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Banater Post

Gemeinschaftserlebnis im gleichen Takt

Auf dem Wieshof in Bad Wurzach fanden sich fünfzig Jugendliche und zwanzig Erwachsene zum diesjährigen zweiten DBJT-Brauchtumsseminar ein. Foto: Ann-Kathrin Wagner

Rund 50 Jugendliche und 20 Erwachsene folgten dem Aufruf der DBJT (Deutsche Banater Jugend- und Trachtengruppen) zur Teilnahme am diesjährigen zweiten Brauchtumsseminar für Jugendliche auf dem Wieshof in Bad Wurzach. Ein komplettes Wochenende stand den Teilnehmern zur Verfügung, um gruppenübergreifend, im großen Rahmen, vom 6. bis 8. November, das Hauptziel des Seminares, die Pflege der Tradition und des Brauchtums der Banater Schwaben, in die Tat umzusetzen. Ein Wochenende mit bereits bekannten, aber auch neuen Gesichtern aus den Tanzgruppen Esslingen, Frankenthal, Karlsruhe, München, Nürnberg, Spaichingen und Würzburg.

Der DBJT-Vorstand hatte sich für dieses Seminar ein vielfältiges Programm ausgedacht. Die verschiedenen Kurse wurden mehrmals angeboten, womit jedem Teilnehmer die Möglichkeit gegeben wurde, an sämtlichen Kursen teilzunehmen. Bereits am Freitagabend, nach der Begrüßung durch den DBJT-Vorsitzenden Harald Schlapansky, starteten Melanie Furak und Sandra Keller, beide Mitglieder des DBJT-Vorstands, mit dem ersten Programmpunkt. Das schwowische Abendessen, „Französischi Krumper un sauri Umorke“, konnte bei der ersten gemeinsamen Tanzeinheit, bei der die DBJT-Tänze im Mittelpunkt standen, wieder abtrainiert werden. Für die Verpflegung war dieses Mal die Tanzgruppe München verantwortlich. Unter der Leitung von Gertrude Hügel zauberte sie traditionelle Banater Gerichte auf den Tisch, die so manch einer aus Omas Küche kennt oder schon lange nicht mehr gegessen hatte.

In bunt gemischten Gruppen starteten die Jugendlichen am Samstag in die verschiedenen Kurse. Einen Grundkurs in Walzer und Polka boten Stefan Ruttner und Korbinian Dölger, als Begleitung am Akkordeon, an. Verschiedene Schrittkombinationen wurden erlernt, bereits Bekanntes wiederholt und perfektioniert. Neu hingegen waren für viele die Choreografien der rhythmischen Tänze, die von Melanie Müller und Patrick Polling, ebenfalls im DBJT-Vorstand, konzipiert worden waren. Disco Fox, Rumba und Jive standen auf dem Programm und viele stellten bei der abendlichen Tanzunterhaltung das Neuerlernte unter Beweis. Vor eine Herausforderung anderer Art wurden die Teilnehmer von Anna Lehmann und Heidi Müller gestellt. Haare flechten vom einfachen über den französischen Zopf bis hin zum Kranz konnte unter Anleitung der beiden geübt werden. Auch die Jungs hatten ihren Spaß und so mancher von ihnen entdeckte noch ganz unbekannte Talente.

Nachdem bereits am Freitagabend die erste Runde DBJT-Tänze getanzt worden war, nahmen sich Melanie Furak und Sandra Keller vor, diese Tänze – Mein Banater Land, Donauschwabenwalzer, Kathiländler, Veilchenblaue Augen –, je nach Anforderung, zu perfektionieren, um so am Ende des Tages auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Die Jugendlichen, die noch nicht so lange in den Tanzgruppen dabei sind, erlernten zunächst die Choreografien. In einem nächsten Schritt wurde darauf geachtet, dass die Choreografien in den verschiedenen Tanzgruppen gleich erlernt wurden und das Tanzen synchron ist. Der Höhepunkt wurde am Abend erreicht, als alle Teilnehmer zusammen die Gemeinschaftstänze vorführten und eine deutliche Steigerung zu erkennen war. Einen musikalischen Höhepunkt bot die DBJT-Band, die im Laufe des Tages unter der Leitung von Günter Kaupa neue Lieder probte, und am Abend ein erstes kleines Konzert gab. Das Üben hat sich gelohnt und die Band hat das Publikum begeistert und zum Mitsingen animiert, obgleich bei vielen schon Zeichen der Erschöpfung sichtbar wurden, da sich der tanzintensive Tag in den Gliedern bemerkbar gemacht hatte.

Seinen Abschluss fand das Seminar am Sonntagvormittag, als alle noch einmal zusammenkamen und das Erlernte vorführten. Harald Schlapansky bedankte sich bei allen Helfern und Referenten, aber vor allem bedankte er sich bei den Jugendlichen, die so großes Interesse an der Pflege von Banater Traditionen und Brauchtum zeigen und die Banater Schwaben positiv in die Zukunft blicken lassen. Das gemeinsame Abschlusslied „Wahre Freundschaft“ symbolisierte die Gemeinschaft der Teilnehmer, die sich immer wieder darauf freuen, zusammen mit den Mitgliedern der anderen Tanzgruppen gemeinsame Zeit zu verbringen.

Gefördert wurde dieses Seminar vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens München und der Landsmannschaft der Banater Schwaben, ohne deren Unterstützung die Durchführung des Seminars in diesem Rahmen nicht möglich wäre.