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Banater Post

Kirchweihfest begeistert Jung und Alt

Die vielen Trachtenträger gestalteten einen unvergesslichen Kirchweihnachmittag und ließen damit ein Stück Heimat und Tschanader Tradition für einige Stunden wieder aufleben. Foto: HOG Tschanad

Die überaus zahlreichen Besucher fühlten sich beim diesjährigen Heimatortstreffen in die Zeit im September in der alten Heimat zurückversetzt. Am ersten Sonntag nach dem Gerhardustag (24. September) wurde in Tschanad einst das eindrucksvollste und beliebtestes Fest des Jahres im ganzen Banat, die „Kerweih“ gefeiert.

Die Organisatoren hatten sich das Ziel gesetzt, dieses Jahr etwas ganz Besonderes auf die Beine zu stellen – nämlich ein „Kerweihfest“ mit Trachtenträgern und Volkstänzen, wie in der alten Heimat. Vollauf begeistert waren die Besucher des Tschanader Treffens dann auch, als am Nachmittag – erstmalig wieder nach vielen Jahren – die Kirchweihpaare in festlicher Tracht im Takt der Blasmusik in den Festsaal einmarschierten. Die Trachtenträger boten mit ihren wunderschönen Trachten – gekonnt und mit viel Liebe hergerichtet und angelegt – in Verbindung mit den herrlich geschmückten Kirchweihhüten einen unvergesslichen Augenschmaus. Bei den meisten Trachten handelte es sich um Originaltrachten aus der alten Heimat. Ganz vorne marschierten Franziska Rabe und Adolf Wunder mit dem prachtvoll von Elisabeth Wolf geschmückten Kirchweihstrauß.

Die Besucher wurden sodann von Ramona Kiefer und Adolf Wunder – beide in Tschanad aufgewachsen – mit einem „Kerweihspruch“ nach überlieferter Tradition begrüßt. Die beiden führten auch durch das Nachmittagsprogramm und trugen zwischen den einzelnen Tanzeinlagen Heimatgedichte vor, unter anderem ein Gedicht des Lehrers Franz Kahles in Tschanader Mundart mit dem passenden Titel „Tschanader Kerweih“. So manchen Eltern und Großeltern merkte man an, wie sehr sie die Aufführung bewegte.  

Höhepunkt des nachmittäglichen Kirchweihfestes waren die von der Banater Tanzgruppe Nürnberg zum Besten gegebenen Volkstänze. Hierbei stellten die Teilnehmer ihr besonderes tänzerisches Können unter Beweis, was von den Gästen mehrfach mit donnerndem Applaus belohnt wurde.

Musikalisch wurde der Kirchweihnachmittag von der Blasmusikkapelle „Blech-Klang“ unter der Leitung des im Banat geborenen Hans Eichinger begleitet. Hans Eichinger und seine Musikanten haben nicht nur eine musikalisch ausgezeichnete Blasmusik wie in der alten Heimat – ohne Mikrofon, Verstärker und sonstige Technik – dargeboten. Sie hatten es sich auch nicht nehmen lassen, original Tschanader „Kerweihstickl“ einzuüben und diese zwischen den einzelnen Vorträgen und Tänzen zum Besten zu geben.

Es war ergreifend zu sehen, wie ein Stück Heimat und Tschanader Tradition für wenige Stunden wieder auflebten. Zwischendurch machte sich ein Hauch von Nostalgie breit und es wurde manch eine Träne vergossen. Die wunderschönen Trachten und die Blasmusikklänge werden allen noch lange in Erinnerung bleiben.

Das Abendprogramm begann mit der Ansprache der Vorsitzenden der HOG Tschanad, Pauline Huschitt. „Dieses Treffen ist mehr als eine Begegnung mit Freunden, dieses Treffen ist Ausdruck der Solidarität und des Zusammenhaltes unserer Landsleute“, so Huschitt. „Auch wenn wir weit verstreut im Lande leben, so verbindet uns doch das gleiche Band unserer Herkunft, und so lange dieses Band nicht zerschnitten wird, so lange bleibt unsere Gemeinschaft bestehen.“ Klare Worte, mit denen sie den meisten Besuchern aus der Seele sprach. Anschließend legte Brunhilde Hinkel den Kassenbericht vor.
Der Vorstand der HOG Tschanad hatte den Bürgermeister von Tschanad, Nikolaus Crăciun, den Vizebürgermeister Vasa Stefanovici und den Gemeindesekretär Miroslav Marianuţ zum Tschanader Treffen eingeladen. Sie sind der Einladung gerne gefolgt und wurden sehr herzlich begrüßt. Als Geschenk aus der alten Heimat überreichte Nikolaus Crăciun allen Gästen eine Scheibe „Brot von zuhause“.

Der Höhepunkt der Abendveranstaltung – die Show-Tanzvorführung der weltweit 1. Banater Karnevalsgesellschaft Noris Banatoris aus Nürnberg – kam nicht nur bei dem jüngeren Publikum so gut an, dass die Tanzgruppe nach minutenlangen Ovationen noch eine Zugabe zum Besten geben musste. Bei der traditionellen Verlosung von Hut und Tuch am späten Abend wurde es nochmals spannend. Die glücklichen Gewinner Johann Schulde und Johann Lux ließen es sich nicht nehmen, auch wenn dies bei einigen Besuchern mehr als nur ein Schmunzeln auslöste, nach altem Brauch einen Ehrentanz zum Besten zu geben. Anschließend spielte die bekannte Stimmungs- und Partyband „Klang-voll“ unter der Leitung von Friedrich Szebrag bis in die frühen Morgenstunden zum Tanz auf.

Die vielen Besucher und der damit nahezu bis auf den letzten Platz gefüllte Saal sowie die ausgesprochen gute Stimmung belegten eindrucksvoll die Heimatverbundenheit der Tschanader und Tschanaderinnen und das große Interesse an dem „Fest der Feste“ – dem Kirchweihfest. Der Vorstand bedankt sich ganz herzlich bei den Trachtenpaaren, bei den Organisatoren und bei allen Helferinnen und Helfern für die gelungene Veranstaltung.