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Banater Post

Neudorf besteht seit 250 Jahren

Nach vielen Jahren gab es in Neudorf, anlässlich der 250-Jahr-Feier der Gemeinde, wieder schwäbische Trachten zu sehen. Foto: HOG Neudorf

Im heißen Juli erlebte unser Heimatort Neudorf eine große Jubiläums-feier anlässlich seines 250-jährigen Bestehens seit der Gründung 1765. Mehrere Teilnehmer bekundeten hinterher, es hätte ihnen ewig leidgetan, nicht dabei gewesen zu sein. Doch was meinten sie damit?

Zunächst bestimmt jene landes-typische Herzlichkeit und Gastfreundschaft, mit der uns alle Verantwortlichen im Rathaus, aber auch die Bevölkerung empfingen. Zum Beispiel bewirteten die Familien Nicu Ardelean, Restea/Farkas und Adalbert (Bela) Mura den Festumzug am Sonntag fürstlich im eigenen Hof.

Mit „uns“ sind etwa 60 aus Deutschland angereiste ehemalige Neudorfer benannt, die keine Stunde bereuten – nicht zuletzt aufgrund einer einjährigen Vorbereitung durch die Heimatortsgemeinschaft Neudorf und das Rathaus der Gemeinde Guttenbrunn, etwa in Person des Bürgermeisters Marian Toader, seines Vize Dănuţ Codrean, des Bürgermeister-Beraters Eugen Miculiţ und insbesondere des Gemeinderates Tiberiu Nicula. Ihnen allen nochmals vielen herzlichen Dank.

Die Feier begann am Samstag, dem 18. Juli, nachmittags, mit einem Gute-Laune-Empfang im Rathaus, wonach sich als Kontrapunkt ein Picknick am Jagdhaus des Neudorfer Waldes anbot. Sonntagvormittag
trafen sich dann alle auf unserem Friedhof mit Pfarrer Daniel Lunic zu einer Totengedenkmesse, vom neu entstandenen Kirchenchor umrahmt. Besonders schön und ergreifend klangen dessen Lieder bei der anschließenden Heiligen Messe in unserer Kirche, die seit mehr als dreißig Jahren keinen solchen Andrang mehr sah. Wem lief dort das Herz nicht über? Davor, am Kriegerdenkmal, rezitierten Eva Hellner und in der Kirche dann Elisabeth Schulz Gedichte, den Seelenkern aller treffend. In einem dieser Gedichte, verfasst von Johann Schulz, heißt es beispielsweise: „Liebe Neudorfer Landsleute! / 250 Jahre sind verflossen, / seit unsre Ahnen sich entschlossen, / diesen schönen Ort zu gründen, / wo wir uns heute befinden. / 250 Jahre denken wir zurück: / Es gab schwere Zeiten und auch Glück.“

Nach der Messe verwies Ingenieur Cristian Stăniloiu-Theiß auf einige sanierungsbedürftige Stellen des Kirchengebäudes, besonders dessen Dach und Nordseite. Mit großherzigen, finanziellen Beiträgen können wir als Gemeinschaft dieses herrliche Gotteshaus noch lange erhalten. Traf es sich da nicht optimal, auch das frisch renovierte Kulturheim wieder neu zu eröffnen? Sogar der deutsche Vizekonsul in Temeswar, Siegfried Geilhausen, mit Gattin sowie das Lippaer Unternehmer-Ehepaar Mirela und Bernhard Backin beehrten uns dabei. Mit einem Mittagessen im Kulturheim bewirtete das Rathaus sämtliche Gäste fürstlich. Schwäbische und rumänische Trachtengruppen zogen anschließend zu den stimmungsvollen Klängen der Musikkapelle durch die Dorfgassen. Wieviel Leben jetzt im Ort! Bis dieser schöne Tag schließlich mit einem allgemeinen Dorfball endete.

Und war dies alles? Nein, bei weitem nicht. Es folgten noch täglich heitere Veranstaltungen in privater Runde, wobei uns der Geburtsjahrgang 1950 als nun 65-Jährige großherzig einlud, etwa Kathi Ferch und Hans Schütz in dessen Hotel „Mara“, Costică Miloş in seinen modern eingerichteten Lippaer „Sauerbrunnen“ wie auch Franz Pascu zu sich privat nach Hause. Ihnen allen nochmals besten Dank!

Letztlich bekamen die beiden Organisatoren des Festes seitens der HOG, Erwin Sterz und Ewald Kollmer, neben Lob hauptsächlich nur den einen Vorwurf zu hören, dass sie jenes „eisige“ Juli-Wetter nicht recht im Griff gehabt hätten.