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Banater Post

Banater Schwaben zeigen Präsenz im Herzen Münchens (Teil 1)

Viele interessierte Zuschauer, Münchner und Touristen, verfolgten die Darbietungen der Banater Trachtengruppen auf dem Marienplatz, wie diese Aufnahme vom Balkon des Neuen Rathauses zeigt. Foto: Walter Tonţa

Der feierliche Gottesdienst, von Pfarrer Peter Zillich zelebriert, fand in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt statt.

Münchens Zweiter Bürgermeister Josef Schmid empfing eine Abordnung der Banater Schwaben im Kleinen Sitzungssaal des Neuen Rathauses.

Die 18. Kultur- und Heimattage der Banater Schwaben in Bayern, die in diesem Jahr in der Landeshauptstadt München veranstaltet wurden und unter dem Motto standen „70 Jahre Banater Schwaben in Bayern. Gelungene Integration – Gelebte Tradition“, fanden ihren krönenden Abschluss am Samstag, dem 25. Juli, mit einer feierlichen heiligen Messe in der Heilig-Geist-Kirche, gefolgt vom Auftritt der Trachtengruppen auf dem Marienplatz, einem Empfang im Neuen Rathaus durch den Zweiten Bürgermeister der Landeshauptstadt München, Josef Schmid, und einem prächtigen Umzug durch die Altstadt. Nachdem die Eröffnungsveranstaltung der Kultur- und Heimattage im Bayerischen Landtag am 20. Juni zwar ein sehr gelungenes Novum mit deutlichen politischen und kulturellen Akzenten war, jedoch eher in geschlossenem Rahmen stattfand (wir berichteten), gestalteten sich die Veranstaltungen am 25. Juli zu einem Höhepunkt hinsichtlich der öffentlichen Darstellung der Banater Schwaben in der bayerischen Landeshauptstadt.

Diese starke öffentliche Präsenz ist zum einen auf den Ort – im Herzen Münchens, zum anderen auf die vielen Mitwirkenden (rund neunzig Trachtenpaare, acht Fahnenabordnungen und zwei Musikkapellen) und nicht zuletzt auf die bejahende Einstellung aller Mitwirkenden zu unserem Brauchtum mit all seinen Facetten zurückzuführen. Die Veranstaltungen an diesem Samstagnachmittag entfalteten eine noch nie dagewesene Wirkung sowohl nach innen als auch nach außen, denn wann hatten wir noch so viele Zuschauer aus allen Herren Ländern dabei, wann zogen wir an solchen Stätten bayerischer Geschichte und Kultur vorbei, wann setzten wir so öffentlichkeitswirksam ein Zeichen der Gemeinsamkeit und der Zugehörigkeit zu diesem Kulturkreis? Unsere starke Präsenz in der Öffentlichkeit, unser selbstbewusstes Auftreten, die Wertschätzung, die wir von politischer Seite erfahren durften, zeugen in der Tat von gelungener Integration und gelebter Tradition, von der Kraft und dem schöpferischen Potential dieser Gemeinschaft.

Zum guten Gelingen dieses Festtages haben die vielen Mitwirkenden beigetragen, zuvörderst die Trachtenpaare. Die Würzburger waren mit drei Generationen nach München gekommen, aber auch die Nürnberger und die Ingolstädter waren da, dann die Sanktmartiner als starke Gemeinschaft, drei Paare aus Karlsruhe und nicht zuletzt die gastgebenden Münchner. Auch viele Funktionsträger unserer Landsmannschaft mit Ehepartnern sowie Landsleute, die nicht in einer Trachtengruppe mitwirken, hatten die Tracht angelegt. Die Fahnenabordnungen  der Kreisverbände Ingolstadt, München, Waldkraiburg und Würzburg sowie der Heimatortsgemeinschaften Neuarad, Sanktanna, Sanktmartin und Wetschehausen waren für die vielen interessierten Zuschauer wichtig, die über die Inschriften und Bänder einen Bezug zu den Trachtenpaaren suchten und fanden. Engagiert mitgewirkt haben zudem die Original Banater Dorfmusikanten aus München (Leitung Helmut Baumgärtner) und die Blaskapelle der Banater Schwaben aus Waldkraiburg (Leitung Stefan Munding).

Der Festtag begann mit einem Gottesdienst, der von Pfarrer Peter Zillich, bischöflicher Beauftragter für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge in der Diözese Regensburg und stellvertretender Landesvorsitzender unserer Landsmannschaft in Bayern, in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt zelebriert wurde. Als Ehrengäste wohnten der Messfeier CSU-Stadträtin Dr. Manuela Olhausen, Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens München, und Dr. Maria Werthan, Präsidentin des Frauenverbandes im BdV bei. Die Trachtenpaare und Fahnen, aber auch die hervorragende musikalische Gestaltung durch die Original Banater Dorfmusikanten verliehen der Feier der heiligen Messe einen würdevollen Rahmen. Als Hinführung zu seiner Predigt, die thematisch um das wechselhafte Schicksal unserer Volksgruppe kreiste, sang Pfarrer Zillich mit Akkordeonbegleitung das Lied „Es liegt ein Land in frühlingswarmer Sonne“. Sodann umriss er in groben Zügen die Geschichte der Banater Schwaben und resümierte: „Wir haben uns der Zeit gestellt, in der wir gebraucht wurden im Banat. Wir haben unsere Pflicht dort getan. Heute können wir erhobenen Hauptes auf eine fast abgeschlossene Geschichte zurückschauen.“ Pfarrer Zillich appellierte an die versammelte Gemeinde, „unsere Farbtupfer in Gestalt unserer Trachten, unserer Tänze und unserer Musik“ in der bayerischen Heimat einzubringen. Damit würden wir unser Erbe und unsere Originalität bewahren, dadurch würde unsere Identität weiterhin erkennbar bleiben. Den liturgischen Dienst versahen Diakon Lucian Mot (Nürnberg) und Philipp Leber (München).