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Banater Post

Literatur und Musik ohne Grenzen

Protagonisten und Veranstalter des gelungenen literarisch-musikalischen Abends im Rumänischen Kulturinstitut Wien.

Prof. Andrei Roth, Sanda Chiorean und Liviu Burz (von links) übernahmen den musikalischen Part des Abends. Fotos: Ioan Godja

Unter dem Motto „Literatur und Musik ohne Grenzen – Autoren aus Budapest, Temeswar und Wien stellen ihre Werke vor“ fand am 18. Oktober im Rumänischen Kulturinstitut in Wien eine vom Rumänischen Verein „Hora“ und dem Verein Banater Schwaben Österreichs getragene und in Kooperation mit dem Rumänischen Kulturinstitut, der Österreichisch-Rumänischen Gesellschaft und dem Verein Unirea – Radio TV realisierte Kulturveranstaltung statt, die von „Wien Kultur“ unterstützt wurde.
Hans Dama, der Moderator der Veranstaltung, begrüßte als Gäste den Generalsekretär der Österreichisch-Rumänischen Gesellschaft, Mag. Lukas Vosicky, und die Leiterin des  Rumänischen Kulturvereins „Hora“, Sifora Sava. Anschließend stellte Dama die Protagonisten der Musikbeiträge vor: die Violonistin Sanda Chiorean, den Bassisten Liviu Burz und den Pianisten Prof. Andrei Roth. Die drei aus Rumänien stammenden und in Wien wirkenden Musiker haben schon des Öfteren derartige Veranstaltungen musikalisch begleitet.

Zunächst präsentierte Hans Dama das zweisprachige Buch der Temeswarer Radiojournalistin und Schriftstellerin Veronika Balaj „De şapte ori viaţa / Sieben Mal das Leben“. Die zu einer epischen (Wien-)Nussdorf-Monografie zusammengepuzzelten Texte folgen den Hypostasen menschlicher Gefühle verschiedener Altersgruppen und veranschaulichen dem Leser die Zustände, psychologischen Beweggründe und Verhaltensweisen der handelnden Personen anhand von detaillierten Schilderungen. Anschließend las die Autorin einige Fragmente daraus.

In der Folge wurde der Roman des aus dem Banat (Bogarosch) stammenden und als Hochschullehrer in Budapest wirkenden Autors Dr. Nelu Brădean-Ebinger „Love story in Budapest. Der Volksgruppenführer und die Jüdin“ vorgestellt, in dem die unglückliche Liebesbeziehung zwischen dem aus Hatzfeld stammenden und als Volksgruppenführer der Deutschen in Ungarn in der NS-Zeit agierenden Franz Anton Basch und der Budapester Jüdin Klara Spieler in den Mittelpunt des Geschehens rückt. Der Hauptheld missachtet die Anweisungen der Nazis, setzt sich der Umsetzung der Judendeportation aus Ungarn entgegen und wird am Schluss als Bauernopfer von der kommunistischen Regierung Ungarns des Hochverrats bezichtigt und 1946 hingerichtet.

Anschließend präsentierte der aus Lugosch gebürtige und in Wien wirkende Architekt Remo Neusatz die Anthologie „Banat-Gedichte“ von Hans Dama, aus der der Autor einige Kostproben in deutscher und rumänischer Sprache geboten hat. Sifora Sava stellte sodann den Band „Gîndește, devino și trăiește cute-zător“, die rumänische Übersetzung des Buches „Denke, werde und lebe BOLD“ von Karl Michael Pilsl vor. Es handelt sich um eine Sammlung von Texten, die zur Reflexion anregen. Der Autor bot einige Kostproben daraus.

Als Nächstes präsentierten der in Wien lebende Journalist Mihai Anthony und Hans Dama den ins
Rumänische übersetzte Roman „Apa trece, pietrele rămân“ von Alice Albrich-Mavrocordato. In dem bereits 1961 im Wiener Wollzeilen-Verlag erschienenen Buch „Die Steine bleiben“ setzt sich die Autorin mit den Ereignissen in Rumänien in der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg auseinander. Mihai Anthony gelang es, wesentliche Hinweise über die fast unbekannt gebliebene Autorin ans Tageslicht zu bringen. Hans Dama bemerkte, dass dieses Buch als Gegenstück zu Mihail Sadoveanus Roman „Mitrea Cocor“ gewertet werden könne.

Im Anschluss wurde eine der berühmten Sängerin Maria Cebotari gewidmete Ausstellung eröffnet.
Dorel T. Uşvad war es gelungen, Interessantes und bisher wenig Bekanntes aus dem Leben und Wirken der 1901 in Kischinew geborenen und 1949 in Wien verstorbenen Sopranistin zusammenzutragen und in einer beeindruckenden kleinen Ausstellung darzustellen.

Bei einem Umtrunk fanden zum Schluss anregende Gespräche statt, in denen sich die Gäste für die eindrucksvolle Veranstaltung immer wieder bedankten.