vorsitzenden der HOG Traunau Eckhardt Petendra. Herbert Volk dankte auch den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Roswitha Hoch, Ann-Kathrin Kobsa und Peter Kobsa für die langjährige Unterstützung.

In seinem Grußwort an die anwesenden Gäste erinnerte Josef Prunkl an die Vergangenheit der Banater Schwaben. Er nahm damit Bezug auf die vielen Flüchtlinge, die zurzeit in Deutschland Schutz, Hilfe und ein friedliches Leben suchen. Denn was Flucht und Vertreibung bedeuten, was es heiße, die alte Heimat zu verlassen in der Hoffnung auf ein freies Leben, wüssten die Banater Schwaben aus eigener Erfahrung. Sie wüssten aber auch – und das betonte der Landesvorsitzende – wie Integration gelingen könne.  

Im Anschluss moderierte Josef Prunkl auch die Wahlen des neuen Vorstandes. Gewählt wurden: Herbert Volk (Vorsitzender), Ines Szuck (stellvertretende Vorsitzende), Erwin Wogh (Kassenwart), Livius Loth-Simon (Schriftführer), Renate Krispin (Leitung Trachtengruppe) und Helmut Lauth. Zu Kassenprüfer gewählt wurden Helga Schutz und Arnold Krispin.

Danach konnten sich die Gäste bei Kaffee und den zahlreichen selbst gebackenen Kuchen, Torten und Plätzchen stärken. Und dann war es endlich soweit: Vorhang auf für das Theaterstück „Der Engel, der nicht singen wollte“ nach einer Bearbeitung von Brigitte Messerschmidt.

Die Kinder- und Jugendtanzgruppe des Kreisverbandes Esslingen zeigte den anwesenden Gästen ein sehr besinnliches und zum Nachdenken anregendes Krippenspiel. Mitten im Gesang zur Heiligen Nacht stockte der kleine Engel, hielt sich die Hand vor den Mund und stampfte mit dem Fuß auf. Auf die Frage des Großengels, weshalb er aufgehört habe zu singen, antwortete der kleine Engel: „Ich wollte ja singen. Aber als dann das mit dem ‚Frieden auf Erden unter den Menschen‘ kam, konnte ich nicht mehr weiter mitsingen. Es ist nicht wahr, dass auf Erden Friede unter den Menschen ist und ich singe nicht gegen meine Überzeugung! Ich merke doch den Unterschied zwischen dem, was wir singen, und dem, was auf Erden ist.“

Der große Engel schaute ihn lange schweigend an. Dann nickte er und sagte: „Du hast es so gewollt. Du liebst die Wahrheit mehr als das Gotteslob. Dieses Merkmal deines Wesens wird nun zu deinem Auftrag. Du wirst von heute an den Frieden Gottes und dieses Kindes zu den Menschen tragen. Tag und Nacht wirst du unterwegs sein.“ So ging der kleine Engel in die Welt und begann zu wirken. Angefochten und immer neu verwundet, verrichtet er seither seinen Dienst und sorgt dafür, dass die Sehnsucht nach dem Frieden nie mehr verschwindet und Menschen dazu antreibt, Frieden zu suchen und zu schaffen. Tosender Beifall der begeisterten Gäste belohnte die kleinen und großen Mitwirkenden, die viel Zeit und Mühe ins Lernen der Texte und Lieder gesteckt hatten.

Bevor der mit vielen Geschenken beladene Nikolaus zur Tür hereinkam und alle anwesenden Kinder mit einem kleinen Präsent belohnte, sangen alle gemeinsam besinnliche Weihnachtslieder. Auch die Kleinsten kamen zu Wort und trugen dem Nikolaus ihre Weihnachtsgedichte vor.

Großer Dank gilt an dieser Stelle allen Mitwirkenden: den Kindern und Jugendlichen wie auch den Eltern, die die Kinder tatkräftig unterstützt, die Kostüme genäht und sich um Requisiten gekümmert haben. Ein herzliches Dankeschön auch allen Helfern im Hintergrund, die entweder in der Küche Hand angelegt haben oder bei den Auf- und Abbauarbeiten mit dabei waren. Ein besonderer Dank geht an Kirsten Wild für die weihnachtliche Dekoration und die Gestaltung des Weihnachtsbasars.